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13.06.1975 - 

CA-Earl als neue "Management-Sprache"

Selektion per Makro

MÜNCHEN - Gemessen an dem potentiellen Nutzen werden Dateiselektionsprogramme meist viel zu wenig beachtet. Mag sein, daß die Personalplanung immer mal eine Woche hergibt, um eine

Auswertung sequentieller Dateien zu schreiben und dies mehrfach im Jahr, anstatt daß im Etat ein entsprechender Betrag bereitsteht für die Anschaffung eines leicht zu handhabenden Selektionsprogramms (hochtrabend manchmal auch "Management-Sprache" genannt).

Da gibt es neuerdings CA-Earl, aber auch Filetab, Extraktor, Easy-Trieve, Sysif, Extracto, Sprinter, Orag 04, Polis, Score, Kreuztab, advor - irgendwie und wirklich viele andere.

Makros und Parameter

Allen diesen Programmen ist gemeinsam, daß nur Befehle einer Makro- oder Parametersprache notwendig sind, um den Auswertungs-Wunsch des Benutzers zu spezifizieren. Bei einem Teil der Verfahren sind diese Angaben in festem Format auf bestimmten Kodierblättern einzutragen. Ein anderer Teil läßt eine gewisse freie Formulierung zu. Dabei ist die freie, aber immer noch systematische Formulierung, die der deutschen Umgangssprache angepaßt wird, die für den Benutzer attraktivste. Denn das Ziel - so jedenfalls angegeben in den Broschüren der Anbieter - ist es, den Mitarbeiter in der Fachabteilung dessen Aufgabe es eigentlich nicht ist zu programmieren, in die Lage zu versetzen, eigene Auswertungen zu machen. Die EDV-Abteilung soll ausgelastet werden. Die Formulierung nimmt bei diesen Systemen im allgemeinen nur Minuten sicherlich nicht Stunden, in Anspruch.

DDT-Dateien

Trotzdem unterscheiden sich die einzelnen Systeme in vielerlei Hinsicht. Bei einigen ist für jede Datei eine Dateidefinitionstafel zu schreiben. Das geschieht einmalig durch einen Spezialisten im Rechenzentrum. Diese DDTs ergeben dann eine Dateibeschreibungsdatei. Aus ihr holt sich das betreffende Auswertungs-Programm dann die erforderlichen Angaben. Andere Programme gehen davon aus, daß der Anwender selbst weiß, wie der Datensatz aufgebaut ist.Im allgemeinen sind darüber Dokumentationen vorhanden. Dann wird bei jeder Anfrage genau definiert, an welcher Stelle des Datensatzes ein bestimmtes Feld steht und welche Länge es hat. Der Benutzer schreibt also zunächst einen Definitionsteil, ehe er mit der eigentlichen Formulierung der Auswertung beginnt.

Zum letztgenannten Typ gehört das neuerdings auch von Computer Associates. Darmstadt, vertriebene CA-Earl. Das im Bild aufgeführte Beispiel ist die Kommandofolge für die Selektion und den Ausdruck einer siebenspaltigen Tabelle mit Kopfüberschrift und Spaltenüberschriften.

Beispiel: CA-Earl

Die Eigenschaften des CA-Earl lassen sich in Stichworten folgendermaßen beschreiben:

- In einem Ablauf ist die Erzeugung von 15 voneinander unabhängigen Listen möglich - mit verschiedenen Daten, unterschiedlichen Sortiersequenzen und verschiedenen Gruppenwechseln.

- Bis zu acht Eingabedateien können sequentiell oder index-sequentiell gleichzeitig verarbeitet werden.

- Automatische Gruppenkontrolle, Gruppenwechsel für bis 50 Stufen.

- Kumulation von Werten über mehrere Stufen und Prozentuierung auf höhere Stufen.

- Beliebige arithmetische Berechnungen mit den Werten der eingelesenen Felder.

- Das Listenbild entspricht entweder dem Standard des Systems oder ist frei wählbar.

- Anstelle einer Liste ist die Erzeugung einer Ausgabedatei möglich.

- Verarbeitung von alphanumerischen, binären, gezonten und gepackten Daten und von Bitstrings.

- Einlenken von Modulen oder Programmteilen, die in Cobol oder Assembler geschrieben sind.

- Beliebige Umsortierung der Daten im Programm.

CA-Earl läuft auf IBM-Anlagen 360, 370 im DOS und OS auch in den jeweiligen VS-Versionen. Alle gängigen Peripheriegeräte werden bedient.

In Abhängigkeit davon, ob es sich bei den einzelnen Systemen um einen Precompiler, Compiler, Fastcompiler oder Generator handelt, ist die Zeit für die Übersetzung einer Anfrage unterschiedlich lang. Fast compiler und parametergesteuerte Generatoren brauchen weniger als eine Sekunde, Compiler und Precompiler bis zu fünf bzw. bis zu zehn Minuten für das gleiche Problem, ehe die Auswertung beginnen kann.

CA-Earl benötigt in einer 50k-Partition unter DOS auf einer IBM 360 oder 370 zwischen einer und zwei Minuten, etwa so lange wie ein gleichwertiges Cobol-Programm.

Der Kaufpreis beträgt 22 500 Mark einschließlich Wartung für ein Jahr.

Informationen: CA-Associates, 61 Darmstadt, Alexandraweg 8