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SCSI ist der Schluessel zum Peripherie-Sharing PC-Komponenten koennen auch in das Mac-Lager ueberwechseln

15.07.1994

Von Renate Regnet-Seebode

Wer Mac und PC einsetzt, oder mit einem Power Mac liebaeugelt, muss nicht alle Peripheriegeraete neu respektive doppelt kaufen, nur weil er sich in puncto Rechner umorientiert. Sehr viele PC- Komponenten lassen sich in beiden Rechnerwelten gleichermassen nutzen. Nur bei Add-in-Karten heisst es: rien ne va plus.

Die unterschiedliche Busarchitektur - Mac-seitig der Nubus oder der Processor Direct Slot

(PDS), bei DOS-Windows-Rechnern ISA, EISA, Mikrokanal und Local- Bus - verhindert, dass sich beispielsweise Beschleuniger- oder Grafikkarten in beiden Welten einsetzen lassen. Festplatten, CD- ROM-Laufwerke, Wechselmedien, aber auch Monitore, Speicherbausteine, Scanner und Drucker koennen dagegen unter gewissen Bedingungen sowohl in der PC- wie in der Mac-Welt gleichermassen gut verwendet werden.

In puncto Festplatte sehen die Einschraenkungen wie folgt aus: ST506-, AT-Bus/IDE- und ESDI-Ausfuehrungen eignen sich nicht fuer den Mac. Apple setzt schon seit Jahr und Tag auf SCSI. PC- Festplatten, die dem SCSI-Standard gehorchen, lassen sich deshalb am Mac weiterverwenden, wenn man eine Besonderheit beruecksichtigt: Mac wie 80x86-Rechner arbeiten zwar mit Single-ended-SCSI, da Apple SCSI aber bereits vor der endgueltigen ANSI-Normierung implementiert hat, findet sich statt des ueblichen 50poligen Centronics-Anschlusses eine DB25-Buchse auf jeder Mac-Rueckseite. Wollen Sie also Ihre einstige DOS-Festplatte als erstes externes SCSI-Geraet am Mac anschliessen, benoetigen Sie ein spezielles Kabel (im Apple-Jargon "SCSI-Systemkabel" genannt).

Intern erfolgt der Festplattenanschluss dagegen beim Apfel- wie beim DOS-Rechner ueber einen 50poligen Pfostenstecker mit Flachbandkabel. Dieses Kabel kann beim Weltenbummel also bedenkenlos mitgenommen werden. Das alte SCSI-Kabel (50/50 Centronics-Kabel) aus DOS-Zeiten sollte in der Mac-Welt gleichfalls problemlos zu nutzen sein, wenn es darum geht, zwei externe Peripheriegeraete miteinander zu verbinden.

Sind die physikalischen Huerden genommen, muss die Festplatte nur noch initialisiert - im DOS-Jargon: formatiert - werden. Neben dem Original-Apple-Treiber eignen sich dafuer Drittanbieter-Loesungen wie "Silverlining" von der Firma Lacie oder das "Harddisk-Tool- Kit" in der "Personal Edition" von FWB.

Wer im Gegenzug die ausrangierte SCSI-Mac-Festplatte im

80x86-Rechner installieren will, benoetigt PC-seitig einen SCSI- Controller, da sich am AT-Bus/IDE-Controller alter Schule, ueber den die meisten PCs verfuegen, keine SCSI-Festplatte anschliessen laesst. Der Parallelbetrieb beider Festplatten-Loesungen ist aber durchaus moeglich.

Greifen Sie beim Kauf des SCSI-Controllers uebrigens lieber etwas tiefer in die Tasche und erstehen Sie ein moeglichst gaengiges Modell. Andernfalls koennte die Suche nach einem passenden Treiber ein groesseres Unterfangen mit zweifelhaftem Ausgang werden. Empfehlenswert sind beispielsweise SCSI-Controller von Adaptec, fuer die es zahllose Treiber gibt. Zudem lassen sich Festplatten, Wechselmedien, Scanner und CD-ROM-Laufwerke gleichermassen gut anschliessen. Softwaremaessig empfehlen sich "Ez-SCSI" von Adaptec oder "Corel SCSI".

