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21.11.2003 - 

Auch Linus Torvalds und Richard Stallman sollen unter Eid aussagen

SCO und IBM benennen Zeugen im Linux-Prozess

MÜNCHEN (CW) - SCO hat für die Gerichtsverhandlung im Verfahren gegen IBM Linus Torvalds, Richard Stallman und einige Open-Source-Firmen zur eidesstattlichen Vernehmung vorgeladen. Big Blue bittet Analysten und SCO-Investoren in den Zeugenstand.

Nachdem SCO die IBM beschuldigt, urheberrechtlich geschützten Linux-Code an die Open-Source-Community weitergegeben zu haben, ziehen nun beide Seiten alle juristisch möglichen Register. Big Blue möchte in der ersten Gerichtsrunde offensichtlich die Hintergründe einiger Kaufempfehlungen und Investitionsratschläge zugunsten von SCO durchleuchten. Zu diesem Zweck lud das Unternehmen Baystar Capital, Renaissance Ventures und die Yankee-Group-Analystin Maura DiDio in den Zeugenstand. Baystar investierte kürzlich 50 Millionen Dollar in SCO, die Deutsche Bank hatte eine Kaufempfehlung für die Unix-Company ausgesprochen. Die Analystin hatte nach einem Codevergleich erklärt, SCO habe möglicherweise gute Chancen, zu belegen, dass sich in Linux Unix-Programmierzeilen fänden.

SCO bat unterdessen den Linux-Erfinder Linus Torvalds und Richard Stallman, Initiator der Kernel-Umgebung Gnu sowie der General Public License (GPL), zur Vernehmung unter Eid. Außerdem sollen erscheinen: Chief Executive Officer Stuart Cohen vom Open Source Development Lab, wo Torvalds angestellt ist, John Horsley, Vice President des einstigen Torvalds-Arbeitgebers Transmeta, der neue Suse-Eigner Novell sowie die Firma Digeo, ein Hersteller von Linux-basierenden Settop-Boxen.

Die Vorladungsliste von SCO hat bei Prozessbeobachtern Kopfschütteln ausgelöst. Nur die Vernehmung von Torvalds sei plausibel im Sinne einer Klage, die zu beweisen versucht, Unix-Code sei von IBM in Linux übernommen worden, erklärte Bill Claybrook, Forschungsdirektor bei der Aberdeen Group: "Wenn ich der Richter wäre, würde ich die Anwälte aus dem Saal werfen, weil die Liste Unsinn ist." IDC-Analyst Dan Kusnetzky meint: "SCO veranstaltet nur einen Medien-Event."

Wann die Zeugen aussagen müssen, steht noch nicht fest. Zunächst kommt es am 5. Dezember zu einer ersten Anhörung vor einem Bezirksgericht in Utah zu den gegenseitigen Klagen von SCO und IBM. Dabei geht es erst einmal nur darum zu klären, ob die Parteien der jeweiligen Gegenseite hinreichende Dokumente zur Vorbereitung des Verfahrens ausgetauscht haben. IBM und SCO werfen sich vor, ihre Klagen nicht belegt zu haben. (ls)