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13.02.1976

Service - kein Privileg der Großen

1969 wurde bei der Hamburgische Elektrizitätswerke AG (HEW) das vermutlich erste große Kundeninformationssystem in der Bundesrepublik in Betrieb genommen. Probleme gibt es auch heute noch wie HEW-Chef Werner Stender im nebenstehenden Gastkommentar berichtet. Fast sieben Jahre ist das her. Was Pioniertat war, ist heute beinahe schon üblich.

Die Idee, Service durch Computerunterstützung der Sachbearbeiter zu verbessern, hat sich zunehmend durchgesetzt "Aukunftbereit sein, ist alles" wird mehr und mehr Devise auch mittlerer und kleiner Firmen, die durch das Vorpreschen der mächtigen Konkurrenz mit großrechnerunterstützten Auskunftssystemen gezwungen sind, mitzuhalten. Ob Stadtwerke, Bankinstitute, Handelsbetriebe - eigentlich überall, wo verkauft wird, insbesondere dort, wo das Massengeschäft vorherrscht - zeigt sich, daß Erfahrung, Intuition und Fingerspitzengefühl der Sachbearbeiter an Bedeutung verlieren, weil der Wettbewerb zu aggressivem Marketing zwingt, daß nur geplant werden kann, wenn für jeden Kunden auf Knopfdruck die Geschäftsverbindungen in allen Sparten abfragbar sind. Kundeninformationssysteme sind der erste Schritt, dem Dialog-Finanzbuchhaltung folgen muß, der fortlaufende Deckungsbeitragsrechnung für jeden Kunden folgen sollte.

Spektakulärer Preisverfall

Dergleichen war früher ein Privileg der Großen. Das hat sich geändert. Es gibt Anlagen, die für jeden angeschlossenen Bildschirm 8 KB bereitstellen müssen, und solche, die mit 800 Byte pro Bildschirm auskommen, weil der Rechner hardwaremäßig spezialisiert ist.

Softwareseitig gibt es Konzepte, die jeweils ein residentes 10-KB-Programmsegment erfordern, und andere, die mit ständigen 100 Bytes im Hauptspeicher auskommen, weil sie im Moment der Aktivierung eines Terminals nach Roll-in-Roll-out das jeweils erforderliche Programmsegment laden.

Es gibt zu denken, wenn für ein Dutzend Bildschirme hier weniger als 32 KB und dort mehr als 128 KB Hauptspeicher erforderlich sind. Manches ist dann nicht mehr Privileg der Großen, sondern Verdienst der scharfen Rechner.

Die Alternative Minicomputer, gerade in der Version der Large Scale Minis oder Megaminis, wird für Terminal-Anwendungen immer interessanter. Während Minisysteme für zehn Terminals heute bereits für 250 000 Mark zu haben sind, kosten die üblichen Universalrechner für etwa 100 Terminals runde 5 Millionen Mark. Es ergibt sich also bei Kleinrechnern eine CPU-Investition von 25 000 Mark pro Terminal - bei Großrechnern etwa das Doppelte.

Keine Software-Sorgen

Der durch Bildschirm-Anwendungen für Dialog-Finanzbuchhaltung bedingte Wettbewerbs-Vorsprung der Großen im Bereich Service und Marketing kann zunehmend von der mittelständischen Wirtschaft aufgeholt werden, denn heute bieten die MDT-Nachfolge- und Aufsteiger-Modelle in Form plattenorientierter "Terminalcomputer" mit zwei bis zu zehn und mehr Bildschirmen nicht nur preisgünstige Hardware-Voraussetzungen, sondern meist auch fertige Anwendungs-Software. Der Unterschied zur Groß-EDV liegt hier nicht mehr in der Art der Anwendungen, sondern allein in der Masse der Fälle - und vor allem im Preis.

Software-Probleme waren vielfach der Anlaß, daß Kunden-Informationssysteme und Dialog-Finanzbuchhaltung immer wieder auf die lange Bank geschoben wurden. Vielleicht war das ganz gut so, denn mittlerweile gibt es auf dem Software-Markt laut ISIS-Softwarereport immerhin 14 dialogfähige Fibu-Pakete, davon immerhin sechs, die mehr als fünfmal installiert sind.

Sieben Jahre sind vergangen, seit die HEW in Hamburg ihr Kundeninformationssystem installierte. Was hat sich in diesen sieben Jahren nicht alles geändert! Erneut Indiz dafür, wie schnellebig diese Branche ist.