CD-ROM-Laufwerke lesen CDs aus beiden Welten

Fuer das CD-ROM-Laufwerk gilt aehnliches. Um es in beiden Welten verwenden zu koennen, ist der SCSI-Port unabdingbare Voraussetzung; eine parallele oder gar proprietaere Schnittstelle fuehren dagegen in die PC-Sackgasse. Ist jedoch diese physikalische Huerde genommen, steht der Synergie nichts im Weg, denn CD-ROM-Laufwerke in der Apple- wie in der IBM-Welt entsprechen den Standards High Sierra und ISO 9660. Dadurch liest ein Laufwerk relativ problemlos am Mac Mac-CDs und am IBM-PC-Kompatiblen PC-CDs.

Am einfachsten ist es, ein CD-ROM-Laufwerk fuer den Mac zu kaufen, da Sie so sicher den passenden Treiber bekommen. Um beispielsweise Apples CD-ROM-Laufwerk "CD 300" am SCSI-Port eines DOS-PCs zu betreiben, muss neben dem SCSI-Controller, dem Kabel und der Treibersoftware Betriebssystem-seitig noch Microsofts CD-ROM- Extension MSCDEX.exe installiert werden, die ab MS-DOS 6.0 im Lieferumfang des Betriebssystems enthalten ist.

Besitzen Sie bereits ein CD-ROM-Laufwerk fuer den 80x86-PC und wollen dieses auch am Mac nutzen, empfiehlt sich als Treiber das "CD-ROM-Toolkit" von FWB Hammer. Diese Treiberkollek-

tion unterstuetzt zumindest die gaengigsten Laufwerke der DOS-Welt.

Schwieriger werden die CD-ROM-Verhaeltnisse erst, wenn es gilt, am 80x86-Rechner Mac-CDs zu lesen. Die meisten Dateien lassen sich noch problemlos oeffnen, vorausgesetzt sie sind in der sogenannten Data-Fork abgelegt. Die beim Wandern zwischen der Mac- und PC-Welt ueblichen Probleme treten in diesem Fall natuerlich auch hier auf: Die Umlaute und das "ss" werden inkorrekt wiedergegeben, lange Dateinamen gemaess DOS-Konvention nach acht Buchstaben abgebrochen. Die Ressource-Fork dagegen, wo gewoehnlich Programmcode, Icons, Fensterdefinitionen und aehnliche Datenstrukturen gespeichert werden, und die immer ins Spiel kommt, wenn es um selbstextrahierende Dokumente oder Applikationen geht, bleibt dem 80x86-PC gaenzlich verschlossen.

Auch der Monitor zaehlt zu den Komponenten, die gerne bei einem Rechnerwechsel mitgenommen werden. Grundsaetzlich lassen sich viele VGA-Monitore ohne Schwierigkeiten am Mac betreiben - vorausgesetzt, man besitzt den richtigen Adapter, ein entsprechendes BNC-Kabel oder ist handwerklich so geschickt, um einen solchen Anschluss im Do-it-yourself-Verfahren zu loeten. Die Monitorhersteller Eizo, BM&T sowie die Firma Cebas fuehren zum Beispiel entsprechende Loesungen.

Sync-Signale machen den Monitor zum Aquarium

Notwendig wird ein solcher

Adapter, weil Apple-Rechner ein selbstkonfigurierendes Video haben, das, abhaengig vom Zustand der Sense Pins, bereits beim Booten in einen bestimmten Darstellungsmodus geht. Ferner ist der zweireihige, 15polige Mac-Anschluss auf den VGA-ueblichen dreireihigen 15poligen Anschluss umzulegen.

