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23.01.2004 - 

Studie zum Weiterbildungsmarkt: "2003 war kein gutes Jahr"

Schulungen werden kürzer und billiger

MÜNCHEN (CW) - Fast jeder zweite Bildungsanbieter kämpft mit rückläufigen Auftragszahlen, und 37 Prozent der Trainer haben ihre Honorare gesenkt. So lauten zwei Ergebnisse der Trendanalyse des Verlags Manager-Seminare zum Weiterbildungsmarkt.

366 Weiterbildungsanbieter und 98 Weiterbildungsverantwortliche aus Unternehmen beteiligten sich an der jährlichen Umfrage des Kölner Trainingsverlages. "Die Diskussionen um die Arbeitsbedingungen und den beruflichen Alltag bestimmen die Diskussion und weniger die Inhalte", so Jürgen Graf, Herausgeber der Studie. 2003 sei kein gutes Jahr für die Schulungsbranche gewesen. Der Weiterbildungsmarkt kämpfe mit der Stagnation, Trainer und Bildungsanbieter spürten das "gestiegene Kostenbewusstsein". Aufträge würden storniert, Preise für Seminare gerieten ins Wanken, und Honorare würden hart verhandelt.

Anhand seines Zahlenmaterials kommt Graf zum ernüchternden Schluss, dass viele Firmen in schwierigen Zeiten kein Geld für Bildung ausgeben - entgegen der Behauptung vieler Führungskräfte. Unternehmen investierten gerade in solchen Phasen in ihre Mitarbeiter, "um sie für künftige Wachstumschancen zu wappnen". Deutliches Indiz seien die rückläufigen Aufträge, von denen 46 Prozent der Weiterbildungsanbieter betroffen seien. Lediglich 32 Prozent könnten sich über vollere Auftragsbücher als 2002 freuen.

Einzeltrainer kämen glimpflicher davon, so Graf. Unter ihnen klagten 43 Prozent, dass die Geschäfte schlechter liefen. Schlimmer sieht es bei den großen Anbietern mit über 50 Mitarbeiter aus, dort sind es 56,3 Prozent der Befragten, die einen Schwund beklagen.

"Der Wettbewerb um die wenigen Aufträge wird dabei längst auf breiter Front über den Preis ausgetragen", so die Studie. Nur zehn Prozent der befragten Trainer hat höhere Honorare aushandeln können. "Qualität ist sekundär, der Preis ist wichtig, das Produkt muss gut aussehen und gut verkauft werden", wird ein Trainer zitiert.

Standardseminare unter starkem Druck

Großanbieter geben zu, dass vor allem Standardseminare einem starken Preisdruck unterliegen. Hier mache in der Regel das günstigste Angebot das Rennen. Entsprechend lockten die Anbieter mit so genannten Frühbucherrabatten und Gruppentarifen. Von selbständigen Trainern erwarteten dagegen die Kunden Zusatzleistungen wie flankierende Transferbegleitung oder ergänzende Workshops zu Sonderkonditionen.

Um zu sparen, verlangen die Firmen von den Anbietern, die Schulungszeiten zu kürzen. Die Lerninhalte sollten komprimiert in möglichst ein bis zwei Tagen vermittelt werden. Immerhin 45 Prozent der befragten Seminaranbieter gaben an, dass sie die Veranstaltungslänge gegenüber dem Vorjahr reduzieren mussten.

Grafs Fazit stimmt nicht optimistisch: "Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht." Kommen die Trainer dem Wunsch ihrer Auftraggeber entgegen, werde es für sie immer schwieriger, den Erfolg ihrer Arbeit zu vermitteln. Neues Wissen brauche Zeit, um sich beim Teilnehmer zu setzen. (hk)

Abb.1: Honorare bröckeln

Lediglich zehn Prozent der Trainer konnten mit ihrem Auftraggeber ein höheres Honorar als 2002 aushandeln. Quelle: Manager Seminare

Abb.2: Gefragte Kompaktkurse

Auftraggeber erwarten, dass die Anbieter die Inhalte komprimierter darstellen und die Kursdauer reduzieren. Quelle: Manager Seminare