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Festplattenhersteller trotzt der Krise

Seagate nimmt den Consumer-Markt ins Visier

08.03.2002
MÜNCHEN (CW) - Zufrieden zeigt sich derzeit der Storage-Spezialist Seagate Technology. Rekordergebnisse im zweiten Quartal dokumentieren zumindest, dass sich das Unternehmen nach seiner turbulenten jüngeren Vergangenheit wieder stabilisiert hat.

Der Verkauf des Bereichs Speicher-Management-Software an Veritas im Oktober 1998, die Reprivatisierung des Unternehmens im April 2000, die zum Teil rückläufige Umsatz- und Gewinnentwicklung im vergangenen Jahr - für Don Kennedy, Vice President Sales an Marketing, EMEA, sind solche Schlagzeilen Schnee von gestern. Man sehe sich, wie der Seagate-Manager im Gespräch mit der CW betonte, in allen Geschäftsbereichen führend beim "Time-to-Market" und habe vor allem im Festplattengeschäft "von der "Konsolidierung im Markt" profitieren - sprich: Marktanteile hinzugewinnen können. Zumindest ist für Kennedy das Business in den beiden Bereichen, wo er seine Company positioniert sieht, also im Personal- beziehungsweise Enterprise-Storage-Markt, inzwischen sehr übersichtlich geworden. Im erstgenannten Segment sieht man sich nach der Übernahme des Konkurrenten Quantum durch Maxtor und dem Ausstieg von Fujitsu nur noch im Wettbewerb mit Western Digital, Maxtor, IBM und Samsung; bei den Enterprise-Kunden trifft man auf IBM, Fujitsu und Hitachi.

Bereits Mitte Januar hatte Seagate mit 14,6 Millionen verkaufter Festplatten im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2002 (Ende: 28. Dezember 2001) einen neuen Stückzahlenrekord gemeldet. Gleichzeitig bedeuteten ein konsolidierter Umsatz von 1,74 Milliarden Dollar und ein Nettogewinn von 122 Millionen Dollar im Vergleich zum ersten Quartal auch wieder ordentliche Wachstumsraten und Margen.

Von der Krise in der IT-Branche im Allgemeinen und in der PC-Industrie im Besonderen haben die Kalifornier also offensichtlich nicht allzu viel zu spüren bekommen. Was auch von Kennedy bestätigt wird, der zudem andeutet, warum dies so ist: So hat Seagate allein im zurückliegenden Quartal unter der Rubrik "Non-PC-Applications" über knapp zwei Millionen Festplatten in den Consumer-Markt geliefert - für die Bestückung so genannter Personal-Video-Rekorder, von MP3-Playern und vor allem Microsofts Spielekonsole X-Box.

Auch IDC prognostiziert in einer aktuellen Studie nach einem Rückgang des Marktvolumens für Disk-Storage-Systeme im vergangenen Jahr um rund 18 Prozent für den Zeitraum bis 2004 wieder ordentliche Wachstumsraten. Der Speicherbedarf bei Festplatten sei eine "unendliche Geschichte. Gestern 40 GB, heute 80 GB und morgen 180 GB", gibt sich Kennedy sehr zuversichtlich. Man wisse zwar nicht, was der PC-Markt in Zukunft bringe, gehe jedoch davon aus, dass man auch in Zukunft weiter von Quartal zu Quartal wachsen werde. Und warum sollte, fragt der Seagate-Manager rhetorisch, nicht der Anteil des Consumer-Markts beim eigenen Festplattengeschäft bis 2005 auf zehn Prozent steigen? Auch der Preisdruck, unter dem die Branche in den vergangenen Jahren zu leiden hatte, ist für Kennedy kein Thema. Nicht die Preise seien gefallen, sondern die Anwender bekämen heute mehr Speicherkapazität fürs Geld, so seine Lesart.

Leisten kann sich Seagate eine solche Betrachtungsweise offensichtlich aufgrund anderer Zahlen. So stecken die Kalifornier pro Quartal rund 170 Millionen Dollar in ihre F&E-Aufwendungen. Und man profitiert, wie Kennedy zum Ausdruck bringt, von der eigenen Fertigungstiefe, indem man alle Komponenten - allerdings mit einem sehr hohen Automatisierungsgrad - selbst herstellt. Mit einschneidenden Ergebnissen auf der Kostenseite: Vor fünf Jahren hatte Seagate 120000 Mitarbeiter, jetzt sind es nur noch rund 48000.

Grundätzlich sieht sich Seagate heute als Festplatten- und Speicherhersteller, als Solutions-Provider im Bereich virtuelle Storage Area Networks (SANs) - ein Geschäftsfeld, das vor allem durch die Übernahme der Xiotech Corp. im Januar 2000 forciert wurde - sowie als Softwareanbieter im Bereich Datenanalyse (vertreten durch die Konzerntochter Chrystal Decisions). Neben Festplatten für Desktop-Rechner, nach wie vor mit Abstand der größte Umsatzträger, soll Kennedy zufolge zusätzlich zum schon erwähnten Consumer-Markt auch im Enterprise-Sektor künftig die Post abgehen. Als Schlüssel zum Erfolg sieht man bei Seagate in diesem Zusammenhang vor allem die laut eigenen Angaben führende Position bei Fibre-Channel-Schnittstellen, von der man sich einiges im Geschäft mit den deutlich margenträchtigeren SAN-Lösungen und -Services verspricht. (gh)