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26.07.1996 - 

SMB-Unterstützung und Internet-Partnerschaften

SCO kämpft um den Intel-Server-Markt

Im Rahmen dieser "Windows- friendly"-Strategie stellte der kalifornische Anbieter nun ein Server-Message-Block-(SMB-)Modul vor, das die Anbindung von Windows-PCs an Unix-Rechner vereinfacht. Die Kooperation mit mehreren Internet-Companies soll zudem das Intel-Unix als Intranet-Server attraktiver machen.

Die SMB-Implementierung von SCO, "Vision FS", hat nach Angaben des Herstellers vor allem den Vorteil, daß auf seiten der PCs keine zusätzliche Client-Software nötig ist. Es reicht jene aus, die in Windows für Workgroups, Windows 95 und Windows NT für SMB-Server wie Windows NT oder IBMs OS/2 Warp Server eingebaut ist.

Damit weicht SCO vom üblichen Verfahren ab, für den transparenten Zugriff von PCs auf Unix-Server das Network File System (NFS) zu verwenden. Für dieses muß nämlich auf jedem Windows-Rechner ein NFS-Client eingerichtet werden.

Mit Vision FS realisierte SCO das SMB-Protokoll sowohl für die beiden eigenen Unix-Varianten als auch für HP-UX und "Sparc Solaris".

Gegenüber der herstellerunabhängigen und kostenlosen SMB- Implementierung "Samba", die im Quellcode verfügbar ist und für fast alle Unix-Derivate übersetzt werden kann, bietet Vision FS komfortable, grafische Verwaltungswerkzeuge. Außerdem unterstützt es bereits die erweiterte Fassung von SMB, die Microsoft unter der Marketing-Bezeichnung "Common Internet File System" als Internet- Standard vorgeschlagen hat.

Die Entscheidung von SCO, SMB neu zu implementieren, hat nicht nur technische Gründe. Wenn es bloß um die Vermeidung zusätzlicher Client-Software auf den PCs gegangen wäre, dann hätte sich auch Novells Netware Core Protocol (NCP) angeboten: Schließlich gehört auch ein Netware-Client zum Lieferumfang von Windows 95 und NT, außerdem dominieren die Netzwerker aus Utah den File- und Print- Server-Markt. SCO scheint jedoch mehr an den Erfolg der Netzwerkstrategie von Microsoft zu glauben als an jene von Novell. Diese Windows-only-Ausrichtung betreibt der Unix-Anbieter auch auf der Client-Seite: Obwohl OS/2 Warp Connect als SMB-Client ebenfalls transparent auf Unix-Rechner zugreifen kann, auf denen Vision FS läuft, wird offiziell doch nur Windows unterstützt.

Während SCO sein Unixware und den Open Server, durch Windows- Mimikry als File- und Print-Server durchsetzen will, sollen Kooperationsabkommen dem System als Applikations-Server in firmeninternen Webs zum Erfolg verhelfen. Das wichtigste davon betrifft Netscape Communications. Die Internet-Company will sämtliche Server-Produkte auf SCOs Unix portieren. Diese Zusammenarbeit ist auch für Net- scape von strategischem Interesse, da auf der Intel-Plattform bisher nur Windows NT vom Erzrivalen Microsoft zur Verfügung steht. In dieser Not portierte der Internet-Spezialist nach Aussage von Daniel Trillaud von der Pariser Niederlassung bereits seine Produkte auf das Freeware- System Linux. Diese werden aber mit Rücksicht auf SCO wohl nicht offiziell vertrieben - der neue Partner reagiert nämlich besonders sensibel auf die Linux-Herausforderung.

Außerdem gab die IBM bekannt, daß sie demnächst die Datenbank DB2 für den Open Server herausbringen werde. Strategische Abkommen schloß SCO zudem mit Javasoft, Cybercash Inc., Trend Micro Inc. und der Verity Inc.