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30.05.2003 - 

Betrugsverdacht erhärtet sich

Schwere Vorwürfe gegen Ericsson

MÜNCHEN (CW) - Gegen Ericsson wird wegen des Verdachts auf Steuerbetrug und Geldwäsche ermittelt. Nachdem die Stockholmer Behörden den Netzausrüster schon seit längerem im Visier hatten, wurden die Untersuchungen in der vergangenen Woche auch auf die Schweizer Geschäfte ausgeweitet.

Ericsson soll die Schweiz als Durchgangsstation für Schwarzgeld benutzt haben. Laut dem Vorwurf der schwedischen Ermittler seien verdeckte Zahlungen von mehreren hundert Millionen Euro geflossen. Am Mittwoch, den 21. Mai durchsuchte die Schweizer Polizei die Geschäfts- und Privaträume eines Rechtsanwalts in Zürich sowie eines Ericsson-Mitarbeiters in Schaffhausen. Zeitungsberichten zufolge konnte jede Menge Beweismaterial sichergestellt werden. Eingeleitet wurde diese Aktion aufgrund eines Rechtshilfeersuchens der schwedischen Zentralbehörde für Wirtschaftskriminalität.

Undurchsichtige Kontenbewegungen

Dort laufen offenbar seit geraumer Zeit Ermittlungen, da Ericsson gegen die Buchführungs- und Steuerpflicht verstoßen haben soll. Neue Nahrung erhielten die Spekulationen, nachdem die Schweizer Bank UBS im vergangenen Jahr undurchsichtige Kontenbewegungen festgestellt und dies an die Justiz gemeldet hatte. Wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, sollen auch über andere Finanzinstitute Gelder geflossen seien. Ericsson wird verdächtigt, 1998 und 1999 insgesamt 3,3 Milliarden schwedische Kronen (rund 360 Millionen Euro) über Mittelsmänner in die Schweiz überwiesen zu haben. Anschließend könnte das Geld dazu verwendet worden sein, um mittels Bestechung neue Aufträge zu erlangen, vermutet die Staatsanwaltschaft. Ein Teil sei an Beratungsfirmen in osteuropäischen Ländern gezahlt worden, wo Ericsson auch bedeutende Aufträge für den Aufbau von Mobilfunknetzen erhielt. Laut "Spiegel Online" führt die Spur außerdem in den Nahen Osten und nach Libyen. Ericsson konnte nach Darstellung der Behörden den Zweck der Zahlungen und den Verbleib des Gelds bislang nicht plausibel erklären.

Neben dem Vorwurf der Schmiergeldzahlung wird dem Netzausrüster unterstellt, durch fingierte Rechnungen überhöhte Ausgaben beziehungsweise niedrigere Gewinne ausgewiesen zu haben. Entsprechend weniger Steuern hatte der Konzern zahlen müssen. Bereits im Dezember 2001 hatte die schwedische Steuerbehörde entschieden, Ericssons Steuerrechnung für 1999 nachträglich um rund 120 Millionen Kronen zu erhöhen.

Ericsson selbst will von den neuen Vorwürfen nichts wissen. Auf Presseanfragen teilte das Unternehmen mit, die Durchsuchung sei ein normaler Teil der Ermittlungen. Der Konzern sei bislang nicht der Geldwäsche oder Korruption verdächtigt worden, hieß es. Die Aktionäre scheinen die Nachrichten nicht weiter zu beunruhigen. Der Aktienkurs blieb nach Veröffentlichung der Vorwürfe unverändert. (rs)