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14.05.1999 - 

1999 letztmalig rote Zahlen

Security-Spezialist Articon strebt Marktführerschaft an

MÜNCHEN (CW) - Mit einem eindeutigen Bekenntnis zur weiteren Expansion hat die Articon Information Systems AG, München, ihre Bilanz 1998 vorgelegt. Der am Neuen Markt notierte Dienstleister für Netzsicherheit will zum führenden Anbieter in Europa avancieren und nimmt deshalb auch noch in diesem Jahr rote Zahlen in Kauf.

Der Umsatz der 1993 von Vorstandschef Alfred Bauer als klassisches Systemhaus gegründeten Company betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 9,25 Millionen Mark - 91 Prozent mehr als 1997, wo 4,8 Millionen Mark eingenommen wurden. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fiel mit minus 732000 Mark leicht negativ aus; inklusive der Börseneinführungskosten in Höhe von drei Millionen sowie einer Steuergutschrift von zwei Millionen Mark weisen die Münchner für 1998 eine Jahresfehlbetrag nach IAS von 1,74 Millionen Mark aus.

Das operative Ergebnis wurde, wie Finanzvorstand Reimar Scholz vor der Presse erläuterte, durch umfangreiche Investitionen belastet. Dazu zählten der Umzug in neue Büroräume sowie der Aufbau eine Niederlassung in Österreich. Vor allem habe man aber durch eine Personalaufstockung künftigem Wachstum Rechnung getragen, hieß es. So stieg die Mitarbeiterzahl 1998 von 15 auf 44 Beschäftigte.

Firmenchef Bauer gab im weiteren klar die Stoßrichtung des Unternehmens vor: "Wir wollen in Europa der führende Anbieter werden." Die Münchner profitieren dabei von einer starken Fragmentierung beziehungsweise Regionalisierung des Marktes; jedenfalls in dem Bereich, wo sie sich positionieren: als herstellerunabhängiger Dienstleister für Netzwerk-Security. Ein Geschäft, daß derzeit in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern in der Tat primär von kleinen, zum Teil unbekannten Systemhäusern, gemacht wird. Zunehmend aber auch von den bekannten Produktlieferanten, die ihre ServiceAktivitäten ausbauen - etwa Security Dynamics (USA) oder die ebenfalls am Neuen Markt notierte Utimaco Safeware AG.

Für Articon heißt dies, wachsen um (fast) jeden Preis. Dabei habe man, so Bauer, neben dem wichtigen deutschen Markt vor allem England, Frankreich und Skandinavien im Visier. Bis Ende 2000 wollen die Münchner mit insgesamt zehn Niederlassungen im europäischen Ausland vertreten sein; mit der Gründung von Dependancen in Wien sowie vor kurzem in Prag und Zürich sei der Anfang gemacht worden. Darüber hinaus soll die europaweite Expansion - Articon-Chef Bauer hält bereits bei einem Marktanteil zwischen zehn und 20 Prozent eine führende Rolle für möglich - durch Akquisitionen erfolgen. In Deutschland hatten die Münchner im vergangenen Jahr beispielsweise das Kölner Systemhaus Comcad übernommen.

In Sachen Umsatzentwicklung soll diese Expansionsstrategie nach jüngsten Planungen im laufenden Jahr eine Verdreifachung, im Jahr 2000 eine weitere Verdoppelung der Einnahmen auf dann rund 60 Millionen Mark bringen. Gleichzeitig rechnen die Münchner aber für 1999 aufgrund anhaltend hoher Ausgaben mit einem operativen Verlust von drei Millionen Mark. Für Ende 1999 ist aber der Break-even angekündigt.

Was die Unternehmensausrichtung angeht, soll es indes keine großen Änderungen geben. Man setzt, wie auf der Bilanzpressekonferenz erläutert wurde, auf die "Wertschöpfungskette" aus Training für IT-Professonials, Beratung, der Integration von Produkten und Lösungen diverser Hersteller im Projektgeschäft sowie Service. Ein weiteres Plus sieht man in strategische Partnerschaften mit wichtigen Playern im Markt (Compaq, Cisco, Viag Interkom etc.), die Articon als "Generalunternehmer" für Security-Lösungen empfehlen.