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02.02.2001 - 

Ehemalige Business Systems Consulting GmbH ist am Ende

Shuttlesoft entwickelt keine Notes-Tools mehr und stellt Insolvenzantrag

MÜNCHEN (CW) - Die Shuttlesoft AG aus Bad Camberg hat beim Amtsgericht Limburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Damit ist der Versuch des unter anderem von ehemaligen Arthur-Andersen-Mitarbeitern gegründeten Unternehmens gescheitert, sich aus der Beratungssparte weg hin zu einem Anbieter von Software für das Workflow-Management und von Intra- sowie Extranet-Werkzeugen auf Notes-Basis zu entwickeln.

Zur Erklärung für die Zahlungsunfähigkeit gab das Management an, eine für den Sommer 2000 geplante Kapitalerhöhung zum Ausbau des Vertriebs und insbesondere zur Weiterentwicklung der Produkte hätten wegen allgemeiner Probleme am Kapitalmarkt erst im September des vergangenen Jahres Erfolge gezeitigt. Im Oktober hatte sich dann die Münchner Beteiligungsgesellschaft Millenium Capital mit 13 Prozent an dem Softwareunternehmen beteiligt. Weitere Kapitalgeber hätten aber nicht gefunden werden können. Deshalb sei der Insolvenzantrag letztlich nicht zu vermeiden gewesen.

Seit dem Börsengang ging es bergabShuttlesoft platzierte am 9. Juli 1999 erstmals 25000 Aktien im Stuttgarter Freiverkehr. Der Unternehmensumsatz im Geschäftsjahr 1999/00 (Ende: 30. April 2000) betrug 1,92 Millionen Mark und damit nur noch 58 Prozent des Vorjahreswerts (3,3 Millionen Mark). Allerdings ist diese Aussage mit Einschränkungen zu versehen, denn Shuttlesoft konnte das Ergebnis nach Steuern auch 1998/99 nur wegen des Verkaufs der Unternehmenssparte "Allgemeine EDV-Beratung" an BMP mit 800000 Mark positiv gestalten.

Im operativen Geschäft dagegen erzielte die Firma schon 1998/99 nur noch ein ausgeglichenes Ergebnis. Seinerzeit wurde die "Kapazitätsbindung des Managements" für die Vorbereitung des Börsengangs, der zudem Kosten von weiteren 350000 Mark bedeutete, für das enttäuschende Ergebnis verantwortlich gemacht. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war 1999/00 mit minus 4,42 Millionen Mark in die roten Zahlen gerutscht.

Das Unternehmen firmierte ab dem Jahr 1994 als bsc Business Systems Consulting GmbH und war 1999 in Shuttlesoft umbenannt worden. Thomas Berger und Jürgen Gutsch, die Chefs des von ehemaligen Arthur-Andersen-Wirtschaftsprüfern und weiteren Softwareexperten gegründeten Unternehmens, hatten sich noch vor dem Börsengang großspurig als einer der drei führenden deutschen Anbieter von ERP-Standardbausteinen bezeichnet.

In Wirklichkeit kämpfte das Unternehmen von Anbeginn mit internen Problemen. So vollzog die Firma 1999 einen strategischen Wechsel weg vom Beratungsgeschäft hin zum Produktanbieter. Das Portfolio bestand seinerzeit im Wesentlichen aus rund 20 Softwaremodulen der "Spectrum"-Reihe. Deren Module deckten Aufgaben wie die Adressverwaltung, das Bestellwesen oder die Vertriebssteuerung ab. Die Spectrum-Produkte waren aber nie erfolgreich und wurden schließlich aus dem Angebot genommen. Außerdem offerierte Shuttlesoft seit dem Frühjahr 2000 das Unternehmens-Informations-System "UIS für Lotus Notes 5.0", das jetzt "Volanto.Office" heißt, und seit vergangenem Sommer mit "Paul" ein Tool zur Rechtevergabe in Notes-Umgebungen. Heute heißt es "Volanto Access".

Eine Sprecherin erklärte mit dem Hinweis "Noch sind wir nicht tot", für die Produkte werde weiterhin Support geleistet.