Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.04.1984 - 

Investitionen in Digitalisierung und Glasfasertechnik

SEL und ITT mit Teleware in ganzer Randbreite

HANNOVER (CW) - Digitalisierung des Fernsprechnetzes, Glasfasereinsatz und Bürokommunikation - unter diesen Schlüsselbegriffen listen sich die meisten der zahlreichen SEL- beziehungsweise ITT-Produkte auf, die die Stuttgarter für den Sektor Daten- und Datenfernverarbeitung präsentierten.

In Verbindung mit der ebenfalls ausgestellten System-12-Ortvermittlungsstelle zeigten die Entwickler des Hauses zum erstenmal das Datenkommunikationsmodul DCOM, das künftig Bestandteil jeder digitalen Ortvermittlungsstelle sein wird. DCOM werde unter anderem Voice- und Textmail sowie Bildschirmtext vereinfachen beziehungsweise erst realisieren helfen. Etliche Funktionen des Bausteins wurden vorgeführt, zum Beispiel Anzeige des A-Teilnehmers und "Anklopfen".

Weitere Schlüsselbausteine, wie sie in Bigfon-Installationen eingesetzt werden, Breitbandkoppelfelder und Wandlerbaugruppen, die elektrische Signale in optische und zurück umwandeln, waren unter den Exponaten, die künftige Glasfaseranwendungen bereits vorwegnehmen. Natürlich zeigten die Stuttgarter ein ganzes Spektrum von Glasfasersystemtechnik, also zu den diversen Kabeltypen auch die Leitungsendgeräte für - wie SEL betonte - die gesamte PCM-Hierarchie zur optischen Übertragung digitaler Signale in Bitraten von 2 bis 140 Mbit pro Sekunde.

Zukunftstechnik

Für die Datentechnik wurden diverse Schnittstellen und Multiplexereinrichtungen für "zukunftsorientierte Netze" gezeigt. Aber auch in Analogtechnik wurden Videoübertragungs- und TF-Übertragungsgeräte vorgeführt. Eine erste optische Kabelanlage in einem Datenkommunikationsnetz lieferte Standard Elektrik Lorenz an die Robert Bosch GmbH in Stuttgart. Das System kann Entfernungen zwischen Steuereinheit und Terminals von maximal 3500 Metern überwinden.

Das dort eingesetzte Multiplexersystem FM 160 sei in. IBM-, ITT-, aber auch andere Datenkommunikationssysteme einbaubar.

Neben diesen Zukunftsprodukten präsentierte das Unternehmen seine Neuerungen im Brot- und Butter-Sektor der herkömmlichen Daten- und Textkommunikation. Neu ist ein Mikrocomputer-Interface für ITT-3280-Steuereinheiten. Eine Anschlußkarte, die nachträglich in den IBM-kompatiblen Mikro von ITT eingebaut werden kann, stellt die Verbindung zum Zentralrechner her, Der Mikro verhält sich dann wie ein ITT-3287-Bildschirm mit 1920 Zeichen. Die Anschlußkarte ist unter der Bezeichnung ITT 7570 bereits erhältlich.

Neu ist auch die Funktion "Dual Logical Units" (DLU). Sie erlaubt dem ITT-3287-Benutzer, zwischen IMS und TSO per Tastendruck zu wählen, ohne seine Anwendung beenden oder neu starten zu müssen und ohne den Bildschirminhalt der zuletzt bearbeiteten Anwendungen zu verlieren. In den SEL-Steuereinheiten werden nämlich für jeden Bildschirm zwei Adressen (Logical Units) definiert.

File-Transfer-Programm

Zwei neue Features für den Arbeitsplatzrechner ITT 3290 brachten die Stuttgarter mit nach Hannover: ein File-Transfer-Programm und die Anschlußmöglichkeit für einen Festplattenspeicher.

Der Arbeitsplatzcomputer ITT 3290 ist als Dialogbildschirm über die Terminalsteuereinheit ITT 3284/ITT 3286 mit dem Zentralrechner verbunden. Die Datenübertragung steuert das File-Transfer-Programm (FTP) mittels Menütechnik. Das FTP korrespondiert mit der File Work Application (FWA) im Zentralrechner. Diese FWA wird von SEL in Form eines Cobol-Programmes zunächst für CICS-Anwendungen zur Verfügung gestellt.

Die Festplatte mit 10 MByte hat die Kapazität von acht Diskettenlaufwerken und soll die Zugriffszeit um ein Mehrfaches verkürzen.

Ab Herbst MS-DOS

SEL kündigt an, ab Herbst Programme anzubieten, die von 16-Bit-Operating-Systemen wie MS-DOS unterstützt werden. Damit verbunden sei eine Speichererweiterung auf 256K.

Von dem Multiplexersystem FM 1680, das Kosteneinsparungen um die 50 Prozent bringen soll und das bereits in 50 Installationen im Markt sei, wurde eine Vier-Draht-Version gezeigt. An diesem neuen FM 1689 lassen sich bis zu acht Bildschirme oder Drucker anschließen. An die Stelle der Koax- beziehungsweise Glasfaserverbindung zwischen Terminals und Steuereinheit treten einfach zwei Adernpaare eines herkömmlichen Telefonkabels. Auch daraus resultieren wiederum Zeit- und Kosteneinsparungen.

SEL stellte ferner einen neuen Hardcopydrucker mit einer Leistung von 80 cps vor, den ITT 3351. Er kann online an die ITT 3287/5-7 angeschlossen werden.

Drei neue Fernkopierer bereichern die entsprechende Produktpalette der Stuttgarter: "Die Modelle ITT 3534 und 3535, die nahezu identisch im Aufbau sind, und ein kompaktes" Gerät der Gruppe 3, der ITT 3532.

Hochgeschwindigkeit ist das wesentliche Charakteristikum der Gruppe-3-Geräte 3534 und 3535; sie sind aber auch abwärtskompatibel zu den Geräten der Gruppe 2, ferner für den Telefaxdienst bereits zugelassen, wie das Kompaktgerät auch. Bei der Übertragungsgeschwindigkeit von 9600 bps und einer "SEL-High-Speed-Codierung" kann eine DIN-A4-Seite in 20 Sekunden übertragen werden zum Preis von 46 Pfennigen (nachts 23 Pfennige) und ist damit billiger als ein Brief oder eine Postkarte. Der leistungsstärkere 3535 hat noch zusätzliche Komfortmerkmale, zum Beispiel Kurzwahl zu 50 Zielen, Wahlwiederholung und Rundsendeeinrichtung. Vorlagen können in einen Speicher (256 KByte) eingelesen und zu einer beliebigen Uhrzeit an bis zu 30 vorprogrammierbare Gruppe-3-Empfänger hintereinander versendet werden.