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14.06.1985 - 

Versicherung setzt Basis-Dialog-System ein, Teil 2:

Service-Subsysteme bilden Anwendungsschwerpunkt

Im Rahmen der TP-Organisation sind bei der Versicherung** neben den Tools insgesamt 50 Online- und 10 Batch-Programme im Einsatz. Den größten Teil der Basis-TP-Transaktion machen die Service-Subsysteme aus.

Für die Benutzer setzt sich das Basis-Dialog-System aus einer Vielzahl von allgemeinen Online- und Batch-Verarbeitungen zusammen.

Im Inneren befinden sich die rein fachspezifischen Transaktionen (der Begriff Transaktion steht übrigens für Online-Programm).

Die Transaktionen des Basis-TP-Systems sind in das Rahmen-Programm eingebettet und in vier Subsysteme einzuordnen. Zunächst einmal fällt in diesen Bereich das Berechtigungssystem. Es ist fünffach abgestuft und kann mittels folgender Transaktionen unmittelbar beeinflußt werden: Paßwort, Transaktionsberechtigung, VIP-Berechtigung, Verarbeitungsberechtigung und Verarbeitungsinhalte.

Die Abfrage, ob und inwieweit eine erforderliche Berechtigung besteht, übernimmt ein Modul des TP-Rahmens. Für die Wartung und Überwachung der Berechtigungs-Daten stehen 12 Transaktionen zur Verfügung, die eine zentrale und/oder eine dezentrale Bearbeitung zulassen.

Den größten Teil der Basis-TP-Transaktionen stellen die Service-Subsysteme dar. Sie beinhalten zunächst Mailbox-Funktionen, wobei das Senden von Nachrichten oder das Festlegen von Terminen entweder im Dialog oder über ein dafür erstelltes Modul im Batch-Betrieb erfolgt. Der TP-Rahmen stellt automatisch das Vorliegen einer neuen Nachricht oder eines Termins fest und bewirkt einen TX-Switch zu einer der Mailbox-Auskunftstransaktionen. Weiterhin gehört in den Bereich Subsysteme das Help-System, das sich inzwischen zu einem zentralen Dokumentationssystem ausgeweitet hat. Zur Zeit sind dort folgende Dokumentationen abgelegt:

- Gesamte Datenbank-Beschreibung (bis zur Feld-Inhalts- beziehungsweise Schlüsselbeschreibung)

- Beschreibung und Handling-Anleitung zu jeder Transaktion

- Beschreibung aller möglichen Fehlermeldungen und Hinweise

- Beschreibung sämtlicher Tools (speziell TP-Rahmenprogramm)

- TP-Operator-Handbuch

- DV-Organisationshandbuch.

Darüber hinaus kann jede erdenkliche Art von TP-Benutzer-Dokumentation hier abgelegt werden, wie zum Beispiel Arbeitsanweisungen, Verzeichnisse, Tabellen, Bankleitzahlen, Postleitzahlen und Zinstabellen. Für den Abruf dieser Daten stehen zwei Transaktionen zur Verfügung. Zum einen ist der Einstieg über ein Stichwort möglich. Zum anderen kann der Einstieg und das "Blättern" auch mit Hilfe einer speziellen Menütechnik bewerkstelligt werden. Die Dateneingabe erfolgt dann mittels einer weiteren Transaktion und zur Dokumentation läßt sich ein entsprechendes Druckprogramm aufrufen.

Die dritte Softwarekomponente im Bunde der Service-Subsysteme ist das Tabellen-System. Hierbei wurde von Anfang an darauf geachtet, daß alle variablen Werte nicht in dem jeweiligen Coding festgeschrieben werden, sondern in Tabellen ausgelagert sind. Dies schafft eine, wesentlich höhere Flexibilität und spart gegebenenfalls ganz erheblich am Änderungsaufwand. Zum Teil werden bestimmte Tabellen-Elemente auch abrufbereit in den Speicher gestellt.

Für die Verwaltung der Tabellen stehen vier Auskunfts- beziehungsweise Änderungstransaktionen zur Verfügung, die unter anderem die Plausibilitäten auch mit integrierten Prüftabellen prüfen. Damit besteht die Möglichkeit, die Pflege von Tabellen den betreffenden Fachabteilungen zu übertragen. Die Dokumentation erfolgt auch in diesem Falle über ein entsprechendes Druckprogramm.

Bei dem nächsten Service-Subsystem handelt es sich um das Memory-System. Was dieses anbelangt, so hat der TP-Endbenutzer hier die Möglichkeit, sich entweder jeweils den letzten Dialog-Schritt zu "merken" (Hold-Funktion) oder sich völlig frei und beliebig vielen mnemo-technischen Begriffen einer Transaktion, irgendwelchen Daten (zum Beispiel Schlüsselverzeichnisse) oder irgendwelchen Dialog-Funktionen zuzuordnen; hierzu stehen ihm eine eigene Transaktion und entsprechende Module im TP-Rahmen zur Verfügung.

Schließlich und endlich gehören zu den Service-Subsystemen noch die Individuelle Maskenverkettung und das Individuelle Menü, ein Textverarbeitungssystem, ein Administratorensystem und ein Testsystem.

