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10.07.1987 - 

Forschung mit Alcatel, aber parallele Vermarktung bei öffentlicher Vermittlungstechnik

SEL:Wachstum uber Branchendurchschnitt

STUTTGART (CW) - Zufrieden äußerte sich auf der diesjährigen Hauptversammlung der SEL in Stuttgart der Aufsichtsratsvorsitzende Günther Lohr über die Geschäftsergebnisse des Unternehmens. Gegenüber einem Branchenwachstum von 3,3 Prozent konnte die SEL bei einem Volumen von 5,3 Milliarden Mark den Umsatz um 4,5 Prozent steigern. Für das Jahr 1987 plant die SEL-Gruppe eine Umsatzsteigerung um 2,7 Prozent auf 5,4 Milliarden Mark. Lohr räumte jedoch ein, daß das Vorjahresvolumen beim Auftragseingang wohl nicht zu erreichen sei.

Das Inlandsgeschäft konnte um vier Prozent auf 3,8 Milliarden Mark, das Exportgeschäft um 5,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Mark, ausgeweitet werden, was etwa 29 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Beim Auftragseingang stabilisierte sich das Vorjahresniveau von 5,5 Milliarden Mark. Um international im Verhältnis zur japanischen Konkurrenz wettbewerbsfähig zu bleiben, mußte das Unternehmen in allen Produktgruppen die Preise senken, was insgesamt über 90 Millionen Mark kostete.

Verbreiterung der Eigenkapitalbasis

Das Jahresergebnis des Unternehmens konnte um 23 Prozent auf fast 95 Millionen Mark gesteigert werden. Je Aktie ist damit das Ergebnis um 21,6 Prozent auf 18,60 Mark angewachsen, und der Cash Flow hat sich um rund 17 Prozent verbessert. Die Dividende beträgt 21 Prozent. Der Jahresüberschuß ist von 51 Millionen Mark in 1984 auf 77 Millionen Mark in 1985 und im Berichtsjahr 1986 auf 95 Millionen Mark gewachsen. Die Verbreiterung der Eigenkapitalbasis sei eine wichtige Aufgabe für die Zukunft, betonte SEL-Chef Lohr; für dieses Jahr schloß er jedoch eine Kapitalerhöhung aus.

Die Zahl der Mitarbeiter wurde zum Jahresende 1986 um 2,7 Prozent auf 32 500 gesenkt. Den Rückgang begründete Lohr mit der Verlagerung von der konventionellen zur computergestützten Fertigung. Mehr als eine halbe Million Mark setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr für Forschung und Entwicklung ein. Im Mittelpunkt steht dabei das System 12 in seinen beiden Ausführungen - der privaten (System 12 B) und der öffentlichen Technik -, das vor dem Hintergrund von ISDN zur Serienreife kommen solle. Im CAD/CAM-Bereich werde die Vernetzung weiter ausgebaut. Eine Umsatzsteigerung um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete das Unternehmen im Bereich der Übertragungstechnik. Großkunde ist die Bundespost.

Das Exportgeschäft im Telecom-Bereich teilt sich SEL mit seinem für die ITT eingetretenen neuen Mehrheitsaktionär Alcatel NV, der seinen Sitz in Belgien hat. Lohr hob deutlich hervor, daß Alcatel eine durchaus "dezentrale Beziehung zu seinen Töchtern habe". Gemeinsam jedoch wolle man eine europäische Allianz gegen die amerikanische Konkurrenz, speziell von AT&T, bilden. Auch im Verhältnis zum europäischen Mitbewerber Siemens fühle sich SEL durch den neuen Partner gestärkt. Mit einem Weltmarktanteil von zwölf Prozent stelle die Allianz immerhin die größte europäische ,Nachrichtengruppe" in Europa dar. Das in Frankreich entwickelte Vermittlungssystem E 1 0 werde aber dem System 12 der SEL nicht "das Wasser abgraben". Auch habe Alcatel mit seinem bereits zu Beginn der siebziger Jahre entwickelten System E 10 andere Märkte beliefert als SEL mit seinem neueren System 12. Die Zukunft sei bestimmt durch eine parallele Vermarktung beider Systeme und gemeinsame Arbeit in den Bereichen Forschung und Entwicklung.

System 12 setzte sich im vergangenen Berichtsjahr in der Schweiz, in Norwegen und den Niederlanden durch. Ein neuerlicher Auftrag aus Portugal sieht die Einrichtung von über 3 10 000 Anschlußeinheiten bis 1991 vor, von denen SEL im dritten Quartal zunächst 48 000 Einheiten liefern wird. Insgesamt liegen dem Unternehmen langfristige Aufträge über 14 Millionen digitale Anschlußeinheiten für das System 12 aus insgesamt 23 Ländern vor, von denen bereits 2,4 Millionen installiert sind.