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24.07.1992 - 

Profil: Offenheit, Standards und Unix

Schweizer Börsen bauen auf Entwicklungsumgebung von Sun

MÜNCHEN/FRAMINGHAM (jm) - Auch bei den Meistern der diskreten und zuverlässigen Bankengeschäfte in der Schweiz setzen Börsianer jetzt auf die unwiderstehliche Macht der Offenheit: Ein Börsenkonsortium aus Basel, Genf und Zürich baut für die Entwicklung einer Plattform für ihre Finanzgeschäfte des 21. Jahrhunderts auf die Hardwareumgebung von Unixlieferant und Workstationhersteller Sun Microsystems.

Gemäß einem Vertrag zwischen der Sun Microsystems AG, Schweiz, und dem Börsenkonsortium Association Tripartite Bourses (ATB) soll für die Elektronische Börse Schweiz (EBS) eine Entwicklungsplattform auf Basis von Unix-Servern und -Workstations verwirklicht werden. Ziel ist, eine zentralisierte Handelsorganisation zu schaffen, die sich auf den elektronischen Handel mit Wertpapieren stützt.

Die noch in C zu entwickelnden Software-Anwendungen sollen unter anderem die dezentralisierte Auftragserfassung sowie eine zentralisierte Auftragsadministration und -ausführung abwickeln.

Entscheidend waren Offenheit und Solaris 2.0

Mit dem digitalisierten Handelssystem stehen angeschlossenen Mitgliedern wie Banken, Brokern und anderen Finanzfachleuten zudem online permanent aktuelle Marktdaten zur Verfügung, die jeweils in Echtzeit auf den neuesten Stand gebracht werden.

Das Konsortialtriumvirat wird das auf etwa 55 Millionen Dollar veranschlagte Projekt in Zusammenarbeit mit den Optionen- und Termingeschäftespezialisten der Swiss Options and Financial Futures Exchanges - einem ATB-Spinoff - bis Ende 1994 durchziehen.

Während die Entwicklungshardware - Sparcstations und in Multiprozessortechnologie ausgelegte Sparcserver - beschlossene Sache ist, scheint über die später an der Börsenfront zu installierende Rechnerbasis noch keine Entscheidung bei den bislang unabhängig voneinander arbeitenden Finanzzentren Genf, Zürich und Basel gefallen zu sein.

Bernard Fuchs, Sprecher der ATB, begründete die Wahl der Sun-Hardware als Entwicklungsplattform der zukünftigen Finanzsoftware mit praktischen Erfordernissen: Wegen der heterogenen installierten Hardwarebasis der diversen assoziierten Finanzinstitute müßten die Anwendungen vor allem portabel sein und zudem über Schnittstellen die Durchgängigkeit zu Fremdsystemen garantieren können. Hier habe Sun mit Konformität zu offenen Systemstandards überzeugen können. Sehr hilfreich für die Entscheidung zugunsten von Sun sei auch deren Betriebssystem-Angebot, das Unix-Derivat Solaris 2.0, gewesen: Konform zu System V.4, könne es zudem auf Eigenschaften wie die Unterstützung von Multithreadingfunktionen und symmetrisches Multiprozessing verweisen. Auch die Anforderungen an Sicherheitscharakteristika für das Arbeiten im Netz sowie die Echtzeitverarbeitungsoptionen erfülle Solaris 2.0 zufriedenstellend.

Im Zuge der Entwicklung des digitalen Finanzhandelssystems verschmelzen die jetzt noch unabhängig und getrennt voneinander arbeitenden Plätze Genf, Zürich und Basel zu einem einzigen digitalen Börsenverbund, teilte Fuchs ferner mit. Zudem würden mit dem neuen System die bislang unterschiedlichen Arbeitsbereichen des Wertpapierhandels und des Termingeschäfts softwaremäßig zusammengeschlossen. Ungefähr 65 Schweizer Banken sollen in Zukunft Nutznießer des Unix-basierten Handelssystems sein.