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03.02.1978

Selupi hilft der Fachabteilung interpretieren

Wichtige Informationen für das Management müssen immer schneller bereitstehen und dabei muß jede einzelne Information immer umfassender sein. Die Auswahl der benötigten Daten erfordert dabei ein so hohes Maß an Flexibilität, daß selbst bestens organisierte DV-Abteilungen mehr und mehr in Terminschwierigkeiten geraten. Im Rechenzentrum Süd des Landesverbandes Betriebskrankenkassen in Bayern hat man sich mit dem Dateiverarbeitungs-Interpreter "SELUPI" - mit einem Mindestspeicherbedarf von 20 K auch für kleinere Anwender einsetzbar - ein Instrument geschaffen, das die Fachabteilung in die Lage versetzt, ohne fundiertes EDV-Wissen bestimmte Aufgaben selbst zu formulieren. Selupi läuft auf dem Siemens-Betriebssystem BS 1000.

Die gesamte Verarbeitung wird im wesentlichen durch zwei Typen von Anweisungen realisiert, die diesem Interpreter auch den Namen gegeben haben: SEL = SELECT und UPD = UPDATE, gleichbedeutend mit Abfrage und Verarbeitung. Der logische Ablauf entspricht dabei dem Prinzip der strukturierten Programmierung, d. h. jede Aufgabe wird in Strukturblöcke unterteilt. Die Verarbeitung der einzelnen Strukturblöcke, die in ihrer

Anzahl nicht beschränkt sind, erfolgt nach dem top-down-Prinzip. Nach dem Einlesen des 1. Satzes der Eingabe-Datei werden alle Anweisungen in der Reihenfolge ihres Auftretens interpretiert, wobei die Aktionen eines Strukturblockes nur dann ausgeführt werden, wenn die Bedingungen etwaiger SEL-Anweisungen dieses Blockes erfüllt sind ("Ja"-Aussage). Im "Nein"-Fall wird der nächste Strukturblock angesteuert. Der Beginn eines neuen Strukturblockes muß mit der Anweisung "NEW" angezeigt werden. Nach der Interpretation des letzten Strukturblockes wird, falls eine OUT-Anweisung gegeben wurde, ein Satz auf die Ausgabe-Datei geschrieben und es folgt ein Rücksprung zum Einlesen des nächsten Datensatzes. Die Dateien können sich auf Magnetband oder Magnetplatte befinden und unterliegen in ihren Satz- sowie Blockformaten keinerlei Einschränkungen.

Neben den schon vorgestellten Anweisungen SEL, UPD und NEW können noch eine Reihe von zusätzlichen Anweisungen an das Programm gegeben werden. Damit ist es möglich, in den Ablauf steuernd einzugreifen (CON) oder Standard-Funktionen an die Belange des Anwenders anzupassen. So kann der unmittelbar nach dem Ausgabebereich befindliche Arbeitsbereich beliebig groß gewählt werden (WRK), es können nicht angesprochene Felder des Ausgabesatzes auf einen bestimmten Wert gesetzt werden (FIL) und es ist möglich, die Anzahl der einzulesenden oder auszugebenden Datensätze zu limitieren (LIM), um nur einige Funktionen aufzuzeigen.

Ein wesentlicher Bestandteil dieses Interpretier-Programmes ist ferner die Erzeugung von Listen nach Wahl. Die Druckzeilen können mit UPD-Anweisungen völlig frei gestaltet und anschließend an beliebiger Stelle ausgegeben werden (PRT). Wird bei der Aufbereitung ein Feld als Summenfeld bezeichnet, werden davon automatisch Endsummen, bei gleichzeitiger Definition eines Gruppenwechsels auch Gruppen-Endsummen, erzeugt. Das Einfügen von Kopfzeilen ist ebenso möglich (HDR) wie das Begrenzen der Zeilen pro Seite durch die ZLM-Anweisung.

Ein Beispiel von Textverarbeitung zeigt die Abbildung. Hier werden alle Versicherten über die anstehende Beitragserhöhung informiert.

Aber auch bei der Information der Betroffenen über gespeicherte Daten, wie es das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) vorschreibt, erweist sich dieser Interpreter als nahezu optimal.

Selbstverständlich können mit SELUPI auch alle vielfältigen ProbIeme eines Rechenzentrums wie Selektieren von Datensätzen, Berichtigen von Datenbeständen bis hin zu Plausibilitätsprüfungen auf rationelle Weise erledigt werden.

Die verwendeten Anweisungen sind im Aufbau einheitlich und leicht verständlich. Vor Beginn der Verarbeitung unterzieht SELUPI alle Anweisungen einer Syntax-Prüfung. Bei Auftreten eines Fehlers erstellt das Programm eine Diagnose-Liste, in der ein Pointer exakt die Lage des Fehlers innerhalb der Anweisung markiert.

Bei der Entwicklung dieses Interpreters lag der Schwerpunkt insbesondere bei Datensicherheit und Transparenz. Das Ablaufprotokoll, dessen Ausgabe nicht unterdrückt werden kann, enthält sowohl Bezeichnung als auch Archiv-Nummern der bearbeiteten Dateien. Sämtliche Anweisungen werden aufgelistet und zu einer Kontroll-Nummer (PARAM CONDITION NUMBER) zusammengefaßt. Dies ist von Bedeutung bei zyklisch wiederkehrenden gleichartigen Abläufen (Plausibilitätsprüfungen), weil selbst die geringfügigste Änderung innerhalb der Programmanweisungen durch eine völlig verschiedene Kontroll-Nummer sofort erkannt wird. Tritt während der Verarbeitung ein Fehler auf, so wird sowohl die Nummer der verursachenden Anweisung als auch der gerade bearbeitete Datensatz ausgegeben. Am Ende des Verarbeitungslaufes werden zusätzlich noch die Nummern aller SEL-Anweisungen, deren Bedingung während des gesamten Ablaufes nicht einmal erfüllt worden sind, auf dem Schluß-Protokoll ausgegeben.

- Oberverwaltungsrat Paul Kellner ist Technischer Leiter im Rechenzentrum Süd des Landesverbandes der Betriebskrankenkassen in Bayern.