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10.05.1991 - 

Optische Medien in der Aus- und Weiterbildung

Sehen, Hören und Handeln führenden zu effizientem Lernen

Um Sehen von Bewegt- und Standbildern, Hören und Handeln zu einer Lerneinheit zu kombinieren, bieten sich optische Medien an. Die Einsatzmöglichkeiten dieses Mediums in der Aus- und Weiterbildung beschreibt Nils Jörgensen*.

Das Lernmuster "Sehen und Handeln" ist in vielen Qualifizierungsprogrammen - insbesondere auch beim medienunterstützten Training - bereits seit einiger Zeit realisiert. Wesentlich effizienter wird das Lernen aber, wenn auch die Komponente Hören hinzukommt.

- Man lernt 30 Prozent von dem, was man sieht,

- 20 Prozent von dem, was man hört,

- 70 Prozent von dem, was man tut, und

- 90 Prozent von dem, was man sieht, hört und tut.

Warum also auf die 20 Prozent "Höranteil" verzichten insbesondere auch, weil der Lernende Bilder und Diagramme nur dann optimal aufnehmen wird, wenn er sein "Sehen" voll darauf konzentrieren kann. Muß der Lernende zudem erklärende Texte erfassen, die ebenfalls auf dem Bildschirm erscheinen, so lenkt dies nur vom eigentlich intendieren Sehvorgang ab. Mit anderen Worten: Der 30prozentige "Sehanteil" wird ebenfalls nicht voll ausgenutzt.

Das "Sehen" hat sich bei Schulungen bislang nur auf feststehende Bilder (Dias, Fotografien oder Bildschirmdarstellungen wie Menüs) beschränkt. Durch Video, also bewegte Bilder, steht dem Lernenden aber eine neue Erfahrungsdimension offen. Er lernt quasi unbewußt durch einen im Hintergrund gezeigten Film, und seine Aufmerksamkeit kann durch verschiedene Hilfsmittel wie Grafiken, eingeblendeten Text und auch Ton gezielt auf die bedeutsamen Aspekte des Lernstoffs gelenkt werden.

Typische optische Medien, die sich für den Bereich der Aus- und Weiterbildung eignen, sind WORM-Medien (Writeonce, read many), magneto-optische und Bildplatten sowie CD-ROMS. Im folgenden werden die Vor- und Nachteile der Bildplatten- und CD-ROM-Technik, die sich im Rahmen von Schulungen ergeben, aufgezeigt. Die Bildplatte

Die Bildplatte wird im Bereich der Aus- und Weiterbildung in vielfältiger Weise genutzt. Während die Bildplattenlaufwerke früher vom Computer wie Bandlaufwerke behandelt wurden, steuert heute das Lernprogramm die verschiedenen Bildplatteninformationen gezielt an.

Eine Bildplatte stellt - entgegen ihrer Benennung - nicht nur optische Informationen, sondern auch Audioinformationen zur Verfügung. Eine typische Einsatzmöglichkeit im Schulungsbereich ist bei einem Computersystem gegeben, das Bilder erzeugt und von der Bildplatte den zugehörigen Ton übernimmt.

Mit Hilfe von Overlay-Karten ist es auch möglich, Bildinformationen von der Bildplatte durch rechnergenerierte Bildinformationen zu überlagern. Über einen Film (von der Bildplatte) lassen sich beispielsweise erläuternde Meldungen und Grafiken legen.

Die Wiedergabequalität der Bildplatte ist bei einer maximalen Zugriffszeit von zwei Sekunden sehr hoch. Noch sind aber Bildplattenspieler immer noch sehr kostspielig im Vergleich zu CD-ROM-Playern.

CD-ROM

CD-ROMs können ebenfalls zur Speicherung von Video- und Audioinformationen genutzt werden. Dabei sind die Informationen im Mixed-Mode-Verfahren aufgezeichnet. Je mehr Audiodaten auf der CD-ROM sind, desto weniger Kapazität verbleibt für die Bilddaten. Bei einer Audiospielzeit von rund 100 Minuten verbleiben für andere Zwecke rund 150 MB Speicherkapazität.

Alternative Aufzeichnungsverfahren beanspruchen zwar weniger Speicherkapazität, können aber auch nur mit Spezialgeräten abgehört werden. Der Vorteil der CD-ROM-Aufzeichnung liegt in den geringeren Kosten, die beim Kauf eines CD-ROM-Players entstehen und in der Standardisierung, die bei CD-ROM-Playern bereits weit fortgeschritten ist.

Die Lernstation gehört an einen ruhigen Ort

Eine Lernstation ist ein Lernplatz für eine Person, der an einem ruhigen Ort aufgestellt sein sollte. Eine solche Lernstation kann beispielsweise ein PC mit Farbbildschirm und entsprechender -Karte sein. Er sollte zudem über einen Kopfhörer oder einen Aktivlautsprecher verfügen. Eine Maus oder ein Touch-Screen fungieren als Zeigeinstrument.

Zur Ausführung interaktiver Videoprogramme sind der Anschluß eines Bildplattenspielers und die Installation einer Overlay-Karte erforderlich. Alternativ können solche Programme auf PCs zur Ausführung gelangen, die mit einem CD-ROM-Player verbunden sind. In diesem Fall wird das CD-ROM-Gerät von der vom Hersteller mitgelieferten Controller-Karte angesteuert.

Das Lernprogramm muß bedienerfreundlich sein

Lernprogramme sollten durchgängig bedienerfreundlich sein. Ein DV-Anfänger verfügt kaum über Grundkenntnisse, die über den Start seines Systems hinausgehen. So bedarf es beispielsweise keiner intensiven Beschäftigung mit dem zugrundeliegenden Betriebssystem, wenn ein Mitarbeiter einen PC als Lernstation einsetzt.

Einzelne Kurse lassen sich über einheitlich gestaltete Menüs aufrufen. Hierdurch ergibt sich eine komfortable und durchgängige Oberfläche, die jeder Lernende schnell und intuitiv bedienen und begreifen kann.

Besonders wichtig: Der Lernende soll nicht am "Gängelband" durch den Kurs geführt werden, sondern kann nach eigenem Belieben wählen, in welcher Reihenfolge er die einzelnen Kurskomponenten bearbeiten will. Der Zugriff auf eine Lektion eines Kurses ist nicht vom erfolgreichen Absolvieren anderer Kursteile abhängig.