Leider herrscht nun aber nicht bei allen VGA-Monitoren eitler Sonnenschein. Manche Fest- und Multifrequenz-Ausfuehrung vermittelt am Mac das Gefuehl, man sitzt vor einem Aquarium: Der Bildschirminhalt ist zwar zu erkennen, jedoch von einem Gruenschleier verunstaltet. Dieser laesst sich selbst durch heftigstes Regeln von Helligkeit oder Kontrast sowie durch Einsatz immer neuer Adaptervarianten nicht beseitigen.

Der Grund fuer dieses Uebel: Apple-Rechner schicken drei verschiedene Sync-Signale, die manche Monitore nicht von nor-

malen Bilddaten unterscheiden koennen, so dass es zu einem ueberhoehten Gruenanteil kommt. Zu bekaempfen ist der Gruenstich seit neuem durch das Hardware System Update 3.0 (erhaeltlich bei jedem Apple-Haendler), das in einem solch problematischen Fall die Sync- Signale einfach abschaltet.

Tastaturen sind im Mac-Bereich ein recht heikles, weil immer noch aeusserst teures Vergnuegen. Waehrend ein Keyboard in der DOS-Welt schon fuer 50 Mark zu haben ist, kostet die Apple-Standardtastatur immer noch an die 320 Mark. Fuer das erweiterte Keyboard sind gar satte 450 Mark hinzublaettern.

Es liegt also nahe, die DOS-Tastatur in der Mac-Welt weiterzuverwenden. Dazu wird ein spezieller Adapter benoetigt, weil die Tastatur DOS-seitig an einem speziellen Tastaturport angeschlossen wird. Beim Mac erfolgt der Anschluss dagegen am Apple Desktop Bus (ADB). Die Firma Vertical-Informatik bietet etwa einen Spezialadapter fuer rund 130 Mark an, mit dem MF2-Tastaturen aus der IBM-PC-kompatiblen Szene am Apple Desktop Bus anzuschliessen sind.

SIMM-Module eignen

sich auch fuer den Mac

Wer beim Wechsel in die Mac-Welt alte 80x86-Rechner ausschlachtet, der kommt gewiss auch auf die Idee, die Speicherbausteine mitzunehmen. RAM-Chips sind zwar nicht mehr so teuer wie noch vor einem Jahr, doch es kostet immer noch eine Stange Geld, bis der Mac auch fuer groessere Bilddateien gewappnet ist. Sie sollten PCs in puncto Arbeitsspeicher aber nur dann kannibalisieren, wenn sie bereits mit SIMMs ausgestattet sind. Besitzen sie noch zahllose, einzelne "Tausendfuessler", wie sie lange Zeit in der PC-Welt gang und gaebe waren, scheitert das Vorhaben bereits an den physikalischen Gegebenheiten.

Doch auch bei SIMMs gibt es eine Tuecke: Handelt es sich um Wald- und-Wiesen-Module, oder hat der Hersteller - beliebtes Beispiel: Compaq - sein eigenes Sueppchen gekocht und spezielle SIMMs verwendet? Im letzteren Fall sollten Sie die SIMMs am besten dort lassen, wo sie sind. Im Mac machen sie nur Aerger.

Natuerlich laesst sich nicht fuer alle SIMM-Hersteller und fuer alle Macs die Hand ins Feuer legen, dass DOS-SIMMs immer und ueberall reibungslos funktionieren. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Im SE/30 und Quadra 700 sind DOS-SIMMs (9-Chip-Module statt Platinchen mit acht aufgeloeteten DRAMs wie sonst im Mac-Bereich ueblich) installiert, weil sie billiger waren. Probleme sind damit nie aufgetreten. Der Macintosh uebersieht nur geflissentlich das neunte Parity-RAM. Noch liegen keine Erfahrungswerte vor, ob dies auch fuer die

Power-Macs gilt.

