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07.12.1984 - 

KGST unterstützt Kommunen bei neuer Technik:

Schulung auch in unkonventionellen Ideen

KÖLN (lo) - Die Fortbildung in neuer Technik intensivierte die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGST) in Köln seit Herbst 1982 erheblich. Seminare für Informationstechnologie in der Kommunalverwaltung finden als Zielgruppe die mittlere bis obere Führung in Stadt und Kreis. Das starke Schulungs-Engagement der Selbsthilfeorganisation auf Basis freiwilliger interkommunaler Zusammenarbeit kommentiert ein Beteiligter: "...weil die Ausbildung an Fachhochschulen nach wie vor grotesk mäßig ist."

Als allgemeines Ziel der kommunalen Selbsthilfeorganisation formuliert Gerhard Banner, Vorstand des KGST: "Die Leistung der Kommunalverwaltungen auf den höchsten Stand bringen."

Ein weiterer Kerngedanke, der auch bei der Gründung der KGST 1951 ausschlaggebend war, prägt das Konzept der Fortbildung in diesem Zentralinstitut: Alle Kommunalverwaltungen müssen die gleichen Aufgaben erfüllen, denn sie arbeiten nach denselben Rechtsvorschriften. Der Schulungsstoff basiert auf Gutachten, die die KGST im Rahmen ihrer Dienstleistungen erstellt.

Kenntnis der Gesamtproblematik

Als "Null-Serie" führte die KGST im Frühjahr 1984 ein zweitägiges Seminar für Verwaltungschefs zur Informationstechnik in der Kommunalverwaltung durch. Diese Veranstaltung richtete sich an Hauptverwaltungsbeamte einer Region oder mit einem unmittelbaren Zuarbeiter bei bundesweiter Besetzung. Führungskräfte erörterten mit Verwaltungschefs die gesellschaftspolitischen organisatorischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen neuer Informationstechniken.

Ziel des Seminars ist es, nun den Horizont informationstechnischer Entwicklungen unter organisatorischen, volks- und betriebswirtschaftlichen Aspekten auszuleuchten sowie arbeits- und sozialwissenschaftliche, rechtliche und politische Aspekte zu berücksichtigen. Dabei soll die Rolle und Verantwortung des Verwaltungschefs deutlich gemacht werden. Die neue Technik wird in Stichworten wie Bildschirmtext, Textverarbeitung, Akzeptanz Rationalisierung und Kontrollphobie der öffentlichen Verwaltung diskutiert.

Das Konzept der KGST sieht eine scharfe Abgrenzung zu üblichen Seminaren für "moderne" Verwaltung vor und will beispielsweise keine "Verkaufsveranstaltung für Informationstechnik" sein. Grundgedanke der Kölner Selbsthelfer in Sachen Verwaltung ist, kein zu Hause abarbeitbares Lernprogramm zu vermitteln, "weil es das nicht gibt". Die Kenntnis der Gesamtproblematik soll für jeden Verwaltungschef zugleich die Basis der eigenen Arbeit sein.

Status quo in der Verwaltung

Der Informationsgleichstand des Verwaltungsmanagements gilt als wesentlicher Faktor, um sich mit der Informationstechnik überhaupt wirkungsvoll auseinandersetzen zu können. Ein Seminar für die Führungsebene einer Stadt- oder Kreisverwaltung befaßt sich deshalb mit den wesentlichen Komponenten der Informationstechnik. Kenntnisse über die technische Entwicklung, den Übergang von Daten- und Textverarbeitung sowie Nachrichtentechnik in technikunterstützte Informationsverarbeitung sollte die Grundlage sein. Erfahrungen der kommunalen Praxis zur Einführung der Informationsverarbeitung nehmen weiteren Seminarraum ein, ferner Referate über Netze und Dienste der Telekommunikation. Das Seminar bezieht schließlich gleichsam als Bilanz die Rolle und Verantwortung der Verwaltungsführung ein.

