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30.07.1982

Schulungsmethoden: Die Qual der Wahl bleibt nicht erspartKeine Schulungsmethode allein ist so gut, daß sie ohne eine andere im Methodenmix eingesetzt werden kann. Bei der Entscheidung für eine bestimmte Schulungsmaßnahme spielen Zielgruppe, Kursziel, Vor

Dr. Claus D. Heinze, IBM Ausbildung, Programme und Methoden, Niederlassung München

Die Frage nach der wirkungsvollsten Trainingsmethode ist nicht mit einem Satz zu beantworten, da heute eine ganze Reihe Methoden praktiziert werden.

Unser Wissen und Können unterliegt einem immer schnelleren Wandel. Die ständig steigenden Zuwachsraten des Informationsangebots (eine Verdoppelung alle vier Jahre) machen es notwendig, daß immer mehr Berufstätige immer häufiger ausgebildet werden müssen. Diesen geometrischen Zuwachsraten des Informationsangebots konnte und kann mit linearen Mitteln der Informationsverarbeitung und Wissensvermittlung nicht mehr begegnet werden.

Zwangsläufig mußte diese Entwicklung auch die Inhalte und Methoden der betrieblichen Aus- und Weiterbildung beeinflussen. Die veränderten Methoden sollen hier am Beispiel der IBM erläutert werden.

Vor einem Jahrzehnt konnte ein Dozent das noch nicht so komplexe Wissen traditionell weitgehend theoretisch einer größeren Gruppe von berufstätigen Erwachsenen in Form des Klassenunterrichts vermitteln.

Heute unterscheiden wir in unserem Unternehmen folgende an der Praxis unserer Teilnehmer orientierten Methoden:

1.das Selbststudium mit Hilfe programmierter Unterweisungen in Buchform,

2. das computerunterstützte oder -gesteuerte Selbststudium (unter anderem auch als IBM Teachware bekannt),

3. das video - unterstützte oder -gesteuerte Selbststudium,

4. die Kombination der Methoden 1. bis 3.,

5. den fernseh- und terminalunterstützten Gruppenunterricht,

6. das computerunterstützte Unternehmensspiel (Simulation) im Führungskräftetraining,

7. den Klassenunterricht mit einer Vielzahl praktischer Übungen, die an der zukünftigen Tätigkeit des Teilnehmers orientiert sind. Das Terminal ist bis zu 60 Prozent der Ausbildungszeit Methode und Werkzeug zugleich (zum Beispiel alle komplexeren Ausbildungsangebote der Betriebssystem- und DB/DC - Software) und

8. die Team- oder Gruppenausbildung für komplexe Themen der Informationsverarbeitung, um das über die Fachkompetenz hinausgehende notwendige Wissen zu vermitteln. Diese Programme orientieren sich direkt an den von den Teilnehmern mitgebrachten Problemfällen der eigenen Installation / Anwendung (zum Beispiel IMS - Teamausbildung).

Die Wahl der Ausbildungsmethoden, wie sie oben beschrieben wurden, hängt von der Frage ab, wie das Optimum an geplanter Effektivität, Effizienz und Vielseitigkeit des Berufstätigen für eine bestimmte zukünftige Tätigkeit mit einem Minimum an Zeitaufwand erreicht werden kann.

Lernen heißt Verhalten verändern, das heißt durch neue Einsichten erworbenes Wissen und Können zu Überprüfen, um neue Einstellungen zu gewinnen.

Für die Wahl der wirkungsvollsten Ausbildungsmethode bedeutet das: Je komplexer das zu vermittelnde Wissen, desto vielgestaltiger müssen die angewandten Methoden sein.

Es gibt daher nicht die wirkungsvollste (beste?) Methode, sondern es gilt aufgrund einer exakten Adressatenanalyse unter Beachtung der zu bearbeitenden Lehrinhalte, eine methodische (oder eine Kombination von Methoden) Auswahl zu treffen.