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16.10.1987 - 

Der alte Traum von juristischen Datenbanken wird Realität

Schweizer Juristen vor der Qual der Wahl

ZÜRICH (CWS) - In naher Zukunft werden in der Schweiz gleich zwei juristische Datenbanken verfügbar sein: Die Online-Datenbank Swisslex und Lawbase, eine CD-ROM-Lösung.

Die beiden Anbieter unterscheiden sich nicht nur im technischen Lösungsweg, den sie für ihr Informationsangebot gewählt haben. Swisslex-Anbieter ist die Schweizerische Juristische Datenbank AG, zu deren Aktionärskreis Verleger juristischer Publikationen sowie der Anwaltsverband und der Juristenverein der Schweiz gehören. Lawbase hingegen ist ein Produkt der Firma Ibis, die zur CD-ROM-Produktion mit dem Bertelsmann Computer Beratungsdienst (BCD) zusammenarbeitet.

Das Swisslex-Angebot umfaßt laut Pressemeldung "Dokumente der Rechtssprechung des Bundes und der Kantone", die in einer zentralen Datenbank laufend aktualisiert werden sollen. Der Betatest mit 30 ausgewählten Benutzern wurde jüngst beendet, und 1988 soll der reguläre Betrieb ausgenommen werden. Lawbase hingegen beschränkt sich auf die Bundesgerichtsentscheide seit 1960, die auf einem einzigen CD-ROM angeboten werden, aber in drei Volumes genannte Bereiche unterteilt sind. Der erste ist bereits erhältlich und betrifft das Zivil- sowie das Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. Ein weiteres Volume mit den Entscheiden aus dem Staats- und Verwaltungsrecht soll im Dezember 1987 erscheinen und das dritte über Straf- und Sozialrecht im Februar 1988. Beide Lösungen arbeiten mit Volltext-Datenbanken. Bei der Recherche kann demzufolge sowohl in den Zusammenfassungen wie in den vollständigen Texten gesucht werden. Beide Anbieter betonen, die Befragung ihrer Datenbanken erfordere keine speziellen Computerkenntnisse.

Vergleichswörterbuch für drei Sprachen der Schweiz

Als besonderes Feature bietet Swisslex einen Thesaurus in allen drei Amtssprachen. Dieses dreisprachige Vergleichswörterbuch wurde in einem Forschungsprojekt des schweizerischen Nationalfonds entwickelt und umfaßt heute über 30 000 Begriffe der deutschen und französischen Sprache. Bis 1989 soll der Thesaurus zum umfangreichsten Fachwörterbuch der drei Amtssprachen ausgebaut werden.

Da Swisslex bis heute noch nie öffentlich gezeigt wurde - eine Präsentation ist Mitte November vorgesehen - , ist ein direkter Vergleich der beiden Produkte fast nicht möglich. Die Lawbase-Anbieter behaupten, die Bedienung ihres Systems sei komfortabler und die Darstellungsmöglichkeiten besser ausgebaut, als dies beim Online-Datenbankbetrieb möglich sei, bei der das Hostsystem mit dem Terminal oder dem PC des Benutzer zusammenarbeiten müsse.

Die Preise der beiden Angebote können ebenfalls kaum verglichen werden. Die drei Volumes von Lawbase werden zusammen mit einem CD-ROM-Laufwerk, aber ohne PC, zu einem Einführungspreis von 6360 Franken angeboten. Dies entspricht ungefähr dem Betrag, der für eine entsprechende Sammlung der Bundesgerichtsentscheide in Buchform ausgelegt werden muß. Happig sind jedoch die Preise der jährlichen Lawbase-Updates mit 2280 Franken - papierene Nachträge sind für 110 Franken zu haben. Die Lawbase-Vertriebsfirma Ibis begründet diesen Preis mit den hohen Kosten für das Erfassen der notwendigen Daten.

Die Swisslex-Datenbank bietet neben den Informationen über das Bundesrecht auch Entscheide kantonaler Gerichte an, geht also über den Umfang von Lawbase hinaus. Die Benutzergebühren sollen bei der öffentlichen Vorstellung im Dezember bekanntgegeben werden. Swisslex-Geschäftsführer Ivo Bacher erklärte die Gebühren würden sich im Rahmen von vergleichbaren internationalen Datenbanken halten und bei 100 bis 200 Franken pro Stunde im Dialogverkehr liegen.