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SCOUT-Bilanz: Mehr Mitglieder, größerer Vorstand, mehr DV-Berufe, unverminderte KritikKreatives BS-Gestrüpp bei Siemens

09.01.1981

BERLIN (je) - "Wir sind mit Siemens noch nicht recht zu Stuhle gekommen, daß die Münchner mal Farbe bekennen würden, was sie denn auf Dauer weiterentwickeln wollen. "Mit diesen Worten gesteht Jürgen Janck, Sprecher des "Siemens Computer User Teams" (SCOUT), daß die Verhandlungen mit Siemens über die von SCOUT geforderten Schnittstellengarantien für die Produkte der "Mainline" BS2000 auch im Jahre 1980 noch keine akzeptablen Ergebnisse erbracht haben.

SCOUT, eine Vereinigung von Großanwendern, sieht einen der möglichen Gründe darin, daß die ingenieurmäßige Erstellung von Software "mit den gleichen Leuten, deren ungezügelte Kreativität bisher hochgelobt wurde und der man freien Lauf ließ, auch bei Siemens offensichtlich noch in den Kinderschuhen steckt". Die Siemens-User empfinden es als schwachen Trost, daß es Anwendern anderer "potenter Hersteller" kaum anders geht.

Zwar ist SCOUT bereit zu konzedieren, daß die Zusammenarbeit mit Siemens in vielen Fällen aufgrund von SCOUT-Entwicklungsanträgen zu verbesserter Software geführt hat, auf dem Betriebssystem-Sektor aber, moniert Janck, habe man manchmal den Eindruck, als sei das Wort von der "Mainline" BS2000 eben nur ein Wort.

Denn statt der verheißenen Konzentration auf ein Betriebssystem seien bei Siemens inzwischen Aktivitäten an vier Fronten zu beobachten: So gebe es einen (nicht erkennbar differenzierten) Support für alle drei hauseigenen Systeme, daneben aber auch für die MVS-Umgebungen von IBM-Ablösemaschinen. Unruhe brächten zudem die Siemens-Niederlassungen ins Geschäft, wenn sie etwa zur Erlangung eines Auftrags Betriebssystem-Extratouren führen und schnell mal was Neues hinzuerfänden.

SCOUT selbst hat seine Arbeit im zurückliegenden Jahr stärker vom BS1000 zum BS2000 hin gewendet und gemeinsam mit der Vereinigung WASCO (Wissenschaftlich-technische Anwender von Siemens-Computern) für 7.8XX-Benutzer einen "Arbeitskreis BS3000" gegründet. Angesichts des verstärkten Einsatzes von BS2000 und von TP-Anwendungen, aber auch größer werdender Rechenzentren bei SCOUT-Mitgliedern sahen die Arbeitskreise sich im vergangenen Jahr veranlaßt, DV-Berufsprofile zu überdenken und zu ergänzen.

Die Ergebnisse wurden mit dem Hersteller diskutiert und initiierten detaillierte zusätzliche Angebote der Siemens-DV-Schule. So werden nun beispielsweise der "TP-Koordinator", der "lnstallations- und Hardware-Planer" und der "Datensicherheitsbeauftragte" ausgebildet.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der SCOUT-Mitglieder mit der Aufnahme der Münchner Alldata-Service GmbH auf 100. (Auf der anderen Seite verließ Alldata mit Wirkung zum Jahresende 1980 den Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU.) Die zunehmende Mitgliederzahl veranlaßte die Siemens-User, ihren Vorstand um einen auf nun fünf Köpfe zu erweitern. Die beiden neugewählten Vorstandsmitglieder sind Dr. Hartmut Niesing von der Datenzentrale Schleswig-Holstein in Kiel und Rolf Inderfurth von den WWK-Versicherungen in München. Aus dem Vorstand ausgeschieden ist Werner A. Graml von der FEG GmbH in München.