Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.02.1994

Schulung und DV: Die Gewichte verschieben sich

Widerspruechlich sieht die Situation auf dem DV-Seminarmarkt aus: Die einen - oft grosse Namen in der DV-Bildungslandschaft - jammern und muessen gar fuerchten, pleite zu gehen, andere dagegen koennen sich vor Arbeit kaum retten. Auch hier bewahrheitet sich der mittlerweile haeufig kolportierte Spruch: Die Schnellen fressen die Langsamen. Schiere Groesse ist keine Ueberlebensgarantie.

Widerspruechlich sind auch die Aussagen ueber die kuenftigen Weiterbildungsausgaben in den Unternehmen. Die einen - in der Regel Personalentwickler - beklagen sich, dass sie nichts mehr zu verteilen haben, die anderen freuen sich dagegen ueber den unerwarteten Geldsegen, den sie fuer die Mitarbeiterschulung zugewiesen bekommen haben.

Im Zuge eines konsequenten Lean Managements werden die Zentralisten, und dazu gehoerte der Herrscher ueber die Weiterbildungstoepfe, entmachtet. Das Geld fuer Schulung wandert direkt in die Fachabteilungen zum Anwender, wo es auch hingehoert. Damit wird das jahrelang praktizierte Giesskannenprinzip ausser Kraft gesetzt.

Die Folgen dieser Dezentralisierung lassen sich bereits in Studienergebnissen nachlesen, in denen es heisst, dass Unternehmen ihren DV-Weiterbildungsbedarf immer kurzfristiger planen - verstaendlich, denn die Fachabteilungen sehen sich etwa mit der Frage konfrontiert, wie sie innerhalb kuerzester Zeit ihre Mitarbeiter fuer ein neues DV-System schulen koennen. Unternehmen nutzen solche Einfuehrungen zur Neuorganisation ihres Betriebes, und da sollte eine Fortbildung ueber das Knoepfchenbedienen hinausgehen.

Anwenderschulung bekommt in diesem Zusammenhang einen ganz anderen Stellenwert: Mitarbeiter muessen sowohl DV-technisch ausgebildet als auch mit weiteren Zusatzkenntnissen etwa ueber Organisation oder Methodik versorgt werden, will man, dass die Umstrukturierung erfolgreich ablaeuft.

Der angestrebte Wandel zielt darauf ab, dass sich das Unternehmen neu am Markt orientieren und mehr Kundennaehe praktizieren kann - und das alles soll in der Anwenderausbildung gleich mitberuecksichtigt werden.

In diesem Punkt haben die meisten Schulungsanbieter noch wenig vorzuweisen, auch wenn sie viel davon erzaehlen. Denn der Aufwand, betriebliche Ablaeufe zu analysieren und daraus ein komplettes Bildungsprogramm zu erstellen, ist enorm und erfordert ein Know- how, das weit ueber das Wissen vieler heutiger Dozenten hinausgeht.