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10.03.2000 - 

Restrukturierung fordert Tribut

SGI trennt sich von Cray

MÜNCHEN (CW) - Schon vor Monaten hatte sich abgezeichnet, dass Silicon Graphics Inc. (SGI) sich von seiner Supercomputer-Division Cray Research trennen wollte. Nun hat die kleine Tera Computer den Konkurrenten übernommen.

Tera, ebenfalls spezialisiert auf Supercomputer, hat 125 Mitarbeiter unter Vertrag; bei Cray waren es zuletzt etwa 900 Beschäftigte. Das gemeinsame Unternehmen soll in Zukunft unter dem Namen Cray Incorporated firmieren. Branchenkenner schätzen die Transaktionssumme auf weniger als 100 Millionen Dollar. 1996 hatte SGI für die Übernahme von Cray noch 767 Millionen Dollar bezahlen müssen.

Tera wurde 1987 gegründet und hat bisher erst einen Supercomputer verkauft, die Umsätze im dritten Quartal beliefen sich auf lediglich 850000 Dollar. Cray kann einen Jahresumsatz von 200 Millionen Dollar aufweisen, die installierte Basis umfasst 600 Computer im Wert von etwa zwei Milliarden Dollar.

In den letzten Jahren ist den teuren Spezialsystemen aber zunehmend Konkurrenz durch günstigere Multiprozessorgeräte entstanden. Die Nachfrage nach Supercomputern steigt beständig, da die Maschinen zunehmend in der kommerziellen DV eingesetzt werden. Entscheidendes Kriterium für den Erfolg in diesem Markt dürften aber die Preise sein. Nach einer IDC-Studie sollen die Umsätze in diesem Segment von fünf Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 7,5 Milliarden im Jahr 2003 steigen. Den Spezialkonstruktionen auf Vektorrechenbasis, wie sie auch Tera baut, räumt die Studie lediglich einen Gesamtumsatz von einer Milliarde Dollar ein. Tera-Systeme kosten zwischen fünf und 40 Millionen Dollar. Große Hoffnungen setzt man bei Cray in das 2002 erscheinende System "SV2". Der Supercomputer, der Vektor- und skalare Prozessortechnologien kombiniert, soll mit einigen Dutzend Teraflops Rechenleistung neue Maßstäbe setzen.

Die US-Behörden zählten in den vergangenen Jahren stets zu den Förderern der Supercomputer-Industrie. Möglicherweise erhielten SGI und Cray jedoch auch größere Beträge vom US-Geheimdienst National Security Agency (NSA).

Insider gehen davon aus, dass die Entwicklung der "Cray SV2" schon im ersten Jahr mit öffentlichen Geldern in zweistelliger Millionenhöhe gefördert wurde. Die NSA hat stets betont, die Entwicklung von Supercomputern sei sehr wichtig für die Sicherheit der Vereinigten Staaten.