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04.07.2005

Scriptlogic entlastet Administratoren

Jürgen Wagner
Das Bezirkskrankenhaus Augsburg verwaltet mit dem Tool viele Windows-Benutzer, deren Anwendungen komplex und unterschiedlich konfiguriert sind.

Erinnert sich noch jemand an die gute alte Zeit, als man in der Autoexec.bat diverse Einstellungen und Programmstarts beim Booten des Computers gleich mitgestartet hat? Im Zeitalter der grafischen Oberflächen spielt diese Datei natürlich keine Rolle mehr. Jeder Benutzer stellt sich seine individuelle Umgebung im Laufe der Zeit selbst zusammen. Schwieriger wird es, wenn in einem PC-Netz eine einheitliche Konfiguration für Benutzer erwünscht ist, die gleichzeitig individuelle Eigenschaften für bestimmte Nutzer zulassen soll. Dies muss selbst dann noch zuverlässig funktionieren, wenn sich Benutzer an verschiedenen Rechnern einloggen dürfen. Und natürlich sollte der Administrator nicht gezwungen sein, diese Einstellungen von seinem Arbeitsplatz aus vorzunehmen.

Ein solches Szenario realisierte das Bezirkskrankenhaus Augsburg mit dem Tool "Scriptlogic" vom gleichnamigen Hersteller aus Boca Raton, Florida. Mit der leicht zu bedienenden Benutzeroberfläche lassen sich Systemparameter für ein Windows-Netz zentral für unterschiedliche Zielgruppen einstellen und verwalten (siehe Kasten "Einstelloptionen").

Der Administrator installiert das Werkzeug auf dem Domain-Controller. Meldet sich ein Benutzer an, spielt die Software den "Scriptlogic Client" auf dem Rechner auf und setzt die vom IT-Verwalter vorgegebenen Systemparameter.

Dadurch erhalten die PCs eine einheitliche Grundkonfiguration. Im Bezirkskrankenhaus Augsburg sieht diese so aus, dass ein gemeinsames Gruppenlaufwerk (Laufwerk G:) für die Benutzer eingerichtet, der Zugriff auf das Diskettenlaufwerk gesperrt und Einträge im Startmenü gesetzt werden.

Zudem setzt Scriptlogic Einstellungen abhängig von Bedingungen. Zum Beispiel weist das Tool allen Benutzern eine Grundkonfiguration von Outlook zu, die beim ersten Start der E-Mail- und Kalendersoftware übernommen wird. Eine manuelle Konfiguration von Outlook entfällt somit. Wer ins Internet darf, bekommt den Internet Explorer nebst Proxy-Einstellungen und Sicherheitsrichtlinien installiert.

Gehören Benutzer mehreren Gruppen beziehungsweise Organisationseinheiten an, weist ihnen Scriptlogic unterschiedliche Einstellungen zu. Außerdem verbindet das Tool jeden Client mit dem nächstgelegenen Netzwerkdrucker. Für einzelne Anwender richtet das Verwaltungswerkzeug zusätzlich einen speziellen Drucker ein, der nur ihnen zur Verfügung steht.

Die von Scriptlogic vorgenommenen Einträge im Startmenü sowie die Auswahl an Icons auf dem Desktop richten sich nach der Benutzergruppe. Auf diese Weise erscheinen Symbole immer auf der Oberfläche, selbst dann, wenn ein Anwender sie versehentlich löscht.

Der PC-Nutzer sieht seine Desktop-Umgebung, ganz gleich, an welcher Maschine er sich einloggt. Er findet immer einen Drucker in seiner Nähe und hat auch Zugang zu Spezialdruckern. Ferner hat er von überall via Outlook Zugriff auf sein Konto auf dem "Exchange Server".

Darüber hinaus installiert Scriptlogic Programme oder spielt Updates ein. Dies geschieht, wenn sich der Anwender anmeldet. Der Administrator erledigt dies von seinem Rechner aus und muss den Benutzern keine Anweisungen geben. Nur so ist es möglich, die PC-Nutzer mit einem minimalen Personalaufwand zentral zu betreuen. Es sind rund 500 Nutzer in neun Zweigstellen im Regierungsbezirk Schwaben. Zwei Administratoren kümmern sich um das Scriptlogic-System.

