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31.03.2000 - 

Aufteilung in Server-Business, Professional Services und Tarantella

SCO hat Schwierigkeiten im Kerngeschäft mit Unix

31.03.2000
MÜNCHEN (CW) - Umsatz und Gewinn des Unix-Spezialisten Santa Cruz Operation (SCO) werden im zweiten Quartal, aber auch im gesamten Geschäftsjahr weit niedriger ausfallen, als ursprünglich erwartet. Diese Ankündigung verband das Unternehmen mit einer tiefgreifenden Umstrukturierung.

SCO organisiert sich künftig in drei Divisions mit eigener Umsatz- und Gewinnverantwortung. Der Bereich Professional Services ist für die Entwicklung, Einrichtung und Wartung von Server-zentrischen Lösungen bei Kunden verantwortlich. Die Server-Division soll sich um das traditionelle Unix-Geschäft kümmern. Schließlich wird noch ein eigener Geschäftsbereich für die als Hoffnungsträger geltende Thin-Client-Software "Tarantella" geschaffen.

"Wir haben nichts mehr zu verstecken und stehen völlig nackt vor unseren Aktionären", warb Firmenchef Douglas Michels für die neue Organisation. Tatsächlich wurde sie von den Finanzanalysten begrüßt, weil durch sie sichtbar würde, welche Bereiche tatsächlich lukrativ sind. Nach dem ersten Schrecken, der die SCO-Kurse von 13 auf unter sieben Dollar drückte, stieg daher der Kurs rasch wieder auf etwa elf Dollar. Als Grund für dieses Vertrauen nannten Analysten die Erwartungen in den Geschäftserfolg von Tarantella.

Tarantella als HoffnungsträgerMike Orr, bislang Senior Vice President Marketing und jetzt President der Tarantella-Division, hat der Wallstreet auch schon werbekräftig signalisiert, dass man sich als Internet-Startup verstehe und daher vor allem in die Eroberung von Marktanteilen investieren wolle. Allerdings hat Orr dabei noch viel Terrain gegenüber dem Hauptkonkurrenten Citrix gutzumachen. Dieser erwirtschaftete mit seinen Produkten "Winframe" und "Metaframe" rund 400 Millionen Dollar Umsatz, während Tarantella nur mit zwei bis drei Millionen Dollar zu Buche schlägt. Beide Produkte dienen dazu, Server-Anwendungen auf schlanken Clients verfügbar zu machen.

Die Probleme von SCO scheinen eher in traditionellen Geschäftsbereichen zu stecken. "Ich bin enttäuscht, dass sich der Markt für unsere Unix-Server nach der Datumsumstellung nicht wie erwartet erholt hat", begründet Michels die Verlustwarnung. Daher werde man in diesem Geschäftsjahr, das am 30. September 2000 endet, deutlich weniger Umsatz erwirtschaften als die angekündigten 250 Millionen Dollar.

Ein eigenartiges Licht auf die Entwicklung bei SCO wirft allerdings, dass Top-Manager wie Michels, Chairman Alok Mohan, Finanzchefin Jenny Twaddle und Marketing-Chef Ray Anderson seit Ende vergangenen Jahres für knapp zehn Millionen Dollar ihre Firmenanteile versilbert haben.