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04.12.1981

Seminarteilnehmer nicht als Masse, sondern als Individuen schulen:Lernende bestimmen Lehrgeschwindigkeit

Programmiertes Lernen durch Audiovision ist für den Autor des Beitrags, Gunter Tschauder*, ein Mittel mit dem Seminarteilnehmer nicht als "Masse" geschult werden, sondern als Individuen. Daß dabei der soziale Kontakt fehlt, empfänden vor allem Erwachsene häufig sogar als Vorteil: Die Angst, sich in einer Gruppe vielleicht zu blamieren, falle weg. Das Lerntempo passe sich der Geschwindigkeit des einzelnen an.

Ein Seminar hat nicht schon deshalb Erfolg, weil es 1000 Leute erfaßt. Wie viele dieser Teilnehmer am Ende tatsächlich von der Botschaft so überzeugt sind, daß sie diese auch praktizieren, entscheidet über den Erfolg. Der Videofilm wird immer mehr als ein erfolgreiches Medium eingesetzt, das zum Erfolg wesentlich beitragen kann: sowohl vor größten Gruppen, als auch bei einzelnen.

Videomit 2000 ist beispielsweise ein solches computergesteuertes Video-Dialog-System. Die Steuerung des Dialogs zwischen Benutzer und Bildschirm leistet dabei ein Computer. Die "Hardware" setzt sich aus drei Komponenten zusammen: einem Videorecorder, einem (Farb-)-Monitor und dem Videomit-Computer als zentralem Steuergerät der Anlage.

Die gesamte "Software", also das eigentliche Lern- und Informationsprogramm - bestehend aus Videofilm und Computertext - plus dem steuernden Computerprogramm, sind auf nur einem Datenträger zusammengefaßt: auf der Videokassette. Das macht die Handhabung des Systems denkbar einfach.

Grundsätzlich verfügt der Videofilm als Informationsmedium über den Vorteil, daß eine schnelle Produktion möglich ist und neueste Informationen für Veranstaltungsteilnehmer kurzfristig eingebaut werden können. Zudem sind Informationen schnell kopiert und können zusätzlich dezentral bei vielen kleineren Gruppen eingesetzt werden. Außerdem erlaube eine gleichbleibende Wiedergabetechnik auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen ein Bild, das dem Betrachterkreis angepaßt ist. Von 48 Quadratmetern Bildschirmgröße bis hinunter zum normalen Fernseher.

Jeder einzelne Lernende arbeitet am Dialoggerät durch Antworten auf der Tastatur aktiv mit. Dazu ist noch die gewünschte Wiederholung von Informationsteilen - auf entsprechenden Tastendruck - möglich. Der Lernende kann Videofilme direkt anwählen und dadurch Sequenzen wiederholen, die ihn besonders interessieren. Bei anderen Programmen können bestimmte Programmteile angesteuert und andere willkürlich ausgeschaltet werden.

Am Ende eines Informationsteils wird durch den, Moderator oder einen Bildschirmtext eine Frage gestellt. Der Lernende beantwortet diese Frage auf der Tastatur des Videomit mit Ja oder Nein, bei einer Mehrfachwahlfrage mit A, B oder C oder durch Eingabe eines gesuchten Wortes beziehungsweise einer Zahl. Die Zeit der Beantwortung der Frage bestimmt ausschließlich der Lernende.

Auf jede Antwort reagiert der Videomit. Er entscheidet, ob richtig oder falsch. Gibt seinen Kommentar durch den Moderator oder den Bildschirmtext, wiederholt, ergänzt oder führt zum nächsten Lernschritt, oder läßt den Lernenden im Videofilm erleben, wie sich sein Verhalten in der Praxis ausgewirkt hätte.

Es kristallisiert sich heraus, daß selbst die Angst vor der Technik in diesem Falle beim Adressaten keine Rolle spielt. Seit einiger Zeit arbeitet beispielsweise eine bestimmte Zielgruppe in einem Warenhausunternehmen, unter anderem Verkäuferinnen und Verkäufer unterschiedlichster Art, mit dieser Technik. Das Medium unterstützt sich hier selbst. Ein Einführungsprogramm, das die Möglichkeiten und den Sinn der Anlage motivierend an sich selbst erklärt, nimmt dem Adressaten die Scheu vor der Technik, bestärkt ihn in seinem Lernwunsch. Dazu kann der Zielgruppe angepaßt, sowohl die Hardware als auch die individuelle Software entsprechend ausgelegt werden. Außerdem wurde besonderer Wert darauf gelegt, daß die Technik in den Hintergrund tritt und für den Lernenden fast nur Tastatur und Bildschirm sichtbar sind.

*Gunter Tschauder ist Geschäftsführer der MIT Video Film GmbH, Wehrheim-Obemhain.