Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.02.1992 - 

Große Nachfrage bei den Instituten

Schweizer Bank installiert neue Branchen-SW unter Unix

ZÜRICH/KREFELD (CW) - Kleinere und mittlere Banken, die sich mit der Idee des Downsizing angefreundet haben, können auf ein umfassendes Softwarepaket mit einem integrierten relationalen Datenbanksystem zurückgreifen. Die Schweizer Hypobank in Winterthur hat als Pilotanwender die Unix-Software "Globus" auf Workstations von Hewlett-Packard (HP) in Betrieb genommen.

"Der Sprung vom alten zum neuen System war sehr groß", erläutert Markus Staub, Leiter Org./DV bei der Hypobank in Winterthur. Die Umstellung, vor allem aber die Übernahme von Daten, die zum Teil bei einem Service-Rechenzentrum abgelegt waren, sei alles andere als einfach gewesen und habe hohe Investitionen gefordert. Doch trotz erheblicher Anfangsschwierigkeiten ist Staub heute froh darüber, daß sein Unternehmen den riskanten Weg der kompletten Neuinstallation mit sämtlichen technischen und organisatorischen Folgen gegangen ist.

Das Schweizer Pilotprojekt ist für die europäische Finanzbranche von großem Interesse. "Auf die Hypobank-Installation haben viele gelauert", verrät Rolf Arets, Geschäftsführer der EBB Software GmbH in Krefeld. Sein Unternehmen vermerktet das modular aufgebaute Softwareprodukt in Deutschland, das von der Schweizer Muttergesellschaft COS AG in Baden auf den Markt gebracht wurde. Entwickelt hat das an SAP-Standardsoftware erinnernde Paket die Electronic Banking Systems Ltd., eine englische Tochtergesellschaft der COS AG.

Globus zählt laut Arets zu den wenigen Branchenpaketen, die alle relevanten Gebiete abdecken - vom Front-office- bis zum Back-office-Bereich. Enthalten sind unter anderem ein Management-Informationssystem sowie Module für den gesamten Zahlungsverkehr, für Portfolio-Management, Handel, Wertpapiere, Kontokorrent, Darlehen, Kreditwesen etc. Klassische Bereiche wie Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung sind ebenfalls berücksichtigt.

Gegenüber den verbreiteten Mainframe-Lösungen sieht der EBB-Geschäftsführer einen wesentlichen Vorteil in der einheitlichen Datenverwaltung: Als Kernbestandteil der Software werde nämlich das relationale Datenbanksystem "Universe" vom US-Anbieter V-Mark ausgeliefert. Da alle Mitarbeiter mit demselben Datenbestand arbeiteten, könne eine redundante Datenhaltung vermieden werden. Jedem Mitarbeiter stünden die aktuellen Daten zur Verfügung.

Die COS AG spricht mit ihrer insgesamt zwölf Sprachen unterstützenden Software einen ganz bestimmten Kundenkreis an: Privatbanken, ausländische Institute in Deutschland und Niederlassungen deutscher Banken im Ausland. Trotzdem zeigen sich auch andere Banken interessiert, zumal sich das Produktpaket auch in Zweigstellen großer Institute einsetzen läßt. Entsprechend deutlich ist die Aussage von Arets: "Wir haben nicht das Ziel, IBM-Großrechner aus den Unternehmen herauszudrücken."

"Mit der Software läßt sich nicht einfach ein Host-System auf einer Unix-Ebene widerspiegeln", meint auch Ulrich Weltzien, Vertriebs- und Marketingleiter im Bereich Financial Services bei HP. Ideal seien Unternehmen, die 150 bis 500 Arbeitsplätze mit

Informationen versorgen müßten. Eine größere Menge Anwender zu berücksichtigen sei auf den verfügbaren Unix-Rechnern aus technischen Gründen noch nicht möglich, auch wenn die Entwicklung in diese Richtung gehe.

Obwohl HP-Rechner bei der Hypobank in Winterthur als strategische Plattformen den Vorzug vor Unisys-Rechnern erhielten, will sich der Anbieter mit seiner Branchensoftware auf keinen Fall an einen Hardwarehersteller binden. "Die COS AG ist eigentlich eher IBM und DEC-orientiert", gesteht Arets, um jeden Verdacht auf eine allzu enge Partnerschaft mit HP zu zerstreuen. Globus sei ein völlig offenes System und laufe auf jedem Unix-Rechner. Auf der CeBIT'92 demonstriert das Unternehmen seine Lösung im Rahmen der Banken-Sonderschau allerdings doch gemeinsam mit Hewlett-Packard.