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Taligent-Joint-venture unter Apple-Ägide

Sculley drückt Zusammenarbeit mit der IBM seinen Stempel auf

06.12.1991

SAN MATEO (CW) - Der kleine Bruder trumpft momentan mächtig auf: Nicht die große IBM gibt den Kurs für das von Apple und Big Blue etablierte Joint-venture-Unternehmen Taligent an, sondern der Juniorpartner. Apfel-Chef John Sculley konnte sich offensichtlich mit seiner Vorstellung durchsetzen, ausschließlich Apples Pink-Variante für das gemeinsam zu entwickelnde objektorientierte Betriebssystem zu nutzen.

Bislang war man davon ausgegangen, daß in dem Taligent-Unternehmen Apple-Pink-Entwickler Seite an Seite mit denen von Big Blue und der Metaphor Inc. an einem Strang ziehen würden. Metaphor ist das von der IBM mit Patriot Partners Inc. seinerzeit gegründete Joint-venture zur Schaffung eines objektorientierten Betriebssystems. Unter anderem arbeitete hier das Rexx-Team von Big Blue. Die Armonker hatten vor einigen Monaten Metaphor zu 100 Prozent übernommen.

Schon früher konnte man gerüchteweise vernehmen, daß zunehmend der lange Schatten von Apple-CEO Sculley auf das gemeinsam zu schaffenden Entwicklungsunternehmen der ungleichen Partner falle. Nun haben beide brancheninternen Quellen zufolge entschieden, Taligent zu einem fast reinen Apple-Haus zu machen. Grund: Man möchte den ohnehin schon recht großen Zeitrahmen bis zur Marktreife eines objektorientierten Betriebssystems - bislang ging man von etwa zwei bis

drei Jahren aus - nicht noch mehr vergrößern, indem man die IBM-Metaphor-Ergebnisse in den Pink-Code einarbeitet.

Boß der neuen Firma noch nicht ernannt

Ein Metaphor-Angestellter sieht deshalb auch Wolken über

seiner beruflichen Zukunft aufziehen: "Eigentlich bleibt uns jetzt nichts mehr anderes übrig, als uns bei Apple um neue Jobs zu bewerben und zu hoffen, daß die einige unserer Fertigkeiten nutzen können." Dämpfte ein Informant allerdings übertriebene Hoffnungen: "Da dürfte wohl niemand von Metaphor und nur einige wenige von der IBM engagiert werden."

Ein weiteres Indiz dafür, daß Sculley seine Vorstellungen für zumindest eines der zwei Joint-ventures zwischen der IBM und Apple durchgedrückt hat, sehen Marktbeobachter in der Personalpolitik: Bislang entschieden beide Parteien nicht über den Boß der neuen Firma. Metaphor-CEO Dave Liddle handelten manche Insider als heißen Tip für die Taligent-Topposition.

Nun haben diejenigen Auguren Recht bekommen, die Liddlie nie als Nummer eins angesehen haben. Liddle hat mittlerweile offiziell sein Desinteresse an der Position bekundet. Er soll nun einen Job als Vice-President des IBM-Geschäftsbereichs New Systems Business Development zugeschanzt bekommen.

Auf dieser Stelle wird er sich Gedanken machen, wie zukünftige Taligent-Produkte zu vermarkten sind. Außerdem dient er im neuen Berufsfeld als Ansprechpartner für einige der neuen IBM-Partner wie Adobe, Borland sowie Go.

Die besten Karten in der Taligent-Firma scheint hingegen der Apple-Mann Ed Birss zu haben. Er hatte bei den Turnschuh-Entwicklern das Pink-Projekt überwacht und soll nach noch nicht offiziell bestätigten Aussagen von firmennahen Quellen Chef Operating Officer werden.