Problemloser geht es bei Drukkern zu, die gewiss am haeufigsten Plattform-uebergreifend genutzt werden. Einfach gestaltet sich das Zusammenleben, wenn das Ausgabegeraet bereits von Haus aus auf sein interkulturelles Treiben vorbereitet ist - wenn es also nicht nur den in der Mac-Welt ueblichen Localtalk-Anschluss oder die in der PC-Welt gaengige parallele Schnittstelle besitzt, sondern ueber beide Anschlussoptionen verfuegt.

Mit Powerprint werden DOS-Drucker Apple-tauglich

Noch bequemer wird es, wenn das Ausgabegeraet automatisch

erkennt, ueber welche Schnitt-

stelle gerade Daten in welcher Druckersprache (Postscript, PCL) geschickt werden und automatisch in den entsprechenden Modus umschaltet. Diese Faehigkeit erspart laestiges manuelles Konfigurieren.

Was ist aber beispielsweise bei einem HP Deskjet oder Laserjet, einem Canon Bubblejet respektive einem Epson-Nadeldrucker zu tun, die alle nur eine Schnittstelle besitzen, naemlich der fuers Entree in die IBM-Welt? Hier hilft "Powerprint" von GDT Softworks.

Fuer rund 250 Mark erhaelt man ein paralleles beziehungsweise serielles Kabel (samt integrierter Logik), um Mac und DOS-Drukker miteinander zu verbinden. Laut Hersteller lassen sich damit ueber 1200 unterschiedliche PC-Drucker fuer den Mac vereinnahmen. Powerprint in der derzeitigen Version 2.0.4 unterstuetzt allerdings keinen Farbausdruck - der Deskjet 550C wird also zum banalen Schwarz-weiss-Drucker degradiert. Doch dieses Manko soll in Kuerze durch die neue Version 2.5 behoben werden.

Auch Hand- oder Flachbett-Scanner lassen sich in beiden Welten gleichermassen nutzen, SCSI-Schnittstelle erneut vorausgesetzt. Ist das Geraet zudem Twain-konform, dann steht der gemeinsamen Nutzung eigentlich nichts mehr im Wege. So bietet Agfa seine Scanner bereits mit entsprechenden Mac- und PC-Treibern an.

PC-Einbaumodems finden im Mac keinen Platz

Bei Microtek, deren Scanner auch via Vobis unters Volk gebracht werden, kann der PC-seitig notwendige Treiber gegen eine Bearbeitungsgebuehr zusaetzlich erstanden oder aus der Vobis-Mailbox heruntergeladen werden. Erkundigen Sie sich doch mal bei Ihrem Hersteller, wie er es mit der Mac-PC-Synergie haelt.

Bleibt last, but not least das Modem, ohne das im modernen Kommunikationszeitalter immer weniger laeuft. Erste Voraussetzung, um ein Modem sowohl am PC als auch am Mac zu nutzen, ist eine externe Modemloesung und nicht etwa eine PC-Steckkarte.

Am flexibelsten sind Modems, die wie die Zyxel-Ausfuehrungen in beiden Welten angeboten werden. Schliesslich unterscheiden sich Modems nur in bezug auf die seriellen Kabel und der spezifischen Fax-Modem-Software - die Hardware ist ansonsten identisch.

Moeglicherweise sind die Kabel und die Software fuer beide Welten erhaeltlich (bei Zyxel rund 90 Mark Aufpreis). Wenn nicht, sollten Sie es Mac-seitig zunaechst mit einem Apple-Modem-Kabel versuchen - was leider nicht immer klappt -, ehe Sie zum Loetkolben greifen und selbst Hand anlegen. Softwareseitig empfiehlt es sich, Standardloesungen wie "Faxstf" auf dem Mac und "Winfax Pro 3.0" auf der DOS-Windows-Seite einzusetzen.

Diese Programme nutzen zwar vielleicht nicht alle Features, die das Modem bietet optimal aus, aber Sie koennen damit auf jeden Fall vom Mac oder vom 80x86-PC aus Faxe versenden.