Im Hinblick auf die Individuelle Maskenverteilung gilt, daß das gesamte Basis-TP-System keine starren Transaktionsfolgen vorsieht. Das heißt man kann jederzeit von jeder Maske aus zu jeder anderen Maske (und gegebenenfalls zurück) gehen. Jeder Benutzer hat außerdem die Möglichkeit, seine individuelle Maskenfolge jederzeit festzulegen.

Dieser Teilkomplex aus dem Service-Subsystem stellt bereits eine Ausbaustufe des BDS dar und befindet sich zur Zeit noch in der Programmier- und Testphase. Ausschlaggebend für eine Eigenentwicklung anstelle des Ankaufs einer fertigen Software kann der folgende Gesichtspunkt sein: Die vom Hersteller in Aussicht gestellte Software sollte sich im Rahmen einer Testphase erst bei mehreren Anwendern bewähren. Außerdem muß man ins Kalkül ziehen, daß jede Fremdsoftware einen Entscheidungsaufwand für den Ankauf, einen Installations- und vor allem einen größeren Integrierungsaufwand in bestehende Applikationen mit sich bringt.

Im eigenen Hause verzichtete man hauptsächlich deshalb auf den Einkauf von TV-Fremdsoftware, weil die Voraussetzungen für eine schnelle, relativ billige, aber vor allen Dingen hundertprozentig integrierte Eigenentwicklung voll gegeben sind. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht die Textverarbeitung aus 15 Online-Programmen und einem Druckprogramm. Der Realisierungsaufwand für das gesamte TV-System wird auf 100 Manntage geschätzt.

Die zu dem Administratoren-Subsystem gehörenden Anwendungen unterstützen die Aufgaben des TP-Administrators und zum Teil auch die des Rechenzentrums. lm einzelnen sind dies:

- Masterfunktionen zum Berechtigungssystem (für eine fachliche und/oder örtlich bezeichenbare TP-Benutzergruppe können mittels einer Transaktion einzelne oder Gruppen von Transaktionen, Verarbeitungsregeln vergeben, logisch gesperrt oder gelöscht werden)

- Auskunfts-Transaktion über die Auslastung des Online-Datenpools

- Netzübersicht am Bildschirm zu allen aktiven TP-Benutzern.

- Einzeln, in Teilbereichen oder insgesamt schaltbare Kontrollmechanismen (zum Beispiel Anzahl der durchgeführten Transaktionen nach verschiedenen Kriterien) über Bildschirm.

- Mitteilungssystem über bestimmte Vorgänge im laufenden TP-System (zum Beispiel Abbrüche).

Test-System steigert Effektivität von BDS

Besonders wichtig für die Effektivität des Basis-TP-Systems beziehungsweise für die Tools ist eine möglichst weitgehende Testunterstützung. Hierfür wurden sechs Transaktionen und die entsprechenden Module für den TP-Rahmen geschaffen, welche folgende Funktionen abdecken:

- Dialogsteuerungssystem (damit kann der DV-Benutzer unter anderem einzelne TP-Rahmen-Module abschalten, im Testbetrieb einen Produktionsablauf simulieren, Variablen eingeben und damit den Programmablauf individuell steuern, ohne jedesmal compilieren zu müssen, Debugging steuern.

- Debugging-/Display-Verfahren:

Falls diese Funktion über Dialogsteuerung aktiviert ist, können individuelle Displays sofort über Bildschirm abgerufen werden.

- Online-Datenpool-Verfahren:

Mittels der entsprechenden Transaktionen können auf den Online-Datenpool ausgegebene Daten sofort am Bildschirm abgerufen und gegebenenfalls auch modifiziert werden.

- TP-Programm-Abbruchverfahren: Neben den systemtechnischen Aktivitäten werden Informationen an den Bildschirm und gegebenenfalls auch an das Slave-Terminal und/oder Mailbox gesendet (mit Abbruchinfos wie letzter DB-Status, letzte Cobol-Source-Line, Reason-Code).

Produkt wurde standardisiert

Das Basis-Dialogsystem wurde inzwischen von mehreren Unternehmen übernommen, andere Firmen prüfen zur Zeit die Möglichkeiten einer Applikation. Da sich ein großes Interesse an dem BDS abzeichnet, hat Honeywell Bull dieses Produkt inzwischen auch in seine Beratungs- und Vertriebsaktivitäten aufgenommen.

Die Hardware

Das Basis-Dialog-System ist auf einer DPS/8 von Honeywell Bull mit der dort zur Verfügung stehenden Standardsoftware (DMIV/TP, Cobol 74, Datenbanksystem IDS II) realisiert. An den Großrechner sind knapp 100 Questar-Terminals und rund zehn Hardcopy-Drucker vom Typ "Sara 10" angeschlossen. Diese Peripherie stammt ebenfalls von Honeywell Bull.

*Werner Hilmer ist im Bereich Planung und Realisierung von DB/TP-Applikationen sowie der entsprechenden Verfahren, Methoden und Standards bei einem Versicherungsunternehmen tätig.

**Name ist der Redaktion bekannt.