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02.12.1994

Seehofer-Reform beeinflusst DV-Arbeitsmarkt Auf Datenbank- und Netzprofis wartet zukuenftig noch viel Arbeit

02.12.1994

Die Reform des Gesundheitswesens hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt fuer DV-Spezialisten. Krankenhaeuser sind gezwungen effizienter zu arbeiten und wollen dies mit Hilfe der Datenverarbeitung tun. Heiner Poessnecker* erlaeutert die veraenderten Rahmenbedingungen und kommentiert die Arbeitsmarktsituation.

Der Produktionsfaktor Information, dessen man sich in der Industrie schon laengst bewusst ist - Banken und Versicherungen sind ohne DV unvorstellbar -, ist im Krankenhaus noch weitgehend unbekannt.

2381 Krankenhaeuser gibt es in Deutschland, die einen Grossteil des Geldes verschlingen, das uns unsere Gesundheit wert ist - mit 57 von insgesamt 124,3 Milliarden fast die Haelfte. Statistiken sprechen von sieben Betten je Arzt im Krankenhaus. Bei gut 100000 Aerzten macht das also 700000 Betten mit Patienten, die durchschnittlich elf Tage im Hospital verbringen.

Abgesehen vom immensen Verwaltungsaufwand, der dem Pflegepersonal (ungefaehr 250000 Beschaeftigte) schon heute aufgebuerdet ist, bleibt die Frage: Wer pflegt eigentlich die Daten? Das kann nur noch in der Verwaltung geschehen. Mit zirka 25000 Mitarbeitern sind das statistisch gesehen zehn Personen pro Krankenhaus.

Was das Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) will und ausloest, was auch interessant fuer den Stellenmarkt ist: Es reicht eben nicht mehr wie in der Vergangenheit aus, DV nur zentral in der Verwaltung zu betreiben, sondern man muss mit dem DV-System in die leistungserbringenden Bereiche hinein, in die Station, in das Labor, in die Radiologie, in saemtliche Bereiche des Hauses. Alle relevanten Daten muessen gesammelt werden, um den Aufenthalt eines Patienten nachkalkulieren und der vom GSG vorgegebenen Fallpauschale gegenueberstellen zu koennen.

So soll kuenftig eine Blinddarmoperation nicht mehr als 3220 Mark kosten duerfen. Um zu erfahren, ob das Krankenhaus damit zurechtkommt, braucht es ein Controlling. Ohne Leistungsdaten ist kuenftig kein Krankenhaus mehr zu steuern. Herkoemmliche Methoden versagen hier. Das gelingt nur, wenn moderne Computersysteme beziehungsweise -software flaechendeckend eingesetzt wird.

Das ist die Herausforderung fuer den Arbeitsmarkt, weil verstaerkt Personal gefordert ist, das diese Systeme betreut. Viele der heutigen DV-Spezialisten in den Krankenhaeusern sind jedoch mit der DV gross geworden, weil sie hier noch nicht lange etabliert ist. Eine naheliegende und typische Entwicklung: Der Leiter Rechnungswesen ist in vielen Krankenhaeusern zum DV-Chef aufgestiegen.

Der Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen ist nicht gross. Was macht also ein Mediziner, Opfer des Seehofer-bedingten Medizinerueberschusses, der aber eine DV-Grundausbildung hat? Er sucht keine Stelle als zukuenftiger Arzt, sondern er geht in die Systembetreuung eines medizinischen DV-Verfahrens. Was ganz sicherlich ausgeschrieben wird, sind die Stellen fuer die Bereiche Netzwerk, Anwendungsbetreuung und Datenbankdesign - das duerften langfristig im Gesundheitswesen die drei staerksten Sektoren werden.