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18.05.1984 - 

Bei stagnierendem Umsatz verdreifachte Gewinne

SEL: Politik der Hochtechnologie bestätigt

STUTTGART (bi) - Ein fast verdreifachtes Jahresergebnis, eine (anvisierte) Dividende von 21 Prozent und gleichgebliebenem Umsatz bei einem Rückgang der Mitarbeiterzahl um 2,9 Prozent sind die Bilanz-Eckwerte der SEL AG, Stuttgart, zum 31. Dezember 1983, die der Vorstandsvorsitzende Helmut Lohr jetzt der Presse präsentierte.

"Mit dem um fast 60 Millionen Mark auf 86,8 Millionen Mark gesteigerten Jahresüberschuß haben wir eines unserer ehrgeizigsten Ziele, ein signifikant verbessertes Ergebnis, wie geplant, erreicht", erklärte er. Das Umsatzvolumen lag sowohl 1982 als auch 1983 bei 3,645 Milliarden Mark. Bei der SEL-Gruppe indes konnte auch der Umsatz um 3,4 Prozent auf 4,3 Milliarden Mark gesteigert werden. Mit diesem Ergebnis sieht Lohr die "Politik der Hochtechnologie in allen Unternehmensbereichen" bestätigt. Gemeint sind damit Rationalisierungsmaßnahmen im Bereich der Fertigung durch CAD/ CAM-Systeme und im Verwaltungssektor durch Bürokommunikationssysteme.

Zur Marktstellung des Unternehmens wurden für den Inlandsmarkt ein Umsatz-Minus von 3,2 Prozent und ein entsprechendes Export-Plus von 14,4 Prozent genannt. Im Heimatmarkt drückte auf das Ergebnis unter anderem der harte Wettbewerb im Bauelementesektor; kräftiges Wachstum hingegen hatten die Bereiche Übertragungssysteme und Datensysteme sowie Videorecorder und Audiogeräte zu verzeichnen. Im Auslandsmarkt machten ebenfalls Übertragungssysteme sowie Flughafenausrüstungen und Farbbildröhren das Rennen.

Einen besonders kräftigen Umsatzzuwachs konnte die Unternehmensgruppe Audio Video Elektronik mit 8,5 Prozent verbuchen, was aber unter anderem auf die Übernahme der Managementverantwortung für ausländische Gesellschaften des ITT-Verbandes zurückzuführen ist.

Neben dem Einsatz von Hochtechnologie im Unternehmen stehen Entwicklung und Herstellung von "hochtechnologischen" Produkten. Exponent dieser Strategie ist das System 12, ein maßgeblich von SEL entwickeltes digitales Fernsprechvermittlungssystem, das von der Bundespost ab 1985 auch auf der Ortsvermittlungsebene eingeführt werden wird. Inzwischen haben sich laut Lohr weitere 16 Länder zum Einsatz von System 12 auf der Fern- und/oder Ortsebene entschieden. Bestellungen kommen aber nicht zwangsläufig der Stuttgarter ITT-Tochter zugute. So mochte sich Lohr nicht äußern über einen umfangreichen Auftrag aus der Türkei für das System, es handele sich hierbei "um ein schwebendes Verfahren"; für Auskünfte sei die Brüsseler ITT-Niederlassung zuständig.

Eine weitere Säule des künftigen Umsatzes soll das Farbfernsehgerät "Digivision" werden, "das erste der Welt mit digitaler Signalverarbeitung", wie die Stuttgarter versichern. Stolz sind die SELer auch auf die termingerechte Übergabe von Bigfon-Inseln in Berlin und Stuttgart an die Deutsche Bundespost. Diese Glasfaser-Pilotinstallationen verweisen auf eine weitere Zukunftshoffnung, nämlich die breite Anwendung von Glasfaserkabeln und opto-elektronischen Komponenten.