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31.07.1998 - 

Verluste konterkarieren die Bemühungen

SCO versucht den Aufstieg in die Enterprise-Klasse

SCO ist im Markt für Workgroup-Server auf Intel-Plattformen zu Hause und wird dort seit Jahren so heftig von Microsofts Server-Betriebssystem bedrängt, daß kaum ein Analyst mehr auf die Zukunft des Unternehmens wetten wollte. Nun haben die 64-Bit-Technik und die Schwierigkeiten Microsofts, hier Anschluß zu finden, dem Unternehmen einen Vorsprung verschafft, der genutzt werden soll, um in der Branche zu beweisen, daß das hauseigene "Unixware" sich auch für den firmenweiten Einsatz eignet. Schon das im März freigegebene Unixware 7, so SCO, sei vom Speichermodell, den Compilern und dem Befehlssatz her auf Intels 64-Bit-Chip "IA 64" vorbereitet. Microsoft dagegen plant die Unterstützung dieser Architektur noch nicht einmal für die Version 5 von NT, die nach Ansicht etwa der Gartner Group wahrscheinlich wie der IA 64 erst im Jahr 2000 in einer marktfähigen Version freigegeben wird.

Angesichts dieser Situation ist es kein Wunder, daß SCO ein attraktiver Betriebssystem-Lieferant für Hardware-Anbieter ist, die ein Geschäft mit den IA-64-Rechnern nur machen können, wenn es dafür System- und Anwendungssoftware gibt. Zu den klassischen Unixware-Partnern wie Data General, ICL und Unisys sind daher Intel und Compaq mit DEC und Tandem hinzugekommen.

Die Zusammenarbeit mit dem Compaq-Konzern soll SCO helfen, den Ruf eines reinen PC-Spezialisten abzuschütteln. Vor allem zusammen mit Tandem entwickelt der Softwerker Cluster-Systeme für den unternehmensweiten Einsatz. Unixware unterstützt derzeit sechs Knoten mit jeweils bis zu zehn CPUs und wird von Compaq vor allem im Telecom-Markt verkauft. SCO plant für die kommenden Jahre eine Skalierbarkeit auf bis zu 100 Knoten mit jeweils 32 Prozessoren. Außerdem soll bis zur Jahrtausendwende die Verfügbarkeit auf 99,995 Prozent und die Speichergrenze auf 64 GB ausgeweitet werden. Dabei verwendet SCO ab August dieses Jahres ein "Single System Image" (SSI), mit dessen Hilfe Systemadministratoren mehrere Server verwalten können, als wäre es nur einer.

Ende des Jahres soll zudem eine Unixware-Variante fertiggestellt sein, die die "Numa-Aviion"-Server von Data General mit bis zu 16 CPUs unterstützt. Schon jetzt eigne sich Unixware für den Einsatz von betriebswirtschaftlichen Paketen mit bis zu 500 Usern.

Gute Zahlen, schlechte Zahlen

Aber auch im angestammten Bereich der Workgroup-Server tut sich einiges. So soll im August eine Business-Version von Unixware mit einer Web-Benutzer-Schnittstelle freigegeben werden. Auf diese Weise sollen sich Server-Anwendungen über Browser benutzen lassen. Trotz des NT-Booms scheint sich SCO in diesem Markt behaupten zu können. So stieg dort der Unix-Umsatz des Unternehmens 1997 mit 29 Prozent gegenüber dem Unix-Branchenschnitt von 15 Prozent überproportional. Nach den Zahlen des Marktforschungsunternehmens IDC konnte SCO mit 85,7 Prozent zusätzlich verkauften Unixware-Lizenzen sogar Windows NT überholen, dessen Absatz um 73,3 Prozent zugenommen hat. In absoluten Zahlen liegt das Unternehmen allerdings weit hinter den Verkäufen von NT (1,2 Millionen) zurück. Zudem ist das Hauptprodukt mit 232000 verkauften Lizenzen nach wie vor der "Open Server", während Unixware nur mit 65000 verkauften Kopien zu Buche schlägt.

Konterkariert werden die Bemühungen von Santa Cruz Operation jedoch durch anhaltend schlechte Geschäftsergebnisse. Das Unternehmen befindet sich seit 1995 in der Verlustzone und hat daher Probleme Vertrauen in die Zukunftsträchtigkeit seiner Produkte zu wecken.

Nach Gewinnen von 424000 Dollar im ersten und 3,2 Millionen Dollar im zweiten Quartal wurden nun die Anteilseigner vor einem unerwarteten Verlust gewarnt, der knapp 21 Millionen Dollar betragen wird. Schuld daran seien vor allem nicht verkaufte Produkte, die aus den Vertriebskanälen zurückgenommen werden mußten. Ohne diese Zusatzkosten hätte der Quartalsumsatz rund 46,5 Millionen Dollar betragen und einen Gewinn von zwei bis fünf Cent pro Aktie erbracht. Nun schätzt das Unternehmen den Umsatz auf 25 Millionen bis 29 Millionen Dollar. Als Konsequenz will SCO die Vertriebskanäle neu organisieren und das seit langem geplante elektronische Auslieferungssystem aktivieren.

Vielleicht liegt es an diesen Zahlen, daß die seit einiger Zeit laufenden Gespräche mit Compaq über Schnittstellen von Unixware zu dem 64-Bit-Unix "Bravo" noch nicht zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht werden konnten. Bravo wird von den neu in den Compaq-Konzern eingegliederten Bereichen Digital und Tandem für High-end-Systeme entwickelt, die als Server für Unixware-Rechner im mittleren Bereich dienen könnten.