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08.11.2005 - 

CW-Wert

Schuldig, Euer Ehren!

Wenn man bei Wikipedia den Begriff Thallium eingibt, findet man einen ausführlichen Artikel, der so beginnt: "Thallium ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Tl und der Ordnungszahl 81. Das weiche, graue, dem Blei sehr ähnliche Metall ist äußerst giftig."

Thallium sei "hochgiftig und müsste mit größter Vorsicht gehandhabt werden".

Jeder, der im Internet den Weblog einer gerade mal 16 Jahre alten Japanerin verfolgte, hätte also wissen müssen, welche Brisanz sich hinter den Blog-Eintragungen der Jugendlichen verbarg. Die global verfügbare Enzyklopädie für Internet-Surfer ließ nicht den geringsten Zweifel daran, wie der Eintrag vom August 2005 einzuordnen ist: "Heute ist ein sonniger Tag, und ich habe eben eine Dosis Thallium verabreicht." Adressat der Zuwendung war die Mutter.

Das deutsche Strafgesetzbuch definiert in Paragraf 211 als Mörder, wer "(...) aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln (...) einen Menschen tötet".

In diesem Fall liegt also versuchter Mord (die Mutter liegt jetzt im Koma) als Etappenvergnügen einer Jugendlichen vor. Das Früchtchen mischte seiner Lebensspenderin in kleinen Dosen Thallium ins Essen und dokumentierte völlig ungerührt die Wirkung der hochtoxischen Substanz im Web.

Es bleiben Fragen: Hat den Blog niemand gelesen? Oder wollte niemand den Inhalt ernst nehmen? Oder müssen wir diesen Vorfall zum Anlass nehmen, uns über den Zustand unserer Gesellschaften ernstlich Gedanken zu machen?