Ausgewählten Benutzern kann der Systemverwalter via Message-Boxen beim Login Nachrichten zukommen lassen. So erhalten zum Beispiel alle Benutzer bei der Anmeldung an einen Terminal-Server einen Hinweis, falls dieser neu gestartet wird. Die Benutzer erfahren auch, wenn eine neue Version einer Software installiert wird und welche zusätzlichen Funktionen sie bietet.

Vor oder nach den Systemeinstellungen können noch weitere Programme gestartet werden. Scriptlogic wird nach dem Login aktiv, danach übernimmt es die Systemkonfigurationen.

Beispielsweise blendet das Tool einen Text mit der Hotline-Nummer des IT-Supports am Desktop ein. Diese Programme werden dabei je nach Standort des Clients unterschiedlich ausgeführt, so dass immer die Hotline-Nummer des lokalen Administrators gezeigt werden kann.

Die grafische Benutzeroberfläche hat der Hersteller übersichtlich gestaltet. Am Client läuft zusammen mit dem Scriptlogic Client auch ein Kix-Dienst. Kix ist die Script-Sprache von Scriptlogic, der Dienst die zugehörige Ablaufumgebung.

Der Benutzer kann damit komplexe Skripte für Scriptlogic programmieren. Sämtliche Einstellungen können dabei auf Benutzergruppen, IP-Adressen, Client-Namen, Benutzernamen, Organisationseinheiten, Betriebssystem-Versionen, Clients oder Server oder beliebige Kombinationen davon bezogen werden. Dabei sind neben Oder- auch Und- sowie Nicht-Verknüpfungen möglich. So wird zum Beispiel für alle Benutzer der Aufruf des Programms CMD.EXE gesperrt, außer denen, die zur Gruppe "EDV" gehören. Anwender von Terminal-Servern können keine Hintergrundgrafiken einstellen. So soll verhindert werden, dass solche Spielereien das Netz unnötig belasten.

Softwareprofile laden

Die Einstellungen kann man in Scriptlogic zu einzelnen Profilen bündeln. So lieferte der Hersteller des "Krankenhaus Informations Systems" (KIS) dem Bezirkskrankenhaus Augsburg bereits ein Scriptlogic-Profil mit, das sämtliche Laufwerke, Umgebungsvariablen, Registry-Einträge, Startmenü-Texte und Programminstallationen enthält, die zum Betrieb der Spezialsoftware erforderlich sind. Zusätzlich wurden noch individuelle Ergänzungen für die Benutzer der einzelnen Standorte angelegt. Auf diese Weise kann das Profil des Informationssystems weiterhin außer Haus gepflegt werden. Der Systemadministrator kümmert sich nur um die benutzerspezifischen Konfigurationsprofile.

Komfortable Konfiguration

Die vorgefertigten Profile trugen zur Entscheidung für Scriptlogic bei. Durch sie wird die gesamte Systemkonfiguration an einer einzigen Stelle gepflegt und muss nicht durch Gruppenrichtlinien, Batch-Dateien, Registry-Einträge von Hand oder durch Dateioperationen in den User-Profilen an verschiedenen Stellen angepasst werden.

Leider ist Scriptlogic nicht billig. Jeder Benutzer in der Domäne benötigt eine eigene Lizenz, die mit 20 Euro zu Buche schlägt. Darin sind ein Jahr Support und kostenlose Updates enthalten. Trotz der Kosten wäre die Administration des Netzes ohne Scriptlogic heute nicht mehr denkbar. So wurde im vergangenen Jahr mit der Einführung die Benutzeranzahl verdoppelt, ohne hierzu das DV-Personal aufstocken zu müssen. Sicher hat auch die Einführung von Thin Clients und Terminal-Servern diese Betreuung erst möglich gemacht, aber eine Kombination aus Scriptlogic und Terminal-Server bietet hier ein Optimum an zentraler Administration und Benutzersupport.

Obwohl sich Scriptlogic leicht bedienen lässt, sollten Anwender nicht außer Acht lassen, dass es sich um ein komplexes System handelt, bei dem eine kleine Änderung an einem Parameter sofort Auswirkungen auf viele Benutzer hat. So musste auch speziell in der Einführungsphase viel Lehrgeld gezahlt werden für Fehler in der Konfiguration oder mangelnde Planung. (fn)