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04.04.2003 - 

Vom EAI-Server zur Integrationsplattform

Seebeyond schwenkt zu Enterprise-Java

MÜNCHEN (as) - Mit der "Integrated Composite Application Network Suite 5.0" (Ican) plant Seebeyond eine umfangreiche, offene Plattform für die Anwendungsintegration. Deren Bestandteile basieren nicht mehr auf einem proprietären Integration-Server, sondern auf der Java 2 Enterprise Edition (J2EE).

Mit Seebeyond hat ein prominenter Vertreter von Software für Enterprise Application Integration (EAI) den Schwenk zum Java-Standard angekündigt. Nach dreijähriger Entwicklungsarbeit und Investitionen in Höhe von angeblich 130 Millionen Dollar steht mit Ican-Suite nun der Nachfolger der bisherigen "Business Integration Suite" vor der Fertigstellung. Diese verheißt eine umfassendere Plattform für die diversen Ansätze und Aufgaben bei der System-, Anwendungs- und Datenintegration und basiert nun technisch auf einem J2EE-konformen Integration-Server. Seebeyond, das nach eigenen Angaben rund 1800 Kunden zählt, tritt damit in direkte Konkurrenz zu Java-Spezialisten wie Bea Systems, IBM oder Sun Microsystems, die ihre bisherigen J2EE-Application-Server ebenfalls zu Integrationsplattformen ausbauen.

Abschied vom proprietären Ansatz

Laut Ian Howells, Vice President Marketing bei Seebeyond, soll die Produktstrategie den Vorteil bringen, dass Anwender für ihre Integrationsprojekte nicht mehr zusätzlich eine proprietäre EAI-Lösung teuer in Lizenz nehmen und warten müssen, sondern die Bestandteile der Suite nun einzeln erwerben und dank ihrer Offenheit mit vorhandenen Infrastrukturlösungen kombinieren können. Dies betreffe auch Geschäftslogik (Business Objects), die als Web-Service publiziert für das gewünschte EAI-Szenario weiter- und wiederverwendet werden kann.

Zudem lassen sich Transformationen und Geschäftsprozessdefinitionen künftig als Web-Services publizieren und nicht nur mit den hauseigenen Tools, sondern alternativ extern erstellen und dann in den Integration-Server importieren. Alle Komponenten der Ican-Suite sind dank ihrer Portierbarkeit alternativ auf einem J2EE-Server wie beispielsweise denen von Bea Systems oder IBM einsetzbar. Allerdings räumte Howells ein, dass Interessenten beim Kauf aller Ican-Produkte einen besseren Preis erhielten, als für die einzelne Komponenten.

Die Suite ist laut Howells auch eine Reaktion auf Forderungen von Kunden, die oft Integrationsszenarien behandeln müssen, die über den tradtionellen Funktionsumfang eines EAI-Servers hinausgehen. Ican ist dementsprechend breit angelegt und orientiert sich an dem mittlerweile in der Industrie diskutierten Konzept der Composite Applications. Dieses sind Lösungen aus bestehenden und neuen Anwendungen, die miteinander vernetzt werden, um zum Beispiel ein CRM-Szenario abzubilden. Ican soll hierzu eine Umgebung bieten, in der sich künftig prozessbasierende Anwendungen zusammenstellen, einsetzen, ausführen und verwalten lassen. Dank ihrer Modularität und dem Einsatz von Standards wie Java und Web-Services soll hierbei eine Wiederverwendbarkeit der beteiligten Anwendungen und Prozessdefinitionen möglich sein. Solche vernetzten Anwendungslandschaften könnten laut Seebeyond im Vergleich zu nicht integrierten Umgebungen die Durchlaufzeiten (Cycle Times) um bis zu 85 Prozent reduzieren, die Wartungskosten halbieren sowie die Produktivität der Anwendungen verdoppeln.

Plattform entsteht modulweise

Die Plattform soll innerhalb der nächsten vier Monate komplett sein. Erster Baustein ist der Integration-Server "Egate Integrator 5.0. Er ist auf Messaging ausgelegt, bietet laut Howells einen Container für den Einsatz von Enterprise Javabeans sowie vor allem Message Driven Beans und nutzt das Java-API Java Message Service. "Egate konkurriert aber nicht mit J2EE-Application-Server, sondern soll vor allem zur Anwendungsintegration dienen", schränkte Howells ein. Zum zweiten Quartal ist die überarbeitete Komponente zur Prozesssteuerung "E-Insight Business Process Manager 5.0" geplant, die über neue Funktionen zur Prozesssimulation verfügt.

Zu ihr gesellen sich das Web-basierende Tool zur Definition von Trading-Profilen und B-to-B-Datenaustausch "Exchange Integrator 5.0", das nun auch das Business-Vokabular Ebxml unterstützt, sowie der "Expressway Integrator 5.0", der zur Prozessintegration von Geschäftspartnern dient. Außerdem sind die "Eway Intelligent Adapters 5.0" angekündigt, die eine Sammlung von über 80 Standardadaptern für Anwendungen und Datenbanken bilden und künftig auch die Backoffice-Integration gemäß der "Java Connector Architecture" unterstützen sollen.

Neue Integrations-Tools geplant

Neben diesen Upgrades kündigt Seebeyond unter derselben Versionsnummer sechs neue, ebenfalls Java-basierende Integrations-Tools an. Sie übernehmen Aufgaben wie das Laden und Transformieren von Datensätzen (ETL Integrator), den Entwurf und die Generierung von Web- und mobilen Frontend-Anwendungen auf der Basis von Web-Services und Prozessdefinitionen (Evision Studio) sowie den Aufbau von Portalen (Eportal Composer). Andere Tools überwachen Geschäftsprozesse (Ebam Studio) oder dienen zur Arbeit mit Geschäftsobjekten (Eview Studio). Außerdem ist eine Komponente vorgesehen (E-Insight Enterprise Service Bus), mit der sich eine Servicearchitektur für Web-Services aufbauen lässt, die Spezifikationen wie das Registry UDDI und die Business Process Execution Language for Web Services verwendet.

Abb: Serviceorientierte Architektur

Die Ican-Suite orientiert sich am Konzept der Composite Applications, das heißt Wiederverwendbarkeit von Anwendungen und Prozessdefinitionen. Quelle: Seebeyond