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13.12.1991 - 

Probleme mit Speichersystemen

Schwierigkeiten bei Amdahl mit 6380K-Plattenlaufwerken

SUNNYVALE/MÜNCHEN (CW) - Die Amdahl Corp. hat Benutzer ihrer 6380K-Plattenspeicher-Laufwerke in einem Brief vor möglichen Problemen gewarnt: Bei Einheiten, die zwischen Juni und September 1991 produziert wurden, sei eine nach Amdahl-Richtlinien nicht tolerierbar hohe Fehlerquote aufgetreten.

Den der COMPUTERWOCHE Vorliegenden Informationen zufolge werden die Störungen durch einen neuen Filter in den Laufwerkgehäusen verursacht. Dieser Filter reinigt die Luft im abgeschlossenen Laufwerkinnern und soll so verhindern, daß sich Partikel auf den Schreib-Lese-Köpfen sammeln können.

Amdahl-Sprecher Bill Stewart konzertierte, daß man von Juni bis September neue Filter in den Plattenspeichern benutzt habe. Die von Amdahl-Entwicklern entworfenen Laufwerke wurden in einem Werk der Fujitsu Computer Products of America Inc. in Hillsboro, Oregon, produziert.

Stewart gab allerdings auch zu verstehen, daß nur ein geringer Teil der 6380K-Anwender von den technischen Störungen betroffen sei. Außerdem verwende man nach den schlechten Erfahrungen nun wieder. die ursprünglichen Filter. Er rechnete allerdings mit immerhin etwa 1000 Kunden, bei denen Nachbesserungen in den Platteneinheiten vorgenommen werden müssen. Da jede, Einheit über vier HDAs (Head Disk Assemblies) verfügt, seien insgesamt 4000 HDAs betroffen.

Die störanfälligen Filter wiesen eine Ausfallrate von zwei bis drei Prozent auf. Bei einer vom PCMer selbst gesetzten maximalen Fehlertoleranz von 0,5 Prozent wurde die nun aufgetretene Störanfälligkeit von Amdahl-Ingenieuren als intolerabel bezeichnet.

Der britische Informationsdienst "Computergram" zitiert Amdahl mit der Aussage, europäische 6380K-Kunden seien von den Filterproblemen nicht betroffen.

Industrieanalysten rechneten es der kalifornischen Firma positiv an, daß sie sofort nach Auftreten erster Anzeichen für Probleme alle 6380K-Anwender in einem Brief hiervon unterrichteten.

In Deutschland scheint es ein ähnliches Vorgehen gegeben zu haben. Ein Benutzer der Amdahl-Peripheriespeicher äußerte in einem -Telefonat mit der COMPUTERWOCHE zwar seine Besorgnis über auch von ihm möglicherweise zu gewärtigende Probleme. Zumindest er scheint von der deutschen Tochter nicht über die Hintergründe der technischen Malaise aufgeklärt worden zu sein.

"Das ist jedoch Schnee von gestern"

Gegenüber der CW bestätigte ein Unternehmens-Sprecher der Amdahl Deutschland GmbH in München, daß man anhand der Seriennummer der Plattenspeicher die möglicherweise problembehafteten Laufwerke habe dingfest machen können. "Wir haben vom Typ 6380K in Deutschland etwa 20 Laufwerke installiert, und bis Ende November alle notwendigen Anstrengungen unternommen, um das Problem auszuschalten - die ganze Angelegenheit ist also Schnee von gestern." Amdahl ist nicht der einzige Hersteller von hochleistungsfähigen Plattenspeichereinheiten, der mit Technologieschwierigkeiten zu kämpfen hat: Die IBM selbst mußte die Ankündigung ihrer 3390-Platten-Laufwerke im Juli 1989 weg technischer Unzulänglichkeiten kurzfristig abblasen. Allerdings vertreibt Big Blue diesen State-of-the-Art-Massenspeicher mittlerweile seit 1990.

Auch Amdahl-Konkurrent Hitachi Data Systems Corp. liefert die IBM-3390-kompatiblen Speichereinheit 7390 seit Oktober 1990 aus.

Amdahl hingegen mußte das Auslieferungsdatum sein 6380K-Nachfolger - der 639 Einheiten - auf das zwei Quartal 1992 verschieben. Ursprünglich sollten die Laufwerke schon im dritten Quartal 1991 lieferbar sein. Schuld der Verzögerung seien nach Mitteilung von Amdahls CEO John C. Lewis Microcode-Probleme in dem von Amdahl entwickelten 6100-Controller.