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15.12.1989 - 

Wang rüstet Drei-Kronen-Vertretungen mit Hard- und Software aus

Schweden steuert Diplomatie über weltweites X.25-Netzwerk

STOCKHOLM (pg) - Das schwedische Außenministerium läßt derzeit ein weltweites Netz installieren. Nutznießer ist Wang Schweden, das 1986 mit dem Mammutprojekt beauftragt wurde. Bis Ende 1991 sollen 116 Botschaften und Konsulate in 84 Ländern mit dem Stockholmer Headquarter vernetzt sein.

Ob Wang Schweden die "Halbzeit" des Projekts zum Anlaß nahm, um ein Lebenszeichen von sich zu geben und das angekratzte Wang-Image etwas aufzupolieren, ist Spekulation. Tatsache dagegen ist, daß sich Wang 1986 in der Ausschreibung gegen eine Reihe Konkurrenten durchsetzte und letztlich die Nase knapp vor Prime, IBM und DEC hatte.

Bedingungen des Außenministeriums für die Vergabe war ein Hauptlieferant des System-Equipments, die weltweite Präsenz des Suppliers, die leichte Handhabung der Applikationen und Geräte sowie die Referenz einer bereits vorhandenen Installation. Den Ausschlag zu Gunsten von Wang gab laut Edward Bergh, DV-Leiter des schwedischen Außenministeriums, die Erfahrung in der Büroautomation mit dem System Wang Office, die weltweite Repräsentanz in 135 Ländern, Wang Schweden als einziger Lieferant von Equipment, die Benutzerfreundlichkeit von "Wang Office" sowie eine Empfehlung des amerikanischen Außenministeriums, das ebenfalls Wang einsetzt.

Unterdessen sind über 50 Botschaften mit Hard- und Software von Wang ausgerüstet worden und stehen über Direktleitungen mit dem Außenministerium in Kontakt. In Zukunft soll die Datenübertragung über X.25-Links sowohl in die schwedische Hauptstadt als auch zu anderen Botschaften durchgeführt werden Verbindungen dieser Art werden momentan in den schwedischen Vertretungen in den USA, Japan und Finnland getestet. Afrikanische oder asiatische Länder, die über kein Datex-P-Netz verfügen, sollen laut Bergh via Satelliten in das X.25-Netz integriert werden.

Das Netzwerk arbeitet auf der Basis der Kommunikationsarchitektur "Wang Systems Networking" (WSN), die dezentral strukturiert ist. Kontrollfunktionen sind auf alle Systeme und Knoten im Netz verteilt. Als Verbindungsknoten werden VS-Rechner von Wang eingesetzt. WSN ist in sechs Schichten eingeteilt, über die Transport-, Routing- und Application-Services gesteuert werden.

Die Transport Services auf dem untersten Layer regeln die fehlerfreie Kommunikation zwischen den Systemen. Die Routing Services werden ausschließlich auf den VS-Systemen implementiert und sind für das korrekte Routing der Daten zwischen den Knoten verantwortlich. Die Application Services des WSN sorgen schließlich dafür, daß die Applikationen überall im Netz angewandt werden können.

In den Botschaften oder Konsulaten installiert Wang Hardware, angefangen beim einfachen Terminal über PCs bis hin zum Mini. Bislang wurden, so Bergh, 60 Minicomputer geliefert, die vor allem in den personell stark besetzten Botschaften zum Einsatz kommen. Im Schnitt seien außerdem pro Institution drei PCs implementiert. In Sachen Software werden die Textmanagement-Facilities von Wangs Bürokommunikationssystem "Wang Office" realisiert, das unter anderem Electronic Mail und integriertes Telefax beinhaltet. E-Mail und Fax können von jedem Rechner aus verschickt werden.

Sicherheitselemente, die im diplomatischen Dienst von größter Bedeutung sind , werden von den Entwicklern des schwedischen Außenministeriums mit Hilfe des Professional Application Developement Environment (PACE) von Wang in das Netz eingebaut. Ebenso werden per Software die Zugriffsrechte auf Datenbanken weit geregelt.

Der proprietäre Lorbeer verwelkt

Als Wang Schweden eine Zwischenbilanz der weltweiten Vernetzung schwedischer Vertretungen mit dem Außenministerium zog, lebte die gute alte Proprietary-Zeit auf. Die ließ ehemals die Kassen klingeln und verstellte Herstellern wie Wang, Norsk Data, Data General oder Nixdorf den Blick in die Zukunft. Die Gegenwart sieht anders aus Allein mit Minis und proprietärer Software ist kein Lorbeer mehr zu ernten. Aufträge im Alleingang sind die Ausnahme, der Trend zu heterogenen Netzen und Unix die Regel.

Nun gilt es, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Neben Unix will sich das angeschlagene Unternehmen vor allem auf OSI-Standards und den Anwender konzentrieren. Besserer Support und Effizienz heißen die Schlagworte. Wang Office könnte eine derartige Frischzellenkur vertragen.