Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.04.1986 - 

Im Mittelpunkt zunächst die Integration von Text- und Datenverarbeitung:

Serverkonzept ist ein Kernstück des Ericsson-Ansatzes

Nicht der Mikrocomputer war der Star dieser Hannover-Messe, sondern das Thema Bürokommunikation", das die Stände der etablierten Anbieter beherrschte. Ob Siemens mit Hicom, Philips mit Sophomation. Telenorma mit Isy oder SEL mit Büro 2000 - überall wurde die schöne neue Welt des "Büros von morgen" beschworen. Ob man nun will oder nicht - das Kürzel ISDN wurde dabei zum Synonym für Fortschritt und Technologieanspruch.

Freilich: Insider wissen, daß zwischen Anspruch und Realität der Bürokommunikation erhebliche Diskrepanzen bestehen. Vieles, was sich da futuristisch im Scheinwerferlicht der Messe oder auf Hochglanzpapier darstellte, entbehrt noch der Erfahrungen der Praxis und ist mitunter als zwar ernst gemeinte Absichtserklärung, aber noch nicht als verkaufsfähiges Produkt zu werten.

Ericsson seinerseits versucht, sich auf dem deutschen Markt in die Phalanx der ernsthaften Bürokommunikationsmitbewerber mit seinem Eritron-Konzept einzureihen.

Im Mittelpunkt steht dabei die volle Integration von Text- und Datenverarbeitung mit Hilfe der Textkommunikationslösung "Intext", die sich schrittweise um den Anschluß an lokale Netze und öffentliche Dienste sowie zahlreicher Peripheriegeräte erweitern läßt. Mit der Einbindung der digitalen Nebenstellenanlage MD 110 ist das Gesamtkonzept schon heute auf die künftige ISDN-Welt ausgerichtet (siehe Grafik).

Auf der CeBIT wurde als Erweiterung der Office Automation-Lösung ein multifunktionales Bildschirmterminal mit digitalem Komforttelefon (Multicom) vorgestellt, das sowohl für die Zwecke der Text- und Datenverarbeitung als auch für die Sprachverarbeitung genutzt werden kann. Diese Entwicklung bestätigt aus unserer Sicht die alte Erfahrung, daß echte Innovation nicht unbedingt ein Großforschungsprojekt sein muß, sondern häufig auf kleine, sehr agile Teams zurückzuführen ist. Kernstärke des BK-Ansatzes ist darüber hinaus ein Serverkonzept, das durch die Eritron-Abteilungsrechner der Serie 200 repräsentiert wird. Dieses verfügt über einen eigenen Kommunikations-Prozessor um einen hohen Datendurchsatz zu gewährleisten. Der Eritron-Rechner übernimmt die Serverfunktion der Steuerung und Koordination aller angeschlossenen Geräte.

Fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit hat das Eritron-Bürokommunikationskonzept inzwischen in den verschiedenen Ausbaustufen bereits bei vielen Unternehmen und Institutionen Eingang gefunden. Unternehmen wie BASF, Deguss, MBB unter anderem setzen die Eritron-Serie dabei auch im Rahmen dedizierter Abteilungslösungen mit Hilfe der Textkommunikation "Intext" ein.

Abwartende Haltung potentieller Anwender

Nach Auffassung des Ericsson-Generalbevollmächtigten, Jens-Marten-Lohse, stellt die Diskrepanz zwischen Ankündigung und Realität hinsichtlich Funktions- und Lieferfähigkeit einer der Hauptgründe für die abwartende Haltung potentieller Anwender dar. Ericsson verkaufte daher bewußt keine Science-fiction-Lösungen, sondern reale und praxiserprobte Systeme, die einen sinnvollen und schrittweisen Einstieg in die Bürokommunikation ermöglichen würden. Der Anwender sei heute gut beraten, "wenn er nicht von den künftigen Möglichkeiten der ISDN-Welt träume, sondern in vernünftigen Schritten schon heute von den konkreten Möglichkeiten der Bürokommunikation Gebrauch mache."