Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.08.1999 - 

Cray-Engagement in Frage gestellt

SGI fährt wieder Gewinn ein

06.08.1999
MÜNCHEN (CW) - Silicon Gra- phics Inc. (SGI) konnte erstmals nach 18 Monaten wieder ein positives Quartalsergebnis ausweisen. Trotz dieser guten Nachricht stellen die Verantwortlichen einige Zukunftsprojekte in Frage.

Zwischen Anfang April und Ende Juni konnte SGI einen Umsatz von 829 Millionen Dollar verzeichnen. Im entsprechenden Quartal des Vorjahrs waren es 774 Millionen Dollar. Dabei blieb dem Unternehmen unter dem Strich ein Gewinn von 158 Millionen Dollar, der allerdings durch den Verkauf von Mips-Aktien aufgewertet wird. Seit Anfang dieses Jahres stößt SGI Anteilscheine seiner Prozessor-Tochter nach und nach ab. Bereinigt um diese Einnahmequelle, konnte SGI immerhin noch einen Gewinn von 20 Millionen Dollar einfahren.

Konzentration auf profitable Geschäftszweige

Für das abgeschlossene Geschäftsjahr 1999 beträgt der Umsatz 2,7 Milliarden Dollar und liegt damit rund 400 Millionen Dollar unter dem Wert des Vorjahrs. Die Verkaufserlöse aus Mips-Anteilen spülten insgesamt 169 Millionen Dollar in die SGI-Kasse. Dieser Geldquelle hat es der Hersteller zu verdanken, daß er keine roten Zahlen in der Bilanz hat, denn unter dem Strich bleibt ein Nettogewinn von 54 Millionen Dollar.

Trotz der zuletzt positiven Ergebnisse werden die Verantwortlichen vermutlich einige Zukunftsprojekte stoppen. Mitte August werden sie US-Analysten darlegen, welche Pläne sie weiterverfolgen wollen. Unter Experten gilt es als sicher, daß der Verkauf von Workstations und Supercomputern Probleme bereitet, das Server-Geschäft dagegen Erfolge verzeichnet.

Demzufolge mutmaßen die Analysten, SGI werde sein Engagement bei der 1996 erworbenen Supercomputer-Tochter Cray Re- search zurückfahren. Auch das zusammen mit Microsoft vereinbarte Projekt "Fahrenheit" stehe auf dem Prüfstand, so die Analysten. Zusammen mit den Softwerkern arbeiten die Hardwarespezialisten an einem Grafikstandard, der sowohl für Unix als auch für Windows NT gelten soll. Berichten zufolge plant SGI, Ingenieure an dieser Stelle abzuziehen und einem anderen Projekt zuzuteilen, in dem unter Mithilfe des Chipherstellers Nvidia ein Grafikbaustein entstehen soll.

All dies deutet darauf hin, daß sich das angeschlagene Unternehmen auf profitable Geschäftszweige konzentrieren wird. Das könnte vor allem dem Server-Geschäft zugute kommen. SGI verwendet für das Clustering die Numa-Architektur (Non-Uniform Memory Access). Diese Möglichkeit, verbunden mit SGIs Stärke im Markt für Bildbearbeitung, legt den Einsatz der Rechner für Web-Anwendungen nahe.

Die Konzentration auf umsatzstarke Geschäftsbereiche könnte auch die eigene Mips-Plattform in Frage stellen. Diese Vermutung wird durch zwei neue, auf einer Intel-Plattform basierende Server gestützt. Der "1400 L" ist ein Vier-Wege-Linux-Server, der auf Intels IA-32-Architektur aufbaut und mit Pentium-II-Xeon-Prozessoren arbeitet. Allerdings rechnet SGI mit einer größeren Nachfrage nach dem zweiten Modell. Der "1400 M" hat die gleiche Ausstattung wie die Linux-Ver- sion, ist aber auf Windows NT ausgelegt.