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23.01.1998 - 

Festplattenmarkt in Turbulenzen

Seagate muß 10 000 Mitarbeiter entlassen und Werke schließen

Bereits im Dezember 1997 hatte Seagate bekanntgegeben, man werde eine Festplattenproduktionsstätte in Irland schließen. In der Folge würden 1400 Arbeitskräfte ihren Job verlieren. Die Entscheidung für ein weiteres, rund 225 Millionen Dollar teures Werk auf der grünen Insel wurde zudem wieder in die Gremien verwiesen.

In den USA wird Seagate darüber hinaus zwei seiner fünf Design-Center schließen. Außerdem sollen jenseits des großen Teichs die Media-Anstrengungen konsolidiert, die weltweiten Verkaufs- und Marketing-Aktivitäten zudem heruntergefahren beziehungsweise schlanker organisiert werden.

Die schlimmstenfalls zu verschmerzenden 500 Millionen Dollar Verlust resultieren nicht nur aus Abfindungen für Sozialmaßnahmen. Hierin eingerechnet sind auch Inventar- beziehungsweise Lagerhaltungskosten sowie ein negatives Betriebsergebnis.

Seagate steht mit Problemen nicht allein

Seagate steht mit seinen Problemen nicht allein. Auch die Quantum Corp. und die Western Digital Corp. müssen im abgelaufenen Quartal mit Verlusten oder zumindest mit unbefriedigenden Ergebnissen rechnen (siehe Grafik). Während Quantum mit 32,2 Millionen Dollar bereits rote Zahlen angemeldet hat, veröffentlicht Western Digital seine Ergebnisse erst am 29. Januar 1998. Bereits heute scheint allerdings klar, daß das Unternehmen wohl eine schwarze Null erwirtschaftet hat und mit einem blauen Auge davonkommt. Die Firma hatte sich unter anderem bei den Erfolgsaussichten einer neuen Produkt-linie - Drei-Zoll-Laufwerken für Notebooks - ordentlich verrechnet. Die Laufwerke gerieten zum Rohrkrepierer, ihre Produktion wird eingestellt.

Quantums Verlust resultierte unter anderem aus Abschreibungen, die das Unternehmen aus Milpitas, Kalifornien, bei seinen hochkapazitiven Festplattenlaufwerken vornehmen muß. Das den Festplattenmarkt dominierende Trio kämpft zudem mit sehr hohen Lagerbeständen, die auf die Preise und damit Margen drücken. Mit ähnlichen Problemen haben auch Zulieferer der Festplattenhersteller zu kämpfen: Die Read-Rite Corp. beispielsweise mußte im Dezember-Quartal Verluste anmelden, auch die Applied Magnetics Corp. hatte sich von dem gerade abgeschlossenen Vierteljahr bessere Umsätze versprochen.

Außerdem sieht sich das Triumvirat Seagate, Quantum und Western Digital mit neuer, teils auch alter Konkurrenz konfrontiert: Mit der IBM, Fujitsu, Samsung und Maxtor, einer Tochter von Hyundai Electronics Industry, machen veritable Wettbewerber den großen Drei das Leben schwer. Ein Insider, der nicht genannt werden wollte, erklärte die allenthalben aufgetretenen schlechten Quartalsergebnisse gegenüber der CW ferner damit, daß man sich schlicht und einfach bei den Vorhersagen verschätzt habe.

Experten wie James Porter von der Disk-Trend Inc., die sich auf den Speichermarkt konzentrieren, sehen jedoch keinen Grund zu großer Besorgnis: Die starken zyklischen Schwankungen unterliegende Festplattenbranche habe momentan mit einem Überangebot, vollen Lagern und kollabierenden Preisen zu ringen. Auch den Konkurs, den Micropolis, eine Tochter der Singapore Technologies Ltd., anmelden mußte, scheinen Analysten nicht als schlechtes Omen anzusehen.

Marktanteile sind erheblich geschrumpft

Seagates Probleme seien hausgemacht, urteilt Porter. Die Ausgangsposition des Unternehmens sei insofern singulär, als es mehr als 50 Prozent seines gesamten Umsatzes aus Verkäufen von Festplatten für den Hochleistungs-Server-Bereich erwirtschafte. Dieses Marktsegment habe Seagate noch 1995 und 1996 zu 80 Prozent beherrscht. Im vergangenen Jahr hingegen hätten auch Unternehmen wie IBM, Fujitsu, Quantum und Western Digital dieses Geschäft ins Visier genommen. Seagates Marktanteil sei in der Folge auf 50 bis 60 Prozent geschrumpft.

Insgesamt lege aber, so Porter weiter, der Markt zu: In den drei Festplattensegmenten High-end, Desktop und Mobilcomputer sind nach Schätzungen von Disk-Trend 1996 rund 104 Millionen und im vergangenen Jahr zirka 126 Millionen Geräte verkauft worden. Heuer rechnet das Marktforschungsunternehmen mit etwa 149 Millionen verkauften Festplatten.