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30.07.1993

Schuldzuweisungen treffen auch die Hausbank Die Interface Computer GmbH musste jetzt Konkurs anmelden

MUENCHEN (CW) - In der letzten Woche musste die Interface Computer GmbH aus Muenchen Konkurs anmelden. Der Hersteller von Ifprolog macht neben eigenen Management-Fehlern die Hypobank fuer diesen letzten Schritt verantwortlich.

Die Hausbank sei der einzige "Knackpunkt" im Krisenkonzept der Interface gewesen, klagen die Geschaeftsfuehrer Claus Mueller und Annette Kolb. Waehrend die Glaeubiger bereit gewesen seien, auf den Grossteil ihrer Forderungen zu verzichten, wollte die Bank keine ungesicherte Liquiditaet garantieren.

Interface wurde vor elf Jahren gegruendet und beschaeftigte zuletzt 49 Mitarbeiter, zehn davon in der Geschaeftsstelle Dresden. Das Dresdner Buero, erst 1990 eroeffnet, arbeitete in der Hauptsache vertriebs- und anwenderbezogen mit dem Schwerpunkt Lehre und Forschung. Dann wurde von 1992 auf 1993 Sachsens oeffentlicher Etat fuer DV auf ein Viertel gekuerzt, schaetzt Mueller. Diese Entwicklung hat sich auf die dortigen Firmenaktivitaeten negativ niedergeschlagen.

Die Dresdner Verpflichtungen blieben nicht das einzige Loch, das nicht mehr zu stopfen war. 1991 eroeffnete die Interface ein Verkaufsbuero in

Austin, Texas. "Eine falsche Personalentscheidung" habe auch zu dieser Fehlinvestition gefuehrt, urteilt Mueller nach dem Scheitern der US-Au Erfolgreicher war das Auslandsgeschaeft in Tokio. Interface Computer haelt 61 Prozent an der Interface Computer Japan Ltd., die 1986 gegruendet wurde. Nach eigenen Schaetzungen belaeuft sich der Interface-Anteil am japanischen Prolog-Markt auf 70 Prozent. Wird die Entwicklung von Prolog eingestellt, ist damit auch diese Geschaeftsstelle gefaehrdet.

Aber die Fehler seien nicht nur bei den Expandierungsversuchen gemacht worden. Ausser auf den Prolog-Entwicklungsbereich stuetzte sich das Unternehmen auch auf Schulungen und Expertensystem- Projekte. Diese Strategie aus frueheren Jahren, das Risiko auf mehrere Bereiche zu verteilen, habe aber die gesamten Verluste nicht auffangen koennen. Der Schulungsbereich habe einen 50prozentigen Einbruch aufgewiesen. Was nun aus den Projektkunden wird, ist noch gaenzlich unbekannt.

Vom Konkurs gaenzlich unberuehrt bleibt nach Prognosen von Mueller und Kolb das Schwesterunternehmen Interface Connection GmbH. Die Connection operiere voellig autonom, so dass eine Wechselwirkung ausgeschlossen sei.