Einstieg mit Ausblick

Für Mitarbeiter aus der mittleren kommunalen Etage, DV-Organisatoren und -Verbindungsleute sowie Personalvertreter, steht ein Ausbildungsseminar, zugeschnitten für das Fachamt, zur Verfügung. Ein Programmteil skizziert Begrenzungsfaktoren für neue Techniken im betriebswirtschaftlichen und, arbeitswissenschaftlichen Bereich sowie rechtliche und verwaltungspolitische Gesichtspunkte. Systematische Darstellung von Kleinrechnern und die Kommunikation in Netzen erweitert den Einstieg. Erfahrungen über technikunterstützte Informationsverarbeitung stellen den direkten Bezug zur Praxis her. Dabei kommt auch zur Diskussion, wie interkommunale Kooperation partnerschaftlich weiterentwickelt werden kann: die Richtung der kommunalen DV heißt "Organisations-, Beratungs- und Softwareverbund bei technikunterstützter Informationsverarbeitung". Betrachtungen über die Rolle des Fachamtes sowie die Beteiligung des Mitarbeiters schließen die Veranstaltung. Der Frage über die Zuständigkeit von zentralen Organisationsstellen folgt abschließend die über das Verhältnis zur gemeinsamen kommunalen Datenverarbeitungszentrale.

Rechte und Pflichten beim Datenschutz

Zum Thema Datenschutz und Datensicherung steht auf dem KGST-Lehrplan ein umfangreiches Angebot:

- Themen wie Persönlichkeits- und Datenschutzrecht,

- Kontrollzuständigkeiten sowie Sanktionen erkennen und

- DV-Sachverhalte analysieren können, stellen den Schwerpunkt dieses Lehrgangs dar. Weiter zählen "Zulässigkeitsvoraussetzungen" zum Lerninhalt. Sie gelten für Datenerhebung, Speichern, Andern und Übermitteln von Daten sowie für das Aufbewahren, die Veröffentlichung und die "Transparenz" der DV. Die Rechte des Betroffenen etwa über Auskunft sind ein weiterer Programmaspekt. Zum Thema Datensicherung sind neben Theorie auch praktische Übungen zu absolvieren.

Auf dieses Seminar baut eine Bildschirmtext-Ausbildung auf. Seminarziel sind Grundkenntnisse über technische Funktionsweise des Btx-Systems, Elemente der Editiertastatur sowie rechnergestützte Editierhilfen. Daneben steht die Beschäftigung mit Grundelementen der Grafikeingabe, dem Aufbau einer Btx-Datenbank sowie Praxis zur Organisation und Gestaltung der Text- und Gestaltungsaufbereitung .

Eine Reihe anderer Seminare und Veranstaltungen ergänzt das Programm der KGST in neuer Technik.

Wunschträume wegen Mangel an Know-how

Wie schwer es den kommunalen Verwaltungen derzeit noch fällt, mit den neuen Techniken umzugehen, stellt Dr. Jürgen Ostermann vom KGST im Verhältnis Datenverarbeitungszentrale und Verwaltung fest. Die Enttäuschung über Leistung und Gegenleistung teils überzogen weil ernstlich nicht leistbare Dinge gefordert werden sei groß, nicht

zuletzt aus dem Mangel an Know-how der Gemeinden über das Machbare und der fehlenden Möglichkeit, Leistung und Gegenleistung zu vergleichen. Die KGST-Seminare spiegelten diese Situation.

Die Spielräume in Organisation und Rationalisierung seien enger geworden, die Probleme gewachsen, stellt KGST-Vorstand Banner fest. Sich von den gewohnten Verwaltungs-Denkmustern lösen, sei eine Voraussetzung, um neue Wege zu gehen. Dies gelänge nur, wenn die kommunalen Führungen bereit seien, die Verbesserung der Leistungsfähigkeit ihrer Verwaltungen - "eine Zukunftsinvestition" - zu forcieren, auch wenn dabei unkonventionelle Ideen erwüchsen und zu bewältigen seien.