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27.04.2001 - 

Intel-Rivale patzt bei Athlon-Chipsatz

Schwerer Bug in VIA-Chipsatz zerstört Daten

MÜNCHEN (CW) - Böse Überraschungen können Anwender erleben, deren PCs mit den AMD-Prozessoren Athlon und Duron ausgestattet sind. Vor kurzem wurde in dem seit letztem Herbst vom Intel-Rivalen VIA produzierten Chipsatz ein Fehler entdeckt, der komplette Festplatten löschen kann. Aber auch manche Pentium-III-Systeme können betroffen sein.

David AMD ist mit seinem Athlon-Prozessor und dessen abgespeckten Bruder Duron weiterhin auf Erfolgskurs und nimmt Goliath Intel stetig Marktanteile ab. Doch der Erfolg wird derzeit etwas getrübt durch einen nicht unerheblichen Fehler im Chipsatz "KT-133A" des taiwanischen Herstellers VIA. Der Festplatten-Controller des Chipsatzes, der auf einer großen Zahl von aktuellen Athlon/Duron-Motherboards verbaut ist, kann beim Kopieren größerer Datenmengen zu Inkonsistenzen oder schwerem Datenverlust führen. Der Fehler liegt in der so genannten Southbridge "686B" des aus zwei Komponenten bestehenden Chipsatzes, die unter anderem den ATA100-Laufwerks-Controller beherbergt.

Zuerst entdeckt und verifiziert wurde der Fehler von der deutschen Website "Au-Ja!" (www.au-ja.de). Der Bug tritt auf, wenn große Dateien von verschiedenen Datenträgern zwischen den EIDE-Kanälen 1 und 2 transferiert werden - beispielsweise von einer zweiten Festplatte oder einem CD-Laufwerk auf Laufwerk C. Die Symptome können verschiedenster Art sein. Im harmlosesten Fall hat die Zieldatei eine Größe von Null Byte. Allerdings kann auch das Betriebssystem abstürzen, oder der Rechner bootet gar nicht mehr. Etliche Betroffene haben auch berichtet, dass die komplette Festplatte gelöscht wurde, weil beispielsweise die Dateizuordnungstabelle zerstört wurde.

Nicht gerade mit Ruhm haben sich VIA und die betroffenen Mainboardhersteller bekleckert, was das Problem-Management betrifft. Die Unternehmen haben erst reagiert, nachdem das von Anwendern verifizierte Problem auf unzähligen Websites publiziert wurde. Verharmlosend etwa hat VIA in seiner Presseerklärung von potentiellen Problemen mit der 686B-Southbridge gesprochen. Als Ursache wird ein Fehler im Bios genannt. Immerhin hat sich VIA umgehend mit den Mainboard-Herstellern in Verbindung gesetzt, um eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Als erster Anbieter hat nun Epox ein Bios-Update angekündigt.

Anders als VIA macht Epox deutlich, dass nicht das Bios das Problem ist, sondern dass mit einem Bios-Update das Problem des Chips umgangen werden kann. Auch Abit hat bereits einen Patch bereitgestellt. Auch ohne den Patch haben Anwender die Möglichkeit, ihr System gegen Datenverlust zu schützen. Im Bios müssen dazu die Optionen "PCI Delay Transaction" und "PCI Master Read Caching" abgeschaltet werden. Die "PCI Latency" sollte außerdem auf einen Wert zwischen Null und 32 eingestellt werden. Übrigens können neben den AMD-basierten Systemen auch Pentium-III-PCs betroffen sein. VIA liefert nämlich auch Chipsätze für Intel-CPUs, und diese können ebenfalls den 686B-Southbridge-Chip enthalten.

Zögerliche Hersteller-ReaktionenÜber den Datentransfer-Bug hinaus kämpft VIA derzeit aber offenbar noch mit anderen Problemen. So wird in Web-Foren von unzähligen Problemen mit den Chipsatz-Treibern für die Windows-Systeme berichtet. Es handelt sich dabei um Treiber, die unter anderem für die Steuerung von USB, AGP und den EIDE-Controller zuständig sind. Abgesehen von den Chipsatz-spezifischen Fehlern scheinen auch einige Mainboard-Hersteller geschlampt zu haben. So sind einige Boards im Umlauf, die große Inkompatibilitäten mit verschiedenen Komponenten aufweisen.

Der Chipsatz-Bug könnte zumindest fürs Image einen bleibenden Schaden für das AMD-Lager hinterlassen, denn VIA ist derzeit der wichtigste Partner für die Prozessorschmiede. Zwar produziert auch AMD Chipsätze für Athlon und Duron, doch der große Durchbruch gelang mit Hilfe der in hohen Stückzahlen produzierten taiwanischen Chipsätze. Vor allem für qualitätsbewusste Anwender stellt sich die Frage, ob die Intel-Rivalen ihre Produkte auf Kosten der Qualität zu schnell auf den Markt werfen. Auch Intel hatte in der Vergangenheit mit gelegentlichen Problemen zu kämpfen. Die Chipsätze und Mainboards des Marktführers sind in der Branche aber für ihre hohe Zuverlässigkeit bekannt.

Spot(t)light: Plug & Play im Jahr 2001Seit es den von IBM erfundenen PC gibt, wurde die Plattform wegen ihrer Erweiterbarkeit gelobt und gleichzeitig wegen der damit verbundenen Konfigurationsprobleme verteufelt. Anfang der neunziger Jahre haben die Hardwarehersteller unter dem Schlagwort "Plug & Play" versucht, Standards für die narrensichere Konfiguration von PCs zu etablieren. Die PCI-Schnittstelle war bereits ein Fortschritt. Und mit der relativ neuen USB-Schnittstelle hat man tatsächlich einen weitgehend selbstkonfigurierenden Anschluss für Zusatzgeräte geschaffen. Auch Microsoft hat auf Betriebssystemseite mit der automatischen Hardwareerkennung viel für geplagte PC-Nutzer getan. Doch die Praxis zeigt, dass auch im Jahr 2001 die Zahl der Hürden und Fallstricke in der PC-Architektur noch immens ist. Ein kleines Fallbeispiel, das wir im Zusammenhang mit dem VIA-Chipsatz-Bug auf der Website Au-ja.de gefunden haben, belegt die nach wie vor desolate Situation beim Aufbau mancher PC-Systeme:

"Einige Benutzer installieren unter Windows 2000 die IDE-Treiber auf dem 4in1-Paket nicht mit und verwenden nur den ATA100-Hotfix von Microsoft. Beides ist möglich.

IDE-ZIP Laufwerke scheinen Probleme mit VIAs Treibern und der "686B"-Southbridge zu haben - das "4in1 4.29v(a)"-Treiberpaket verursacht mit seinen IDE-Treibern einige Probleme. Ein Iomega-100MB-ZIP und ein neues NEC-100MB-ZIP wollten partout nicht laufen, während ein 250MB-ZIP-Laufwerk von Iomega keine Probleme machte.

Die 100-MB-Laufwerke funktionierten nur in Verbindung mit dem VIA Busmaster-Treiber 3.011! Wer auf sein ZIP nicht verzichten kann, muss wohl auf diesen Treiber setzen. Dazu sollte man das 4in1 4.29v(a)-Paket von VIA ohne IDE-Treiber installieren und danach den VIA Busmaster 3.011 aufspielen."