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23.07.1976

Service-Rechenzentren spezialisieren sich: Für die Heuer und den Handel

Kennzeichnend für die Entwicklung der EDV-Service-Branche ist ein Trend zur Spezialisierung - und zwar sowohl auf bestimmte Branchen wie auf spezielle Anwendungen und Verfahren.

Nach Aussage von Leuten, die sich im EDV-Dienstleistungsgeschäft auskennen, liegt in der konsequenten Verfolgung dieser "Marktnischenpolitik" die vielleicht einzige Überlebenschance für viele kleinere Service-Rechenzentren, die nicht die Kapitaldecke haben, den "Kampf um Großkunden" mit entsprechend großer Hardware-Ausstattung durchzustehen.

So gibt es bereits Spezial-Rechenzentren für zahntechnische Laboratorien, Ärzte, Handwerker, Landwirte, Mercedes-Händler und und und (siehe auch die CW-Übersicht auf Seite 12/13). Schließlich wurde auch die Zusammenarbeit freier Rechenzentren mit Verbänden intensiviert.

Zwei interessante Beispiele für Rechenzentren, die Spezialmärkte bearbeiten und ihr primäres Augenmerk auf diesen Markt richten, sind etwa das IFU-Rechenzentrum, Hamburg, und die GfA-exdata-Gruppe Nürnberg.

Hafenspezialist

Das IFU-Rechenzentrum - mit einem Jahresumatz von rund 3,3 Millionen Mark nicht zu den Großen der Branche zählend - wurde vor dreizehn Jahren gegründet. Die Konzeption der Dienstleistung war von Anfang an auf "Hafen und Schiffahrt" ausgerichtet. Folglich war das erste Programm, das entwickelt wurde, die Abrechnung der Löhne von Seeleuten - kurz Heuer -, dem wohl schwierigsten Entlohnungsverfahren.

Zur Zeit betreut IFU alle deutschen Reedereien - monatlich werden zirka 27 000 Heuer-Abrechnungen per Computer erstellt. Damit sind die "Hafen-Spezialisten" auf ihrem Teilmarkt führend.

Neben dem Paket "Heuer" wurden weitere Dienstleistungspakete für Hafen und Schiffahrt entwickelt:

- Reederei-Dispo - ein Abrechnungssystem für Schiffsreisen,

- See-FiBu - ein spezielles Finanzbuchhaltungsprogramm für Schifffahrtsbetriebe,

- Adressendienst für Segelkartenversand etc.

1972 begannen die IFU-Leute damit, neben der "Schiffahrt" auch den Geschäftsbereich "Hafenwirtschaft" aufzubauen. Ab 1973 wurden die ersten Programme für diesen Bereich eingesetzt. Es handelt sich dabei um Programme für Umschlagsbetriebe, Stauereien und andere Dienstleistungen der Hafenwirtschaft. Daß gerade dieses Marktsegment mit Software-Paketen abgedeckt wurde, hat sich im Laufe der letzten drei Jahre als richtig erwiesen, zumal die Daten "Hamburg Hafen" mittlerweile nicht mehr existiert. Jüngstes "IFU-Kind": Ein Programm-Paket namens "Container-Dispo", das den "harten Kern" der Transportkette Hafenbetrieb-Reederei-Hafenbetrieb abdeckt.

Ab Herbst 76 will das Service-Rechenzentrum seinen Kunden auch Datenfernverarbeitungsmöglichkeiten anbieten - insbesondere für Programme, die auf den Container-Verkehr zielen.

Installiert ist seit dem Frühjahr dieses Jahres eine NCR-Century 300 mit 256 KB, 4 Plattentürmen mit je 81 MB sowie 3 Magnetbandeinheiten (40/80 KB).

Partner für den Einzelhandel

Mit der Bereinigung und Abstimmung bestehender Programmpakete und der Ergänzung um Branchenlösungen glaubt auch die GfA-exdata-Gruppe, Nürnberg, die Weichen für die Zukunft richtig gestellt zu haben. Verträge mit großen Verbänden wie dem Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE), Köln, und dem Fachverband Deutscher Eisenwaren- und Hausratshändler in Düsseldorf (FDE) beweisen - so ein GfA-exdata-Spreeher -, "daß das Know-how eines EDV -Dienstleistungsbetriebes dann am besten genutzt wird, wenn Spezialaufgaben erledigt werden".

Für BTE-Mitglieder bietet die GfA-exdata, die Rechenzentren in Düsseldorf, Nürnberg und Hagen unterhält, ein Kompaktpaket an, das Buchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie kurzfristige Erfolgsrechnung enthält.

Eisen- und Hausratshändler, die dem FDE angehören, können ein komplettes, standardisiertes Einzelhandelsprogramm mit Inventurberechnung implementieren, wobei davon ausgegangen wurde, daß individuelle Lösungen für den einzelnen Anwender weder sinnvoll noch wirtschaftlich vertretbar sind - was nicht präjudiziert, daß Datenverarbeitung außer Haus der in jedem Fall allein seligmachende Weg ist.