Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.02.1999 - 

Sicherheitsfunktion oder Hardware-Cookie?

Seriennummer im Pentium III ruft Kritiker auf den Plan

MÜNCHEN (CW) - Die fest im Pentium III integrierte Seriennummer soll dabei helfen, Internet-Transaktionen zu sichern. Datenschützer fürchten dagegen um die Anonymität von Internet-Benutzern und versuchen, Intels geplante CPU aufzuhalten.

"Big Brother Inside" sollte auf PCs stehen, die mit dem kommenden Intel-Prozessor Pentium III ausgerüstet sind, beschweren sich Mitglieder des Electronic Piracy Information Centers (Epic). Sie rufen zum Boykott gegen den Chipgiganten auf (siehe CW 4/99, Seite 4). Der Grund des Zorns ist Intels Ankündigung, in den Pentium III und den folgenden Prozessorgenerationen eine feste Seriennummer einzubauen.

Die Chip-ID solle nach Aussagen der Pentium-Schmiede Internet-Transaktionen sichern. Die Gegner befürchten den Mißbrauch durch Internet-Anbieter, die über die Nummer Web-Surfer erkennen und sich Benutzerprofile erstellen könnten.

Sogar der US-Bundesstaat Arizona wollte gegen Intel vorgehen. Der republikanische Abgeordnete Steve May kündigte an, eine Gesetzesinitiative vorzulegen, die die Nutzung und Herstellung von Prozessoren mit Seriennummer in Arizona verbietet.

Der Halbleiterkonzern hat inzwischen eingelenkt und will die Prozessoren mit deaktivierter Seriennummernfunktion liefern. Ein Software-Tool soll sie bei Bedarf einschalten können. Ferner weist der Konzern darauf hin, daß das in Zusammenarbeit mit Rainbow Technologies entwickelte Verifizierungsverfahren nie die unverschlüsselte Seriennummer der CPU überträgt und somit eine Nachverfolgung nur dann möglich ist, wenn der Absender sein Einverständnis erklärt. Diese Ankündigung hat zwar den Abgeordneten aus Arizona vorläufig zum Rückzug seines Gesetzesentwurfs bewogen, die Datenschützer wollen aber noch nicht nachgeben.

Unter den Hackern herrscht Desinteresse am Thema. Einige Szenestimmen sind sich sicher, daß die Transaktionssicherung durch die CPU-ID längst geknackt ist, bevor Internet-Anbieter auf diese Funktion zurückgreifen.