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In den Berliner Werken wird erneut der Rotstift angesetzt:

SEL und Siemens bauen wieder Personal ab

24.02.1989

WEST-BERLIN (CW) - Eine neue Entlassungswelle droht in den Berliner Werken von Standard Elektrik Lorenz (SEL) und Siemens. Nach dem großen Personal-Cut vor anderthalb Jahren wollen beide Unternehmen ihre Belegschaft an der Spree noch einmal kräftig reduzieren.

Warteten beide Unternehmen vor anderthalb Jahren mit der Bekanntgabe der Kündigungen bis nach der 750-Jahrfeier der ehemaligen Reichshauptstadt, so kommt diesmal das dicke Ende nach den Berliner Wahlen. Die Siemens AG kündigte jetzt an, bis Ende September in ihren Berliner Werken 450 Stellen abbauen zu wollen. Betroffen seien die Bereiche Kommunikations- und Nachrichtentechnik. Wie das Unternehmen mitteilte, erfolgen "notwendige Personalanpassungen größtenteils durch Auflösungsvereinbarungen durch Nicht-Ersetzen der Fluktuation oder durch vorzeitige Pensionierung" . Dennoch seien Entlassungen nicht auszuschließen.

Der Betriebsratsvorsitzende Uwe Scholz erklärte dazu, Siemens habe in ersten Gesprächen deutlich gemacht, daß der Abbau auch über vorzeitige Pensionierungen realisiert werden solle. Dies aber, so bezweifelt Scholz, könne angesichts der Altersstruktur der Beschäftigten nicht für alle gelten. Auch eine Übernahme der Betroffenen in andere Unternehmensbereiche sei seines Wissens nicht vorgesehen.

Wesentlich unklarer ist derzeit noch die Situation der SEL-Beschäftigten an der Spree. Ende Januar, noch vor den Berliner Wahlen, hatte die IG Metall bekanntgegeben daß SEL in dem Berliner Werk 650 Arbeitsplätze abbauen will. Derzeit umfaßt die dortige Belegschaft rund 2300 Mitarbeiter, die überwiegend in der Bürokommunikation arbeiten. Käme es zu einem Arbeitsplatzabbau in dieser Höhe, so die IG Metall weiter, werde damit auch der Standort Berlin insgesamt in Frage gestellt. Für die verbleibenden 1600 Mitarbeiter seien die Kosten gemessen an der Größe des Werkes dann zu hoch.

Dagegen hatte der neue SEL-Vorstandschef Gerhard Zeidler erklärt, zwar sei der Unternehmensbereich Bürokommunikation einschließlich des Werkes in Berlin derzeit in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, doch träfen die von der IG Metall genannten Personalabbau-Maßnahmen in dieser Höhe nicht zu. Der Beschäftigungsstand werde keinesfalls dramatisch reduziert. Auch sei nicht geplant, den Standort Berlin aufzugeben.

Inzwischen sind wieder neue Zahlen im Umlauf. So erwartet der Berliner Wirtschaftssenator Elmar Pieroth nunmehr, daß SEL in dem Berliner Werk an die 350 Arbeitsplätze abbaut. Derzeit finden an der Spree Gespräche zwischen der SEL-Führung und den Betriebsräten statt.