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29.06.2001 - 

IBM und Hitachi gehen einen Schritt weiter

Schulterschluss von sechs Speicherherstellern

MÜNCHEN (CW) - Die kürzlich in New York verkündete Initiative von sechs Größen im Speichergeschäft ist ein erneuter Anlauf, das zu erreichen, was Anwender schon lange fordern: Interoperabilität der Komponenten im Storage Area Network (SAN).

Die in der Vergangenheit oftmals kritisierte Storage Networking Industry Association (Snia) konnte endlich mit einer Erfolgsmeldung aufwarten: Die Speicherhersteller IBM, EMC, Hitachi und Compaq haben zwei SAN-Lösungen entwickelt, die Geräte aller Beteiligten zusammen in einem Speichernetz zu betreiben. Für die Verteilerstelle im Fibre-Channel-Netz wurden vier "ED-5000 Directors" von MacData und 16 "Silk-Worm"-Switches von Brocade ausgewählt. Anwender erhalten damit immerhin die Möglichkeit, Speicher von verschiedenen Herstellern in ein SAN einzubinden.

Immerhin ein AnfangAllerdings wird weiterhin einem Server ein bestimmter Speicher zugeordnet. Die wesentlich flexiblere Möglichkeit, den Zugriff auf alle im FC-Netz eingeklinkten Speichersilos von einem Rechner aus zu erlauben, soll erst in einer zweiten Phase entwickelt werden. Deshalb beurteilen Analysten den jetzt erreichten Durchbruch nur als ersten Schritt in die richtige Richtung. Es sei bemerkenswert, dass sich die Konkurrenten immerhin auf Konfigurationen und Software-Levels einigen konnten, beurteilt etwa Sean Derrington von der Meta Group den Erfolg der Snia.

Viel wichtiger sei in diesem Stadium aber, dass die vier Speicherhersteller künftig beim Support enger zusammenarbeiten wollen. Bislang wurden Betreiber heterogener SANs bei Störungen oft von einem Komponentenlieferanten auf den nächsten verwiesen, zuständig für das Gesamtsystem fühlte sich in der Regel niemand.

Fingerzeigen soll ein Ende habenMit der jetzt getroffenen Vereinbarung soll das als "Fingerzeigen" bekannte Phänomen verschwinden: Hat beispielsweise ein Anwender eine aus EMC- und Compaq-Arrays bestehende Speicherumgebung, dann kann er sich bei einer Störung an EMC wenden. Liegt das Problem nicht am EMC-Speicher, aktivieren die Techniker von sich aus den Compaq-Service und suchen so lange, bis der Fehler behoben ist. EMC bleibt in diesem Fall für den Kunden der einzige Ansprechpartner.

Das von den sechs Herstellern innerhalb der Snia gegründete "Supported Solutions Forum" soll auch anderen Lieferanten offenstehen. Ziel sei es, die Größe der Konfiguration zu erweitern, andere Komponenten und Switch-Hersteller einzubinden sowie die Interoperabilität auch auf viel benutzte Speicherapplikationen auszuweiten.

Noch einen Schritt weiter in puncto Interoperabilität gehen IBM und Hitachi. In einer - außerhalb der Snia - eingegangenen Kooperation lizenzierten beide Unternehmen wechselseitig bestimmte Application Programming Interfaces (APIs) für Speicherfunktionalitäten ihrer "Shark"- und "Lightning"-Speicherarrays.

Mit diesem Schritt festigen Big Blue und die Japaner bereits bestehende Übereinkommen: Hitachi hat schon vor geraumer Zeit IBMs "Peer to Peer Remote Copy" (PPRC) und "Extended Remote Copy" (XRC) in Lizenz genommen. Nun kommen Funktionen wie "Flash Copy", "Multiple Allegiance" (MA) und "Parallel Access Volumes" (PAV) hinzu. Im Gegenzug erwarb IBM die Rechte an den Hitachi-APIs für "Nanocopy", "Shadowimage" und "Asynchronous Remote Copy". Für die Kunden beider Hersteller bedeutet das: Sie können sich das geeignete Speichersystem von IBM oder Hitachi aussuchen und trotzdem ihre gewohnten Speicherprogramme zur Performance-Steigerung sowie für die Datenverfügbarkeit und -replikation beibehalten.

Beobachter beurteilen die Vereinbarung zwischen IBM und Hitachi als Versuch, den Marktführer EMC zu schwächen. Der Speicherriese hat zwar bereits vergangenes Jahr Unterstützung für die IBM-Programme PPRC sowie für PAV und MA auf den hauseigenen "Symmetrix"-Speichern angekündigt. Bislang bestehen dafür nach Ansicht von "Computergram" jedoch nur "Programme, die rudimentäre Management-Interoperabilität, aber keine echte Kompatibilität lieferten".

Abb.1: Erster Schritt ...

Jetzt kann immerhin ein gemeinsames SAN mit einer Verteilerstation (FC-Fabric) für gemischte Speicher genutzt werden. Quelle: Snia

Abb.2: ... und zweiter Schritt zum offenen SAN

Noch ein Wunschtraum: Alle Server können auf die Speicher verschiedener Hersteller zugreifen. Quelle: Snia