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31.08.2001 - 

Speicherfunktionen wie Flash Copy für OS/400 - aber nur bedingt nutzbar

Shark-Speicher: Zuwachs im Haifischbecken

MÜNCHEN (CW) - IBM hat im Speicherbereich eine Reihe von Erweiterungen angekündigt, die vor allem Großkunden adressieren.

Die wichtigste Neuerung im Speicherangebot von Big Blue betrifft die "Total-Storage Enterprise Storage Server" (Codename "Shark"), die seit etwa zwei Jahren angeboten werden. Für diese Speichersubsysteme hat IBM nun neben der Escon- eine Fibre-Channel-Verbindung (Ficon) geschaffen. Damit sollen Anwender in die Lage versetzt werden, ihre Mainframes zusammen mit Windows- und Unix-Servern in ein einziges Storage Area Network (SAN) einzuklinken.

Ficon spart AnschlüsseEin Vorteil von Ficon gegenüber Escon ist die um das rund Zehnfache größere Entfernung zwischen Server und Speicher: Mittels Repeater erlaubt die Fibre-Channel-Verbindung eine Distanz von bis zu 100 Kilometern. Der zweite Vorteil ist der höhere Datendurchsatz der Glasfaserkabel. Die via Ficon an den Shark-Speicher angeschlossenen Mainframes können im Duplex-Verfahren in der Sekunde 200 MB Daten versenden und empfangen. Dies dürfte, wie der Branchendienst "Computergram" ausgerechnet hat, zu einem effektiven Transfer von 65 bis 85 MB führen. Damit wäre der Ficon-Kanal mindestens 3,5-mal schneller als der herkömmliche Escon-Channel, der etwa 17 MB in der Sekunde transferiert. Viele Escon-Kanäle könnten so durch wenige FC-Verbindungen ersetzt werden, und dies würde die Anzahl an benötigten Switches oder Ports verringern. Big Blue verspricht für Ficon Rückwärtskompatibilität, sodass Mainframe-Anwender ihre Escon-Software nicht ändern müssen.

Der Shark-Speicher soll - in den USA ab Ende September - mit maximal 16 Ficon-Verbindungen auszustatten sein. Preise dafür sind noch nicht bekannt.

Zudem hat IBM den Shark-Speicher um die Funktionen "Peer-to-Peer Remote Copy" (PPRC) und "Flash Copy" erweitert: Die im Controller des Speichers abgelegten Programme arbeiten nun auch mit dem hauseigenen Betriebssystem OS/400 der "i-Series" und den Vorgängern AS/400 zusammen. Allerdings funktioniert PPRC auf der Mittelklassemaschine ein wenig anders als auf den anderen Servern. Bei Unix- oder NT-Rechnern werden Disk-Arrays in logische Einheiten (logical units = LUNs) unterteilt. Mit PPRC können dann ausgewählte LUNs auf einen Shark-Speicher gespiegelt werden, der entfernt vom Produktivsystem aufgestellt ist. Bei den Modellen der i-Series ist das nicht möglich, da alle angeschlossenen Festplatten als eine einzige große logische Einheit angesehen werden. Somit spiegelt PPRC die gesamten für die i-Series reservierten Fesplatten des Shark-Speichers.

Ähnliche Einschränkungen gelten für die Flash-Copy-Funktion des Shark-Speichers, wenn sie für OS/400-Rechner eingesetzt werden soll. Mit Flash Copy lassen sich populäre Datenbestände, die im Shark gespeichert sind, sofort auf anderen Festplatten des Subsystems replizieren. Der Vorteil dabei ist, dass Programme auf viele Kopien dieser Daten zugreifen können und nicht alle die einzige verfügbare Information benutzen müssen. Flash Copy dient dazu, den Flaschenhals beim Informationszugriff zu vermeiden und die populärsten Daten möglichst schnell bereitzustellen.

Soll ein OS/400-Server nun diese Funktion nutzen, dann hört er zunächst auf zu arbeiten: Vor der Erstellung der Datenkopie leert der Server seinen Hauptspeicher. Hinzu kommt, dass die Datenkopie nach Informationen des englischen Branchendienstes "Computergram" nicht der "Primärmaschine oder der Partition, die sie benötigen würde, zur Verfügung steht, sondern nur externen i-Series-Servern beziehungsweise anderen logischen Partitionen in großen Systemen". Damit könnte die Flash-Copy-Funktion bei den IBM-Mittelklasserechnern nur für Archivierungs- oder Testzwecke verwendet werden. Für Desaster-Recovery wären PPRC und Flash Copy ebenfalls zu gebrauchen, vorausgesetzt, Shark kopiert die OS/400-Files, die bis in den Terabyte-Bereich reichen können, schnell genug.

Anbindung an fremde ServerAngekündigt wurde außerdem ein serieller Festplatten-Controller, der die hauseigenen AIX-Server, aber auch solche unter Sun-Solaris und HP-UX sowie unter Windows NT und Windows 2000, per Fibre Channel mit den Subsystemen verbindet. Der von IBM unter der Bezeichnung "Total Storage SAN Controller 160" vertriebene Controller wurde von der kalifornischen Vicom Inc. entwickelt. Er soll in den USA ab September zu einem Preis von rund 9400 Dollar angeboten werden.

Auch im Bereich "Virtual Tape Server" (VTS) gibt es Neuerungen: Mit "B20" und "B10" wurden zwei neue Modelle vorgestellt, die mit einem Fassungsvermögen von 144 GB bis 800 GB (Modell B10) beziehungsweise 800 GB bis 5,1 TB (Modell B20) aufwarten. Erstmals setzt IBM Kupferchips in VTS-Geräten ein, was die Schreibrate im Vergleich zum bestehenden Angebot verdoppeln soll. B10 soll in den USA ab 80 000 Dollar zu haben sein, der große Bruder B20 etwa ab 230 000 Dollar.