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13.08.2004 - 

"Forum"-Konferenz mit 350 Gästen in Las Vegas: Hersteller kämpft gegen Prozesshansels-Image

SCO präsentiert sich als Unix-Innovator

Vor 350 Gästen im MGM Grand Hotel in Las Vegas zeigte sich Firmenchef Darl McBride verärgert: "Es nervt mich, wenn man sagt, SCO sei nur eine Firma, die von Gerichtsprozessen lebt." SCO ruhe sich nicht auf alten Lorbeeren aus, sondern entwickle Unix weiter. So präsentierte das Unternehmen auf dem Forum die neue Version 7.1.4 von Unixware, das nun als Basis für Java-Applikationen und Web-Services fungieren kann.

Für das erste Quartal 2005 kündigte SCO "Legend" an. Dies ist der Codename für das nächste Release der Unix-Variante Open Server. Legend soll einen vereinten Entwicklungspfad für dieses Derivat und Unixware eröffnen. Gleichzeitig soll es sowohl die klassische 32-Bit-x86-Architektur unterstützen als auch die 64-Bit-Erweiterungen von Intel und AMD.

Ein wesentliches Element auf diesem Weg ist die in Las Vegas angekündigte Einrichtung von "SCO Marketplace". Dies soll ein Internet-basierender Marktplatz sein, auf dem sich Entwickler für die bezahlte Programmierung von Projekten bewerben können. Als "Weg vom development-for-free zum development-for-fee" propagiert McBride diesen Versuch, das Open-Source-Modell zu widerlegen. "In der Zukunft werden Softwareentwickler mehr dadurch motiviert, für ihre Arbeit bezahlt zu werden, als dadurch, ohne Bezahlung zu etwas beizutragen."

Zu den weiteren Neuerungen gehört "SCOoffice Server 4.1", eine E-Mail- und Groupware-Anwendungen für kleine bis mittelgroße Firmen. Mit "Smallfoot" präsentiert das Unternehmen erstmals ein Toolkit zur Entwicklung von schlanken Unix-Kernen für Embedded Systems. Auf Version 2.6 hob der Anbieter "Vintela Authentication from SCO", ein auf dem Verschlüsselungssystem "Kerberos" basierendes Angebot zum Management einheitlicher Anwender-IDs in heterogenen Unix- und Windows-Umgebungen.

Aus seiner Unix-Entwicklung leitet SCO, das in diesem Jahr 25 Jahre alt wird, einen Anspruch auf einen geschichtsträchtigen Namen ab: Unix System Laboratories (USL). Einen Antrag auf Zulassung dieses Warenzeichens und Namens hat das Unternehmen beim US Patent and Trademark Office gestellt. Doch die Open Group, Eigentümerin des Warenzeichens Unix, hat bereits Einspruch eingelegt. Sie betrachtet die angestrebte Namensgebung als Verletzung von Lizenzabkommen zwischen sich und SCO. Die Organisation hat wiederholt dem Anspruch von SCO, Eigner von Unix zu sein, widersprochen und juristische Schritte angedroht.

Trotz der immer größeren Schwierigkeiten von SCO, seine Unix-Ansprüche durchzusetzen, will McBride die Prozesse gegen IBM, Novell und Red Hat fortführen: "Wir werden auch nach 15 Runden noch im Ring stehen." Allerdings scheint SCO nach der Niederlage gegen Daimler-Chrysler vorerst keine weiteren Linux-Anwender mehr vor den Kadi zerren zu wollen. "Wir sehen dafür keine Notwendigkeit", erklärte McBride. (ls)