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Kolumne

"Setzen, sechs"

18.07.1997

Apple, sagt Compaq-Manager Andreas Barth, sei ein klassisches Beispiel dafür, wie man eine gute Firma durch schlechtes Management kaputtwirtschaften könne. Da kann er recht haben. An der Qualität der Technologie dürfte es jedenfalls nicht gelegen haben, daß das Unternehmen heute so tief im Schlamassel steckt.

Kopfschüttelnd fragt man, wieso ein Apple-Direktorium sich über die mangelnden Fähigkeiten des Firmenchefs Amelio verbreitet, Consumer-orientiert zu denken und zu handeln. Haben sich denn die verantwortlichen Damen und Herren nicht die Bewerbungsmappe des Kandidaten durchgesehen?

Vielleicht sollte man sich nicht so sehr der Frage widmen, was Amelio in den vergangenen 16 Monaten möglicherweise alles falsch gemacht hat. Sondern vielmehr fragen, warum ein Mann seiner Fähigkeiten für geeignet befunden wurde, Apples Schicksal zu formen.

Überhaupt die Personalentscheidungen: Apple hat in fünf Jahren mit John Sculley, Michael Spindler und Gilbert Amelio drei Chefs verschlissen. Allein dieses Jahr verließen sieben hochrangige Manager den Macintosh-Anbieter. Insbesondere der Abgang Heidi Roizens, die für die Kontakte zu Entwicklern zuständig war und in der Branche einen exzellenten Ruf genoß, dürfte sehr weh getan haben.

In Europa das gleiche Bild: Nacheinander gaben sich innerhalb von sieben Jahren mit Michael Spindler, Soren Olsson, Marco Landi, Jan Gesmar-Larsen und Diego Piacentini fünf Spitzenleute das Zepter in die Hand.

Ob sich Apple einen Gefallen getan hat, mit dem Kauf der Next Software Inc. auch den verlorenen Sohn Steve Jobs wieder in das Headquarter zu holen - wenn auch offiziell ohne Amtsbefugnisse -, bleibt dahingestellt. Mit Avie Tevanian und Jon Rubinstein hat Jobs sofort zwei Next-Vasallen in Schlüsselpositionen bei Apple gebracht und bei dieser Gelegenheit Ellen Hancock kaltgestellt. Seine Schachzüge hinter der Bühne dürften Amelio das Leben schwergemacht haben. Jobs wird von Apple-Entwickler Dave Winer öffentlich bezichtigt, er würde Apple gegebenenfalls opfern, um Next zu retten.

Die Probleme Apples sind also in den Management-Etagen zu finden und nicht in den Entwicklungslabors zu suchen. Für die Führungsriege des Unternehmens gilt deshalb, was schon in der Schule Gewicht hatte: Setzen, sechs!