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23.05.1997 - 

Beim Enterprise Computing auf dem Weg an die Spitze

Schwaches Quartal läßt HP-Kurs absacken

Nur um mäßige fünf Prozent von 9,9 auf 10,3 Milliarden Dollar legte der Umsatz von HP im jüngst beendeten zweiten Quartal gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode zu. Und wären nicht die internationalen Geschäfte mit einem Umsatzanstieg von sieben Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar einigermaßen passabel gelaufen, hätte HP ein noch geringeres Umsatzwachstum ausweisen müssen. Bei den US-Einnahmen verzeichneten die Kalifornier nämlich gerade mal einen Anstieg von einem Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar.

Noch dürftiger fiel der Auftragseingang im zweiten Quartal aus. Er lag mit 10,3 Milliarden Dollar nur drei Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Auch hier verhinderte das außeramerikanische Business Schlimmeres. Während der US-Ordereingang um zwei Prozent zurückging, verbesserte sich die internationale Auftragslage um sieben Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Zugute kam HP dabei eine gestiegene Nachfrage in der Region Asien/Pazifik, Kanada und Lateinamerika um 19 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Europa stagnierte bei 3,3 Milliarden Dollar.

Ebenfalls bescheiden, wenngleich etwas besser, liest sich das Plus von acht Prozent beim Reingewinn. Nach 723 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahresquartal verdiente HP jetzt 784 Millionen Dollar. Unternehmenslenker Lewis Platt zeigte sich denn auch mit dem Quartalsergebnis wenig zufrieden. "Wir konnten zwar trotz des anhaltend zähen Ordereingangs gute Profitmargen erzielen. Dennoch sind wir von Auftragslage und Umsatzzuwachs enttäuscht", erklärte er.

Nur Servicegeschäft verlief zufriedenstellend

Von HPs Gesamtumsatz im zweiten Quartal entfielen 8,5 Milliarden Dollar auf das Computer-Business. Damit verbesserte es sich um fünf Prozent gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Auftragseingang stagnierte nahezu bei ebenfalls 8,5 Milliarden. Keiner der einzelnen Geschäftsbereiche brachte ein herausragendes Ergebnisse zustande. So herrschte laut HP zwar eine starke Nachfrage nach den NT-Workstations, der Umsatz wuchs aber nur mäßig. Bei den Unix-Workstations waren Auftragseingang und Einnahmen sogar rückläufig. Der Stückzahlenabsatz der Vectra-PCs, so die Kalifornier weiter, sei zwar deutlich gestiegen, der Umsatz indes schwach gewesen.

Im Server-Bereich habe man nur beim NetServer PC einen guten Auftrags- und Umsatzzuwachs vorzuweisen. Selbst in ihrer Paradedisziplin, dem Druckergeschäft, verzeichneten die Kalifornier durchweg nur moderate Verbesserungen. Wenigstens die Dienstleistungsaktivitäten aber seien in allen Regionen gut gelaufen.

Dennoch bescheinigt David Moschella, Senior Vice-President of Research bei der Computerworld Inc., dem Computerriesen weitere Fortschritte hin zu einem der Player schlechthin im Enterprise Computing. Ehemals eher Nischenmarktführer, wie bei Taschenrechnern oder Druckern, habe HP gerade in der jüngsten Vergangenheit hart daran gearbeitet, zum führenden Anbieter unternehmensweiter Lösungen zu werden. Davon zeuge nicht nur die unlängst angekündigte Übernahme des E-Commerce-Spezialisten Verifone, sondern auch die früher dieses Jahres eingegangene Allianz mit Cisco und das 1996 geschlossene Entwicklungsabkommen mit Intel in Sachen Merced, dem 64-Bit-Prozessor.

Für den US-Marktforscher ist der Computerproduzent aus Palo Alto seit dem Absturz von Digital der einzig ernstzunehmende Multiplattform-Rivale der IBM in den USA. Anders als die Armonker aber habe HP kaum eigene Software-Ambitionen. Während IBM alle Karten auf OS/2, DB2 und Lotus setze, stütze sich HP überwiegend auf Microsoft, Unix und eine breite Masse unabhängiger Software-Anbieter.