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Abschied von Tandems Servernet-Erbe


14.07.2000 - 

SCO-Cluster auch für Ethernet-Verbindungen

MÜNCHEN (CW) - SCO hat die neue Version der Cluster-Software "Unixware 7 Nonstop Clusters Release 7.1.1 + IP" vorgestellt, mit der der Aufbau von PC-Clustern nun auch mit gängigen Ethernet-Verbindungen möglich sein soll.

Die Unixware Nonstop Clusters (NSC) von SCO benötigten bisher eine Kopplung durch spezielle "Servernet"-Verbindungen, die den I/O-Verkehr regelten, um die CPUs zu entlasten. Die Technik stammt ursprünglich von dem in Compaq aufgegangenen Hersteller Tandem. Sie erlaubte die Kopplung von zwölf, notfalls auch mehr Intel-Servern. Ein empfindlicher Kritikpunkt war der Preis: Kunden mussten dafür rund 20 Prozent der Cluster-Kosten einplanen.

Mit der neuen Version, die ab Mitte Juli verfügbar sein soll, sollen sich die PC-Server über herkömmliche Ethernet- und Gigabit-Ethernet-Leitungen verbinden lassen. Statt der proprietären Hard- und Software von Compaq/Tandem kommt IP-Netzsoftware zum Einsatz. Sowohl Servernet als auch IP lassen den Cluster-Verbund als einen einzigen Computer erscheinen (Single System Image). Als Zielgruppe sollen nun auch kleinere und mittlere Unternehmen angesprochen werden.

Allerdings geht die Softwarelösung zu Lasten der Durchsatzleistung, schreibt der Branchendienst "Computergram". Beim Einsatz von IP und Gigabit-Ethernet-Verbindungen erreiche man zwar nahezu den I/O-Durchsatz der Servernet-Lösung. Nutzen Anwender normale 100-Mbit-Ethernet-Leitungen, dann sei die Durchsatzleistung aber viel geringer. SCO positioniert die Lösung deshalb für kleinere und mittlere Unternehmen.

Der Hersteller bietet in den USA ein NSC-Bündel mit Unixware und NSC-Software für zwei Knoten als Basispaket zum Preis von knapp 7800 Dollar an. Zum Vergleich: Microsoft verlangt für seine nicht erweiterbare Cluster-Lösung 9500 Dollar. Als eines der ersten Produkte wurde die Datenbank "Oracle 8i" für die SCO-Lösung auf "Proliant"-Rechnern von Compaq zertifiziert.