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09.04.1999 - 

Probleme bei Einführung neuer Produktlinien

SGI beklagt im dritten Quartal höhere Verluste als erwartet

MÜNCHEN (CW) - Silicon Graphics Inc. (SGI) hat gewarnt, das Unternehmen werde im dritten Quartal 1999 einen wesentlich höheren Verlust einfahren, als von Analysten vorhergesagt wurde.

SGI erklärte das unerwartet schlechte Geschäftsergebnis zum einen mit Problemen bei der Einführung einer neuen Einstiegs-Produktlinie. "Visual Workstation 320" gehört zu einer Rechnerfamilie, die auf Intel-Prozessoren und unter Windows NT läuft und für SGI somit absolutes Neuland darstellt. Die Workstations, Hochleistungs-Grafikmaschinen und Supercomputer der Kalifornier arbeiteten bislang unter dem SGI-Unix-Derivat "Irix" und auf den Risc-CPUs der Mips Technologies Inc., einer ehemaligen SGI-Tochter, die allerdings mittlerweile als eigenständige Firma von der Mutter abgelöst wurde.

Erschwerend kam hinzu, daß SGI die sehr rege Nachfrage nach der Visual Workstation nach deren Markteinführung Anfang 1999 nicht im gebotenen Umfang bedienen konnte. Gewohnt, teure Spezialmaschinen zu hohen Preisen für eine Deluxe-Klientel zu entwickeln und zu vertreiben, begibt sich der kalifornische Rechnerhersteller mit Wintel-Rechnern auf ein neues Parkett - das der Massenprodukte, die zu sehr viel niedrigeren Preisen vermarktet werden müssen. Vom Markt mit großer Resonanz aufgenommen, geriet der somit letztlich gelungene Eintritt der Visual Workstations in das Segment der Intel-Systeme deshalb für SGI ironischerweise zum Problem: Die Produktionsweise des Unternehmens ist noch nicht optimal an das neue Geschäftsmodell angepaßt.

Zu allem Überfluß sah sich SGI auch beim Übergang seiner "Origin"-Server-Familie auf die neue Mips-Prozessorgeneration "R12000" vorübergehend vor technologische Probleme gestellt. Auch hier verzögerte sich deshalb die Markteinführung neuer Rechnerlinien.

SGI hat bekanntgegeben, daß das Unternehmen für das dritte Geschäftsquartal mit einem Umsatz von rund 600 bis 650 Millionen Dollar rechnet. Der Verlust soll zwischen 20 und 25 Cent pro Aktie betragen und wäre damit etwa drei- bis viermal so hoch, wie von Analysten bislang prognostiziert.

Die Nachricht von den unerwartet hohen Verlusten schmerzt insofern besonders, als sich im vorausgegangenen Quartal die roten Zahlen weit weniger dramatisch entwickelt hatten, als gemeinhin vermutet worden war. Das Ergebnis des zweiten Quartals hatten Experten deshalb schon als positive Wende für SGI gewertet. Mit den Negativposten des dritten Quartals (Ende: 31. März 1999) beklagt SGI nun sechs verlustreiche Vierteljahre in Folge. Die offiziellen Geschäftsergebnisse sollen am 22. April verkündet werden.