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Hauptversammlung soll über Namensänderung entscheiden

Sema setzt im Industriemarkt auf die noch defizitäre ADV/Orga

12.07.1991

BREMEN (see) - Die ADV/Orga AG, Wilhelmshaven, mehrheitlich im Besitz des britisch-französischen Softwarehauses Sema Group, war in ihrem Rumpf-Geschäftsjahr von Juli bis Dezember 1990 erneut nicht profitabel: 5,1 Millionen Mark Nettoverlust übernimmt die Konzernmutter. In Kürze wollen die Wilhelmshavener als Sema Group Systems AG firmieren.

"Besser als erwartet" war das Ergebnis nach den Worten des stellvertretenden ADV/Orga-Vorstandsvorsitzenden Antonio Schnieder, der einen eher optimistischen Blick auf die Umsatzentwicklung lenkte: Zwar sei das Geschäftsvolumen des zweiten Halbjahres 1990 im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 1989 um sechs Prozent auf 29,5 Millionen zurückgegangen, gegenüber dem ersten Halbjahr 1990 jedoch um 8,7 Prozent gestiegen, wie Schnieder betonte.

Das Ergebnis unterliege zwei kräftigen Einflußgrößen, und zwar auf der Positivseite dem Ertrag aus der 32,5 prozentigen Beteiligung an der Competence Center Informatik GmbH (CCI) in Meppen und der Auflösung von Investitions-Rücklagen. Die Zukunft des Gruppenunternehmens, das vorbehaltlich eines Beschlusses der Hauptversammlung im August in "Sema Group Systems AG" umbenannt werden soll, sieht Schnieder in der Konzentration auf Systemintegration und Software für industrielle Anwendungsbereiche.

"Vorsichtigen Optimismus" drückte Schnieder mit Blick auf das Jahr 1991 aus. Großaufträge im bisherigen Jahresverlauf von BMW/Rolls Royce, Ikea und der Berliner Erdgas erlauben nach seiner Darstellung den Schluß, daß der positive Trend des Rumpf-Geschäftsjahres sich fortsetze. Einschränkend fügte der ADV-Vorstand jedoch hinzu, man bewege sich in einem hart umkämpften Markt und könne Rückschläge nicht ausschließen.

Strategisches Produkt der Wilhelmshavener bleibt das "I-Linie"-Paket mit fünf SW-Modulen, wie auch Francois Dufaux, Executive Vice-President der Sema Group, Paris, vor der Presse in Bremen bestätigte. Der ADV/Orga-Stammsitz ist künftig innerhalb der Sema-Group als Produkt-Center für diesen Bereich verantwortlich. Schnieder zufolge sind derzeit etwa 950 Lizenzierungen der Mainframe- basierten Software (IBM, Siemens, Unisys) in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden installiert; 1050 bis 1100 Installationen visieren die Niedersachsen für das laufende Geschäftsjahr an.

Entsprechend der Positionierung der I-Linie innerhalb der Sema-Produktstrategie arbeiten die ADV-Entwickler derzeit an internationalen Versionen von I-Linie und orientieren sich in Richtung SAA- und Unix-Fähigkeit.

Seit der Mehrheitsbeteiligung an ADV/Orga beschäftigt die Sema Group in Deutschland zirka 600 Mitarbeiter und erzielt etwa acht Prozent des Konzernumsatzes hierzulande. Der Gesamtumsatz 1990 steigerte sich in der Gruppe einschließlich der Akquisitionen um 28 Prozent auf 375 Millionen Pfund (über eine Milliarde Mark).

Umsatzwachstum dank Akquisitionen

Dufaux führt das neben den Erwerbungskosten auf den vergleichsweise "schwachen" Markt, vor allem im Verteidigungssektor, zurück. Das Umsatzwachstum der Gruppe entstand zum größten Teil aus den Akquisitionen; nur ein geringer Anteil war laut Dufaux organisches Wachstum. Die Expansion des Systemgeschäftes um insgesamt 35 Prozent gehe beispielsweise nur zu 12,3 Prozent auf eine Geschäftsausweitung im alten Konsolidierungskreis zurück.